Meta-Vergleich: 18 Milliarden Dollar für Jugendschutz in USA
Veröffentlicht am: 28.08.2026 um 03:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Meta hat sich mit US-Bundesstaaten auf einen Vergleich über bis zu 18 Milliarden US-Dollar wegen Vorwürfen geeinigt, seine Plattformen hätten Minderjährige durch süchtig machende Algorithmen gefährdet.
Die Vereinbarung wurde am 26. August 2026 bekannt und umfasst nach übereinstimmenden Berichten zwischen 29 und 52 Attorneys General verschiedener US-Bundesstaaten und Territorien. Kernstück ist ein zweistündiges Tageslimit für Teenager in den USA sowie eine Reihe weiterer Schutzmaßnahmen für die Nutzung sozialer Medien durch Jugendliche.
Zahlung an Bedingungen geknüpft
Neu an der Einigung ist die Struktur der Auszahlung: 70 Prozent der Summe, umgerechnet rund 12,7 Milliarden US-Dollar, sollen direkt an die beteiligten Bundesstaaten fließen.
Die verbleibenden 30 Prozent, etwa 5,3 Milliarden US-Dollar, werden Meta zufolge jedoch nur dann fällig, wenn sich auch TikTok und YouTube den vereinbarten Standards anschließen. Meta verbindet den Vergleich damit mit einem öffentlichen Aufruf an die beiden Konkurrenzplattformen, vergleichbare Jugendschutzmaßnahmen einzuführen.
Die genaue Gesamtsumme wird in verschiedenen Quellen leicht unterschiedlich beziffert – von rund 16,68 Milliarden bis zu 18 Milliarden US-Dollar –, wobei mehrere Berichte übereinstimmend von einem Zeitraum über zehn Jahre und einer Beteiligung von bis zu 52 Attorneys General sprechen.
Was sich für Teenager ändern soll
Meta zahlt bis zu 18 Milliarden Dollar für mehr Jugendschutz – doch die neuen Regeln gelten zunächst nur in den USA. Was bedeutet das für Ihre Kinder? Dieser Leitfaden zeigt, wie Sie die wichtigsten Schutzmaßnahmen auch hierzulande aktivieren. Jetzt kostenlosen Eltern-Leitfaden anfordern
Zu den vereinbarten Maßnahmen zählt neben dem zweistündigen Tageslimit, das kumulativ über die Meta-Apps gilt und um Mitternacht zurückgesetzt wird, auch ein Nachtmodus, der die Nutzung zwischen 0 und 6 Uhr blockiert. Hinzu kommen wiederkehrende Nutzungshinweise – laut einzelnen Berichten alle 15, 60 und 90 Minuten – sowie stummgeschaltete Benachrichtigungen während der Schulzeit, etwa von 8 bis 15 Uhr.
Weitere Bestandteile sind eine Altersverifizierung, eingeschränkte Beauty-Filter, versteckte Like-Zahlen sowie erweiterte elterliche Kontrollfunktionen. Diese neuen Standardeinstellungen für Teenager-Konten sollen nach Angaben von Meta nicht ohne elterliche Zustimmung verändert werden können.
Kritik an unveränderten Empfehlungsalgorithmen
Trotz der umfangreichen Maßnahmen gibt es Kritik: Beobachter bemängeln, dass die zugrundeliegenden Empfehlungsalgorithmen der Plattformen von der Einigung unberührt bleiben und weiterhin aktiv sind. Die neuen Limits und Kontrollfunktionen setzen demnach an der Nutzungszeit und Sichtbarkeit bestimmter Inhalte an, nicht aber an der Funktionsweise der Algorithmen selbst, die Inhalte für Jugendliche auswählen und ausspielen.
Regionale Verteilung der Gelder
Ihr Teenager verbringt Stunden auf Instagram oder Facebook? Die neuen Meta-Regeln – wie das 2-Stunden-Limit – sind ein Anfang. Doch ohne Ihre Zustimmung ändert sich nichts. Erfahren Sie, wie Sie die Kontrolle übernehmen. Kostenlosen Leitfaden zu elterlichen Kontrollen sichern
Einzelne Bundesstaaten sollen nach bisherigen Angaben unterschiedlich hohe Summen aus dem Vergleich erhalten: Kalifornien soll mindestens 1,5 Milliarden US-Dollar bekommen, New Jersey 525 Millionen US-Dollar, Massachusetts 366 Millionen US-Dollar und Virginia 353 Millionen US-Dollar.
Die endgültige Umsetzung des Vergleichs steht laut Berichten noch unter dem Vorbehalt einer gerichtlichen Zustimmung. Ob und wann TikTok und YouTube sich den von Meta initiierten Standards anschließen, ist bislang offen – davon hängt jedoch ab, ob der volle Betrag von bis zu 18 Milliarden US-Dollar tatsächlich ausgezahlt wird.
