Methanol-Vergiftung, Tote

Methanol-Vergiftung: 48 Tote und 182 Fälle in Nigeria registriert

Veröffentlicht am: 19.09.2026 um 16:32 Uhr | Redaktion boerse-global.de

In Ondo wurden 182 Vergiftungen durch verunreinigte Getränke registriert. Behörden untersuchen Proben und beschränken den Verkauf riskanter Alkoholprodukte.

Nigeria: Methanol-Vergiftungen fordern mindestens 49 Todesopfer
Eine trockene, ländliche Landschaft in Nigeria mit einer verwitterten Holzbank vor einem einfachen Lehmgebäude. Illustration mit AI erstellt.

Die Gefahren durch illegal hergestellte und mit Methanol verunreinigte alkoholische Getränke stehen im Fokus aktueller Berichte aus Nigeria. Im Bundesstaat Ondo kam es zu einer schwerwiegenden Vergiftungswelle, die nach Behördenangaben mindestens 48 Todesopfer forderte. Insgesamt wurden 182 Vergiftungsfälle registriert, die auf den Konsum von lokal produzierten alkoholischen oder kräuterhaltigen Mischungen zurückzuführen sind.

Chronologie und Symptomatik der Vergiftungswelle

Erste Meldungen über den Ausbruch der Vergiftungen datieren auf den 5. September 2026, als Behörden in Ondo den Vorfall öffentlich machten. Bereits in der ersten Woche nach dem ersten Bekanntwerden wurden 29 Todesfälle verzeichnet.

Die Vergiftungen werden primär mit zwei Zeremonien im Bezirk Odigbo sowie Vorfällen in Irele in Verbindung gebracht. Als mutmaßliche Quelle gilt das lokal gebrannte Getränk „Monkey Tail“ (Affenschwanz), eine Mischung aus lokalem Gin und verschiedenen Kräutern.

Betroffene zeigten laut offiziellen Angaben schwere Symptome, die üblicherweise 12 bis 24 Stunden nach dem Konsum einsetzen. Dazu gehören heftige Kopfschmerzen, Atembeschwerden sowie der teilweise oder vollständige Verlust des Sehvermögens. Ein 32-jähriger Überlebender namens Sola Adebayo berichtete in diesem Zusammenhang, dass er bereits nach dem Konsum von zwei Getränken nichts mehr habe sehen können.

Analysen der Gesundheitsbehörde NAFDAC und Laborergebnisse

Die nationale Behörde für Lebensmittel- und Arzneimittelkontrolle (NAFDAC) hat umfangreiche Untersuchungen eingeleitet, um die genaue Zusammensetzung der toxischen Substanzen zu bestimmen. Erste Testergebnisse von 15 genommenen Proben bestätigten den Verdacht auf eine massive Verunreinigung.

In 6 dieser Proben wurde eine Mortalitätsrate von rund 50 % festgestellt, was auf eine extrem hohe Konzentration gesundheitsschädlicher Stoffe hindeutet. Zudem wiesen Experten der NAFDAC in 11 der untersuchten Proben Cannabis nach.

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Im Zuge der Ermittlungen wurden laut Berichten vom 18. September 2026 insgesamt 15 Personen festgenommen. Ein weiterer Verdächtiger wurde speziell im Zusammenhang mit den Vorfällen im Bezirk Odigbo in Gewahrsam genommen. Die Laborergebnisse werden als vorläufig eingestuft, erhärten jedoch den Verdacht auf einen lebensgefährlichen Methanolgehalt in den sichergestellten Chargen.

Medizinische Folgen und Versorgungsstatus der Betroffenen

Die gesundheitlichen Auswirkungen für die Überlebenden sind gravierend. Nach Angaben der NAFDAC erblindeten 5 Personen infolge der Methanolvergiftung vollständig, während 2 weitere Personen eine Teilblindheit erlitten. Die Versorgung der 182 registrierten Betroffenen erfolgte in verschiedenen medizinischen Einrichtungen.

Bisher konnten 90 der hospitalisierten Patienten entlassen werden. 6 Personen befinden sich weiterhin in stationärer Klinikbehandlung, während 31 Betroffene ambulant versorgt wurden. Die Behörden in Ondo bestätigten zudem einen Stand von mindestens 49 Todesfällen und hielten fest, dass zeitweise etwa 100 Personen intensivmedizinisch betreut werden mussten.

Regulatorische Konsequenzen auf nationaler Ebene

Als Reaktion auf die Ereignisse haben die nigerianischen Behörden landesweite Maßnahmen ergriffen, um den Vertrieb gefährlicher Alkoholprodukte einzuschränken. Ein wesentlicher Schritt ist die Durchsetzung eines bundesweiten Verbots des Verkaufs von Alkohol in kleinen Kunststoffbeuteln oder Plastikbehältern.

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