Microsoft: 17 Prozent Verlust im Juni – KI-Zweifel wachsen
29.06.2026 - 20:54:44 | boerse-global.de
Investoren zweifeln an Milliarden-Investitionen in KI und Cloud – 570 Milliarden Dollar Marktwert vernichtet.
Der Juni 2026 wird für Microsoft zum schwarzen Monat. Rund 17 Prozent Wertverlust stehen zu Buche – so viel wie seit Dezember 2000 nicht mehr. Der Aktienkurs des Technologieriesen fiel auf 368,06 Dollar, ein Minus von über 32 Prozent zum Zwischenhoch Mitte Mai. Die Marktkapitalisierung schrumpfte auf umgerechnet rund 2,4 Billionen Euro.
Damit notiert Microsoft unter dem Durchschnitt des S&P 500. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei 19 – der historische Zehnjahresschnitt beträgt 27. Einziger Lichtblick: Am vergangenen Freitag erholte sich die Aktie kurz um sechs Prozent. Grund war die Nachricht, dass Starinvestor Michael Burry – bekannt aus „The Big Short" – auf steigende Kurse gesetzt haben soll.
Azure-Wachstum enttäuscht
Der Auslöser des Absturzes? Investoren zweifeln zunehmend an den riesigen Ausgaben für Künstliche Intelligenz. Microsoft hat bis Dezember 2026 Kapitalausgaben von umgerechnet rund 168 Milliarden Euro für KI und Cloud angekündigt. Das schreckt selbst langjährige Aktionäre ab.
Hinzu kommt: Das Cloud-Geschäft wächst langsamer als erhofft. Die Sparte Azure legte im zweiten Quartal 2026 um 39 Prozent zu – die Erwartung lag bei 39,4 Prozent. Die Differenz klingt klein, doch Analysten fürchten, dass KI-Anwendungen zunehmend traditionelle Software-Umsätze kannibalisieren.
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Die Analysten sind gespalten. Stifel-Experte Brad Reback senkte sein Kursziel auf 400 Dollar. Die Deutsche Bank hingegen bleibt optimistisch und sieht die Aktie bei 550 Dollar fair bewertet.
Tausende Stellen gestrichen
Intern läuft ein Umbau auf Hochtouren. Im April verabschiedete Microsoft rund 8.750 Mitarbeiter in den USA in den freiwilligen Vorruhestand – etwa sieben Prozent der heimischen Belegschaft. Ausgenommen: Teams, die an KI und dem Copilot-System arbeiten.
Auch die Gaming-Sparte steht unter Druck. CEO Satya Nadella sprach zuletzt von einer „Weggabelung" für die Xbox. Seine Beobachtung: Xbox-Spiele spülen auf Plattformen wie YouTube mehr Geld in die Kassen der Content-Creator als in die von Microsoft selbst. Das Unternehmen sucht nun nach tragfähigeren Geschäftsmodellen für Hardware und Software.
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Ausblick: Quartalszahlen im Juli
Am 29. Juli 2026 legt Microsoft die nächsten Quartalszahlen vor. Dann zeigt sich, ob die Milliarden für KI erste Früchte tragen – oder ob die Zweifel der Anleger berechtigt waren.
