MetaX, Chinesischer

MetaX: Chinesischer KI-Chip-Hersteller legt rasant zu

30.04.2026 - 13:18:13 | boerse-global.de

Der chinesische Chip-Entwickler MetaX steigert den Quartalsumsatz deutlich und nähert sich dank des C600-Chips der Gewinnzone.

MetaX: Chinesischer KI-Chip-Hersteller legt rasant zu - Foto: über boerse-global.de
MetaX: Chinesischer KI-Chip-Hersteller legt rasant zu - Foto: über boerse-global.de

Der GPU-Spezialist MetaX Integrated Circuits aus Shanghai verzeichnet im ersten Quartal 2026 ein Umsatzplus von 75 Prozent – angetrieben durch die boomende Nachfrage nach heimischer KI-Hardware. Der Börsenneuling kommt damit seinem Ziel der Gewinnschwelle immer näher.

Umsatzsprung und sinkende Verluste

Mit 561,9 Millionen Yuan (umgerechnet rund 72 Millionen Euro) Umsatz in den ersten drei Monaten des Jahres knüpft MetaX an das Rekordjahr 2025 an. Damals hatte das Unternehmen seinen Jahresumsatz mehr als verdoppelt – auf 1,6 Milliarden Yuan. Der Nettoverlust schrumpfte im Vergleich zu 2024 von 1,4 Milliarden auf 779 Millionen Yuan.

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Das liegt vor allem an der gelungenen Börsennotierung im Dezember 2025. Am Shanghaier STAR Market, dem Technologie-Segment der Börse, legte die Aktie am ersten Handelstag um über 690 Prozent zu. Der Börsengang spülte rund 586 Millionen Dollar in die Kassen – Geld, das nun in die nächste Chip-Generation und die Software-Infrastruktur fließt.

C600: Der Hoffnungsträger aus heimischer Produktion

Das Zugpferd des Unternehmens ist die C500-Serie, ein KI-Training- und Inferenz-Chip, der fast 98 Prozent des Umsatzes ausmacht. Der auf 7-Nanometer-Technik gefertigte Prozessor erreicht rund 75 Prozent der Leistung internationaler Spitzenmodelle – und das bei voller Kompatibilität zur verbreiteten CUDA-Softwareumgebung. Das ist kein Zufall: Entwickler sollen ihre bestehenden KI-Workloads ohne großen Aufwand migrieren können.

Noch ambitionierter ist der Nachfolger C600. Die Massenproduktion soll in der ersten Jahreshälfte 2026 anlaufen. Der Chip setzt auf High-Bandwidth-Speicher (HBM3e) und unterstützt FP8-Präzision – beides entscheidend für das Training moderner großer Sprachmodelle. Das Management spricht von einer „vollständig im Inland produzierten“ Lösung, die den Abstand zu den weltweit führenden KI-Beschleunigern schließen soll.

Ergänzt wird das Portfolio durch die N100-Serie für KI-Inferenz, die seit 2023 in Massenproduktion ist und in Smart Cities, Cloud-Computing und Videoverarbeitung zum Einsatz kommt. Ende 2024 waren bereits über 10.000 GPUs von MetaX in neun großen Computing-Clustern in China im Einsatz.

Chinesische Chip-Offensive: Marktanteile verschieben sich

MetaX profitiert von einem grundlegenden Wandel in der chinesischen Halbleiterlandschaft. Inländische Hersteller von Grafikprozessoren und KI-Chips haben ihren Marktanteil bei KI-Beschleuniger-Servern auf rund 41 Prozent gesteigert. Das ging vor allem zulasten von Nvidia, dessen Anteil an den Auslieferungen in China auf etwa 55 Prozent fiel.

Insgesamt wurden in China im vergangenen Jahr rund vier Millionen KI-Beschleunigerkarten ausgeliefert. Während Huawei mit over 800.000 Einheiten die Nase vorn hat, konnten sich Start-ups wie MetaX Nischen erobern. Der Anteil von MetaX an den gesamten inländischen Markenlieferungen stieg von einem Prozent 2024 auf vier Prozent 2025.

Die Strategie vieler chinesischer Technologieunternehmen ist zweigleisig: Für Hochleistungstraining setzen sie weiterhin auf internationale Chips, für Inferenz und strategische Sicherheit integrieren sie zunehmend heimische GPUs. Besonders erfolgreich ist MetaX bei nationalen KI-Plattformen und Telekommunikationsbetreibern, die auf Lieferkettenunabhängigkeit setzen.

Wettbewerb und Herausforderungen

Der Markt ist hart umkämpft. Konkurrent Moore Threads, ebenfalls von Ex-Managern internationaler Chipriesen gegründet, steigerte seinen Umsatz 2025 um über 240 Prozent. Das MetaX-Gründerteam bringt Erfahrung von AMD mit – ein entscheidender Faktor für Investoren.

Die größte Herausforderung bleibt das „fabless“-Geschäftsmodell. MetaX entwirft die Chips, lässt sie aber bei Drittanbietern fertigen. Angesichts der sich ständig ändernden Exportbeschränkungen erfordert das eine permanente Anpassung der Lieferkette. Das Unternehmen hat Berichten zufolge abgespeckte Chipdesigns und alternative Fertigungswege geprüft, um sowohl internationalen Regulierungen zu genügen als auch den heimischen Markt zu bedienen.

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Hinzu kommt ein Wandel in der Branche: Weg von der Einzelchip-Leistung, hin zur Effizienz großer Cluster. MetaX setzt darauf, tausende „gut genug“-Prozessoren zu kohärenten KI-Fabriken zu vernetzen. Das mag mehr Strom verbrauchen als ein einzelner Hochleistungschip – bietet aber einen gangbaren Weg für großflächige KI-Entwicklung unter den gegebenen Rahmenbedingungen.

Ausblick: Wann kommt die Gewinnschwelle?

Analysten sehen 2026 als entscheidendes Jahr. MetaX hat angekündigt, bis Ende 2026 oder Anfang 2027 die Gewinnschwelle erreichen zu wollen – vorausgesetzt, die C600-Massenproduktion läuft wie geplant und die Auslieferungen skalieren weiter. Die globale KI-Infrastruktur-Investitionen sollen 2026 auf 450 Milliarden Dollar steigen, wobei Inferenz-Rechenleistung erstmals über 70 Prozent ausmachen dürfte.

Der chinesische Markt für KI-Chips soll bis Ende des Jahrzehnts jährlich um rund 54 Prozent wachsen. Für MetaX wird entscheidend sein, ob die nächste Hardware-Generation hält, was sie verspricht, und ob das Software-Ökosystem weiter wächst. Dann könnte aus dem chinesischen Hoffnungsträger ein ernstzunehmender globaler Player werden.

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