Meta One Plus und Premium: Neue KI-Abos ab 7,99 Euro monatlich
Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 11:32 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Facebook-Konzern Meta treibt seine Abo-Strategie für Künstliche Intelligenz massiv voran. Mit neuen Bezahlangeboten und leistungsstärkeren KI-Modellen will das Unternehmen seine immensen Investitionen in die Infrastruktur gegenfinanzieren. Am 28. Juli kündigte Meta die Einführung des Muse Spark 1.1-Modells an, das der Meta-KI-App neue Funktionen wie proaktive Planung, tägliche Briefings und Echtzeit-Steuerung bringt.
Der Schritt ist Teil einer grundlegenden Neuausrichtung des Geschäftsmodells. Bereits im Juni 2026 startete Meta erste Tests mit Verbraucher-Abos in ausgewählten Märkten. Die Angebote heißen Meta One Plus für 7,99 Euro pro Monat und Meta One Premium für 19,99 Euro pro Monat – getestet wird derzeit in Singapur, Guatemala und Bolivien.
Abgestufte Bezahlmodelle für KI und Bildgenerierung
Die Premium-Tarife erweitern die Funktionen der KI-Werkzeuge deutlich, darunter das Muse Image-Modell, das am 7. Juli 2026 an den Start ging. Während die Basisfunktionen auf WhatsApp und Instagram kostenlos bleiben, richten sich die Bezahlangebote an Nutzer mit hohem Bedarf und erweiterten Bearbeitungsmöglichkeiten. Seit dem 10. Juli 2026 belegt Muse Image in Branchenrankings einen Spitzenplatz unter den Top-3-Modellen für Text-zu-Bild-Generierung.
Allerdings musste Meta auch Rückschläge einstecken: Nach heftiger Kritik von Organisationen wie der Schauspielergewerkschaft SAG-AFTRA und der Künstleragentur CAA entfernte das Unternehmen am 10. Juli eine @-Erwähnungsfunktion aus seinen KI-Tools.
Darüber hinaus testet Meta plattformspezifische Premium-Abos:
- WhatsApp Plus: In Europa kostet das Abo 2,49 Euro monatlich und bietet exklusive Designs, Premium-Klingeltöne und bis zu 20 angepinnte Chats.
- Instagram und Facebook Plus: Tests mit Preisen zwischen 2,99 und 3,99 Euro pro Monat laufen – mögliche Features sind heimliches Story-Ansehen und die Erkennung von Nicht-Followern.
- Manus KI: Meta integriert die im Dezember 2025 für zwei Milliarden Euro übernommene Manus-KI in seine Premium-Angebote.
Finanzieller Druck und Rekordinvestitionen
Der Vorstoß ins Abo-Geschäft ist die direkte Folge des enormen finanziellen Drucks durch Metas aggressive KI-Strategie. Im zweiten Quartal 2026 erzielte der Konzern zwar einen Umsatz von 60,8 Milliarden Euro – ein Plus von 28 Prozent im Jahresvergleich. Doch der freie Cashflow brach um 91 Prozent auf nur noch 784 Millionen Euro ein, nach 8,55 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum.
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Die Investitionsausgaben erreichten mit 31,08 Milliarden Euro fast das Doppelte des Vergleichszeitraums 2025 (17 Milliarden Euro). Grund ist der Plan, in den kommenden Jahren mindestens 600 Milliarden Euro in KI-Infrastruktur zu stecken. Für das Gesamtjahr 2026 hob Meta seine Investitionsprognose auf 130 bis 145 Milliarden Euro an.
Besonders schmerzhaft: Die Reality-Labs-Sparte verbuchte im zweiten Quartal einen Verlust von 4,62 Milliarden Euro – die kumulierten Verluste seit 2021 summierten sich damit auf rund 88 Milliarden Euro. Um diese Investitionen zu stemmen, begab Meta kürzlich neue Schulden in Höhe von 25 Milliarden Euro und ging mit BlackRock eine Partnerschaft für ein 14-Milliarden-Euro-Rechenzentrum in El Paso ein.
KI für Unternehmen und Cloud-Ambitionen
In der Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen skizzierte CEO Mark Zuckerberg eine Vision, in der innerhalb von fünf Jahren Milliarden Menschen persönliche KI-Assistenten nutzen werden. Zuckerberg betonte die enormen Chancen, KI-Rechenleistung direkt zu verkaufen und Werbekunden KI-Agenten zur Verfügung zu stellen – abgerechnet wird dann nach erzielten Ergebnissen.
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Meta führt Berichten zufolge erste Gespräche, um rund zehn Milliarden Euro seiner KI-Rechenkapazität über zwei Jahre an das KI-Unternehmen Anthropic zu vermieten. Der Deal wäre Metas Einstieg in den Cloud-Computing-Markt und würde es dem Konzern erlauben, mit überschüssiger Hardware Geld zu verdienen.
Zuckerberg warnte jedoch vor zu kurzfristigem Denken: Zwar könne Meta Rechenleistung mit deutlichem Aufschlag verkaufen, doch müsse das Unternehmen die richtige Balance finden zwischen kurzfristigen Gewinnen und dem langfristigen Bedarf für die eigene KI-Entwicklung. Es wäre unklug, die gesamte Kapazität zu verkaufen, während man noch an den eigenen KI-Assistenten für Privatkunden und Unternehmen arbeite.
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