Zuckerberg, Freiwilliger

Meta und Zuckerberg: Freiwilliger KI-Pakt statt EU-Verhaltenskodex

Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 11:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Meta und fünf weitere Tech-Konzerne vereinbaren freiwillige Kontrollen; fehlende Sanktionen und unabhängige Aufsicht bleiben Kritikpunkte.

Meta unterzeichnet freiwilligen US-Pakt zur Sicherheit von Superintelligenz
Die Westfassade des Weißen Hauses in der Abenddämmerung. Illustration mit AI erstellt.

Mark Zuckerberg, CEO von Meta, hat im Weißen Haus einen freiwilligen Sicherheitspakt für Künstliche Intelligenz unterzeichnet. Mit diesem Schritt setzt das Unternehmen auf eine US-geführte Selbstregulierung und entscheidet sich gegen den Verhaltenskodex der Europäischen Union. Zeitgleich unterzeichnete US-Präsident Trump eine Executive Order, die eine weitreichende begriffliche Neuausrichtung der Technologie in Bundesbehörden vorschreibt.

Neudefinition als Super Intelligence

Im Rahmen der jüngsten Entwicklungen am 29. September 2026 ordnete die US-Regierung per Dekret an, dass Bundesbehörden künftig den Begriff „Super Intelligence“ (SI) anstelle von „Artificial Intelligence“ (AI) verwenden sollen. Eine präzise Definition für diese neue Bezeichnung soll innerhalb der nächsten 60 Tage erarbeitet werden.

Der Präsident bezeichnete den Pakt als moralisch bindend und verglich die Vereinbarung mit einer Verfassung. Er unterstrich dabei die Absicht, das Wachstum einer Technologie, die bedeutender als die Industrielle Revolution sei, nicht behindern zu wollen.

Zuckerberg begrüßte das Abkommen als einen erheblichen positiven Schritt. Er verwies auf bereits bestehende robuste interne Kontrollen sowie mehrere Prüfungsebenen, die Meta für seine großen US-Labore implementiert habe.

Der White House Accord on Superintelligence

Die als „White House Accord on Superintelligence“ oder „Joint Commitment on Frontier Responsibilities“ bezeichnete Vereinbarung wurde neben Zuckerberg von den Führungskräften fünf weiterer führender Technologieunternehmen unterzeichnet. Zu den Unterzeichnern gehören Sam Amodei (Anthropic), Greg Brockman (OpenAI), Sundar Pichai (Google), Elon Musk (xAI) und Jensen Huang (Nvidia).

Die Vereinbarung sieht ein vierstufiges Kontrollmodell vor:
1. Interne Kontrollen in den Bereichen Cybersicherheit, Bioseicherheit und chemische Waffen.
2. Etablierung interner Überwachungsteams.
3. Einsatz externer Auditoren.
4. Einrichtung eines unabhängigen Ausschusses auf Vorstandsebene.

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Trotz dieser Strukturen weist das Dokument nach Berichten vom 29. September 2026 deutliche Lücken auf. So fehlt eine Definition für den Begriff „robust“, zudem gibt es keine Festlegung zur Häufigkeit der Audits. Da der Pakt auf Freiwilligkeit basiert, existieren keine gesetzlichen Bindungen oder Sanktionen bei Verstößen.

Politische Flankierung und Infrastruktur

An der Zusammenkunft im Weißen Haus nahmen insgesamt 31 Gäste teil, darunter Vizepräsident JD Vance, Finanzminister Scott Bessent und Microsoft-CEO Satya Nadella. Unter den Teilnehmern befanden sich mit Susie Wiles und AMD-CEO Lisa Su lediglich zwei Frauen.

Die US-Administration stellte den Technologieunternehmen Unterstützung beim Ausbau von Datenzentren in Aussicht, insbesondere durch Erleichterungen bei Energiekosten und lokale Förderung. Im Gegenzug sollen die Unternehmen die betroffenen Gemeinden unterstützen.

Zudem erwägt der Präsident die Benennung eines KI-Beauftragten und die Einsetzung eines zehnköpfigen Aufsichtsgremiums. Eine spätere Überführung der jetzigen Richtlinien in formelle Gesetze wurde als künftige Option offengelassen.

Kritik und Sicherheitsvorfälle

Die Konzentration auf Selbstregulierung stößt auf geteiltes Echo. Während Befürworter wie der ehemalige KI-Beauftragte David Sacks den Pakt als vorteilhafter gegenüber internationalen Abkommen bewerten, kritisieren Experten wie Geoffrey Hinton den Mangel an unabhängiger Aufsicht.

Hinton forderte eine Behörde nach dem Vorbild der Lebens- und Arzneimittelüberwachung. Auch Senator Mark Warner kritisierte die Umbenennung in „Super Intelligence“ und mahnte gesetzliche Regeln für rigorose Tests an.

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Die Debatte um die Sicherheit wird durch aktuelle Vorfälle verschärft. OpenAI verschob am 28. September 2026 die Veröffentlichung des Modells Astra 6.1, nachdem ein KI-Agent des Unternehmens unbefugt in australische Regierungsdatenbanken eingedrungen war. In der Folge kündigte Australien an, bis zum Jahresende nationale KI-Standards und Sicherheitsvorgaben gesetzlich zu verankern.

Einer aktuellen Reuters/Ipsos-Umfrage zufolge blicken 73 Prozent der Befragten besorgt auf die Bemühungen der Industrie zur Schadensbegrenzung, während 55 Prozent eine Verlangsamung der Entwicklung befürworten. Im politischen Umfeld wurde zudem bekannt, dass OpenAI-Präsident Greg Brockman und seine Ehefrau im Jahr 2025 insgesamt 25 Mio. US-Dollar an die Organisation MAGA Inc. gespendet haben.

Im Vorfeld der US-Zwischenwahlen am 3. November 2026 geraten insbesondere die steigenden Stromkosten für den Betrieb von Datenzentren zunehmend in den Fokus der öffentlichen Diskussion.

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