Metas Smart Glasses: Hamburger Behörde prüft vollständiges Verbot
Veröffentlicht am: 01.08.2026 um 10:51 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Hamburger Datenschutzbehörde hält ein vollständiges Verbot von Metas Smart Glasses für möglich. Grund sind unzureichende Aufnahme-Signale, die gegen geltendes Datenschutzrecht verstoßen.
Kritik an mangelnder Transparenz
Der Hamburger Datenschutzbeauftragte Thomas Fuchs bewertet das heimliche Filmen im öffentlichen Raum als unzulässig. Nach Untersuchungen seiner Behörde reicht das integrierte LED-Signal der Brillen nicht aus, um Umstehende effektiv über laufende Videoaufzeichnungen zu informieren.
Die Bundesnetzagentur prüft derzeit ein entsprechendes Vorgehen. Entscheidend ist dabei die Einstufung der Geräte als potenziell getarnte Aufnahmegeräte. Parallel verhängt die Hamburger Behörde bereits Bußgelder im Zusammenhang mit der Nutzung der Brillen.
Städte und Länder ziehen nach
Augsburg hat als erste deutsche Stadt Konsequenzen gezogen: Smart Glasses sind dort in allen städtischen Sportanlagen, Schulen und Freibädern verboten. Der Sportausschuss begründete die einstimmige Entscheidung mit dem Schutz der Privatsphäre in sensiblen Bereichen. Hinweisschilder sollen die Besucher informieren.
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Auch international wächst der Druck. In Norwegen fordert Datenschutzdirektorin Line Coll ein Verkaufsstopp für Smartbrillen. Die US-Sicherheitskonferenz DefCon untersagte die Nutzung von Brillen mit Aufzeichnungsfunktion komplett – es gebe keine zuverlässige Methode, den Aufnahmestatus für Dritte erkennbar zu machen. In New York sind die Geräte in zahlreichen Gerichtsgebäuden bereits verboten.
Meta reagiert mit Software-Update
Der Hersteller hat auf Berichte reagiert, wonach Nutzer das Privacy-LED absichtlich überkleben. Ein Software-Update deaktiviert die Kamera nun automatisch, sobald eine Manipulation oder Verdeckung des Signals erkannt wird. Metas Vizepräsident Alex Himel räumte Missbrauchspotenzial ein – gegen Hardware-Modifikationen kündigte das Unternehmen rechtliche Schritte an.
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Die Konkurrenz beobachtet die Entwicklungen genau. Branchenkreisen zufolge arbeitet Apple an eigenen Smart Glasses, steht aber vor einem Dilemma: volle Funktionalität oder strikter Datenschutz? Diskutiert werden Modelle ohne Kamera oder technische Lösungen, die Aufnahmen ohne explizite Kennzeichnung unmöglich machen.
Politischer Streit um Privatsphäre
Datenschützer warnen vor einem „Albtraum für die Privatsphäre" – doch es gibt auch prominente Befürworter. Der griechische Gesundheitsminister Adonis Georgiadis nutzt die Brille im Parlament und bei öffentlichen Veranstaltungen. Sein Argument: Straftaten ließen sich so besser dokumentieren. Die Opposition kritisiert das scharf – die Gefilmten hätten schließlich nie eingewilligt.
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