Muse, KI-Bild-Tool

Meta Muse: KI-Bild-Tool nach drei Tagen wegen Datenschutz offline

Veröffentlicht: 13.07.2026 um 00:33 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Nach Protesten von Hollywood und Datenschützern nimmt Meta die @-Erwähnung bei Muse Image vom Netz. Die Aktie reagiert dennoch mit Kursgewinnen.

Meta deaktiviert KI-Bildfunktion nach massiver Kritik
Metas Logo, fragmentiert und verzerrt, dahinter glühendes KI-Netzwerk, Symbol für Kontroversen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Nach massiver Kritik von Hollywood-Gewerkschaften und Datenschützern hat Meta eine Funktion seines neuen Muse-Image-Tools deaktiviert. Die Möglichkeit, KI-Bilder durch Verweise auf öffentliche Instagram-Profile zu generieren, war am 7. Juli gestartet und bereits am 10. Juli wieder vom Netz genommen worden.

Opt-out statt Zustimmung: Das Problem mit den öffentlichen Profilen

Das Herzstück der Kontroverse: Nutzer konnten über die @-Erwähnung öffentlicher Accounts KI-generierte Inhalte auf Basis der dortigen Fotos erstellen. Für Profile von Erwachsenen galt dabei die Opt-out-Logik – wer nicht widersprach, dessen Bilder standen standardmäßig zur Verfügung. Private Accounts und Minderjährige waren von Anfang an ausgenommen.

Doch die automatische Einbeziehung von Millionen öffentlicher Profile sorgte für helle Aufregung. Datenschützer bemängelten, dass die bloße Sichtbarkeit von Inhalten im Netz nicht als Freibrief für KI-Training und -Generierung taugt.

Hollywood schlägt Alarm

Besonders deutlich fiel die Kritik aus der Unterhaltungsbranche aus. Die Schauspielergewerkschaft SAG-AFTRA und die Künstleragentur CAA reagierten scharf. Bereits am 9. Juli forderte die Gewerkschaft ihre Mitglieder zum Opt-out auf und sprach von einer „massiven Fehleinschätzung" hinsichtlich der Privatsphäre von Künstlern.

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Auch die Bürgerrechtsorganisation Public Citizen begrüßte die schnelle Kehrtwende des Konzerns. „Öffentlich zugänglich bedeutet nicht frei verfügbar", lautete der Tenor der Kritiker. Der Fall zeigt einmal mehr den wachsenden Konflikt zwischen Tech-Konzernen und Kreativschaffenden über die Grenzen der KI-Datennutzung.

Meta räumt Fehler ein – andere Funktionen bleiben

Meta selbst gestand am 10. Juli ein, dass die @-Funktion „danebengegangen" sei. Die Referenzierungsmöglichkeit wurde gestrichen, andere Teile von Muse Image sind weiterhin aktiv. Dazu gehört die Content-Seal-Wasserzeichen-Technologie, die KI-generierte Inhalte kennzeichnen soll – auch wenn Berichten zufolge die Erkennung bei beschnittenen Bildern Probleme bereitet.

Branchenbeobachter sehen in dem Vorfall ein bekanntes Muster: KI-Tools werden oft vorschnell auf den Markt gebracht. Ähnliche Probleme gab es etwa bei den Ungenauigkeiten von Google AI Overviews oder den wirtschaftlichen Schwierigkeiten des IBM-Watson-Projekts.

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Börse bleibt gelassen

Trotz des schnellen Rückziehers und der harschen Kritik zeigte sich die Börse unbeeindruckt. Die Meta-Aktie legte am 10. Juli um knapp sechs Prozent auf 669,21 Euro zu.

Der Konzern investiert weiter massiv in Künstliche Intelligenz. Für das Gesamtjahr 2026 sind Kapitalausgaben zwischen 115 und 135 Milliarden Euro geplant. Das ist nicht das erste Mal, dass Datenschutzfragen den Tech-Riesen belasten: Bereits 2019 zahlte Meta eine Fünf-Milliarden-Euro-Strafe an die US-Handelsbehörde FTC wegen früherer Datenschutzverstöße.

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