Meta-Vergleich, Milliarden

Meta-Vergleich: 18 Milliarden Dollar für Jugendschutz auf Facebook

Veröffentlicht am: 26.08.2026 um 22:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Meta zahlt bis zu 18 Milliarden Dollar und führt strikte Nutzungslimits für Minderjährige ein, um Klagen aus 48 US-Bundesstaaten beizulegen.

Meta einigt sich mit US-Staaten: Milliardenvergleich und strikte Jugend-Schutzregeln
Ein modernes Smartphone liegt auf einem hölzernen Schreibtisch mit dunklem Bildschirm in einem hellen, modernen Büro. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Technologiekonzern Meta hat einen umfassenden Vergleich mit zahlreichen US-Bundesstaaten geschlossen, um rechtliche Auseinandersetzungen über die Auswirkungen seiner Plattformen auf Minderjährige beizulegen.

Die Vereinbarung sieht Zahlungen von bis zu 18 Milliarden US-Dollar vor und verpflichtet das Unternehmen zu weitreichenden technischen Beschränkungen für jugendliche Nutzer auf Facebook und Instagram. An der Einigung sind insgesamt 52 Generalstaatsanwälte beteiligt, darunter Vertreter aus 48 US-Bundesstaaten, dem District of Columbia sowie drei Außengebieten.

Finanzielle Dimensionen und Verteilung der Mittel

Die Gesamtsumme des Vergleichs setzt sich aus verschiedenen Komponenten zusammen. Fest zugesagt sind demnach mindestens 12,1 Milliarden US-Dollar, die über einen Zeitraum von zehn Jahren ausgezahlt werden sollen. Davon entfallen rund 12,7 Milliarden US-Dollar direkt auf die beteiligten Staaten.

Eine weitere Tranche in Höhe von bis zu 5,3 Milliarden US-Dollar ist an Bedingungen geknüpft: Diese Mittel werden nur dann fällig, wenn Wettbewerber wie TikTok, YouTube und Snapchat ähnliche Nutzungsbeschränkungen einführen, wie sie nun für Meta festgelegt wurden.

In einer detaillierten Aufschlüsselung wird die Summe von 17,1 Milliarden US-Dollar genannt, die an 47 Staaten, den District of Columbia sowie Amerikanisch-Samoa, Puerto Rico und die Nördlichen Marianen fließen soll.

Einzelne Bundesstaaten haben bereits konkrete Erwartungen formuliert. So soll Kalifornien zwischen 1,5 und 2,1 Milliarden US-Dollar aus dem Vergleich erhalten, während für Oregon eine Summe von über 125 Millionen US-Dollar vorgesehen ist.

New Mexico ist hingegen nicht Teil dieser Einigung; das Land hatte Meta zuvor bereits mit Forderungen in Höhe von etwa einer Milliarde US-Dollar belegt. Zusätzlich zu der aktuellen Einigung wurden weitere 459,3 Millionen US-Dollar für Verfahren im Zusammenhang mit Cambridge Analytica veranschlagt.

Verpflichtende Schutzmaßnahmen für Minderjährige

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Kern der Vereinbarung ist die Einführung strikter Nutzungsregeln für Personen unter 18 Jahren. Auf Facebook und Instagram wird ein kumulatives Tageslimit von zwei Stunden eingeführt.

Sollten TikTok und YouTube in Zukunft vergleichbare Limits etablieren, würde sich diese Zeitspanne bei Meta-Diensten auf eine Stunde reduzieren. Zudem sieht der Vergleich eine nächtliche Blockade zwischen 0:00 Uhr und 6:00 Uhr sowie eine Stummschaltung der Dienste während der Schulzeit von 8:00 Uhr bis 15:00 Uhr vor.

Weitere technische Anpassungen umfassen:
- Alle 15 Minuten automatische Hinweise zur Nutzungsdauer.
- Deaktivierung der Autoplay-Funktion und Einführung eines nicht-algorithmischen Feeds.
- Verbergen von Like-Zählern und ein Verbot extremer Make-up-Filter.
- Stummschaltung von Benachrichtigungen zwischen 22:00 Uhr und 7:00 Uhr.
- Einführung strengerer Altersverifikationsprozesse und erweiterte Kontrollmöglichkeiten für Eltern.

Die Einhaltung dieser Maßnahmen soll durch einen unabhängigen Prüfer überwacht werden.

Hintergründe und Aussagen im Prozess

Mit dem Vergleich endet ein Gerichtsverfahren in Oakland, Kalifornien. Meta betonte im Rahmen der Einigung, die Vorwürfe der Gegenseite weiterhin zu bestreiten. Zuvor hatten die klagenden Staaten Strafen von bis zu 1,4 Billionen US-Dollar gefordert, während in einem parallelen Verfahren von 29 US-Staaten Schadensersatzforderungen in Höhe von bis zu 200 Milliarden US-Dollar im Raum standen.

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Im Zuge der Verhandlungen und Aussagen kamen interne Details zur Wirksamkeit bisheriger Schutzmechanismen ans Licht. Instagram-Chef Adam Mosseri gab an, dass Funktionen wie „Take a Break“ vor ihrer Einführung als Standardeinstellung im Jahr 2024 nur eine geringe Akzeptanz von etwa 1 bis 2 Prozent unter Jugendlichen fanden.

Der sogenannte „Quiet Mode“ wurde demnach von 8,7 Prozent der Zielgruppe genutzt. Klägervertreter und ehemalige Mitarbeiter warfen dem Konzern vor, solche Funktionen seien bewusst so gestaltet worden, dass sie kaum genutzt würden. Ein Blog-Post aus dem Jahr 2021 habe zudem die niedrigen Nutzungsraten dieser Funktionen verschwiegen.

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