Muse, Nachrichtenzeilen

Meta Muse: 187.462 Nachrichtenzeilen trotz deaktiviertem Festplattenzugriff

Veröffentlicht am: 29.09.2026 um 02:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Berichte über Datenzugriffe und Sicherheitsmängel belasten Meta Muse; Amazon schloss die Anwendung aus seiner Shopping-Plattform aus.

Meta Muse AI: Datenschutzvorwürfe, Sicherheitslücken und Marktreaktionen
Ein dunkler, minimalistischer Serverraum mit unbeleuchteten Server-Racks in einer kühlen, atmosphärischen Umgebung. Illustration mit AI erstellt.

Der Technologiekonzern Meta sieht sich mit schweren Vorwürfen zum Datenschutz seiner neuen KI-Anwendung Muse konfrontiert. Berichten zufolge greift die Anwendung ohne explizite Zustimmung der Nutzer auf private Nachrichten unter macOS zu und überträgt diese in die Cloud. Während das Unternehmen auf Sicherheitsvorkehrungen verweist, mehren sich die Warnungen von Sicherheitsexperten und die Skepsis am Markt.

Die erst am 08.09.2026 gestartete KI-Lösung Meta Muse AI steht im Zentrum einer Debatte über den Zugriff auf lokale Datenbanken. Nutzerberichten zufolge, unter anderem von Jason Aten, habe die Anwendung innerhalb von etwa 24 Stunden insgesamt 187.462 Zeilen aus der lokalen Messages-Datenbank eines Mac-Computers synchronisiert. Dieser Vorgang sei erfolgt, obwohl die Systemeinstellung für den vollen Festplattenzugriff (Full Disk Access) deaktiviert war.

Sicherheitslücken und technischer Hintergrund

Meta-Sprecher David Singleton betonte gegenüber Medien, dass die Integration von Nachrichten optional sei und explizite Berechtigungen erfordere. Einige der gemeldeten Unregelmäßigkeiten führt das Unternehmen auf Softwarefehler zurück. Muse agiert als persönlicher KI-Agent, der auf dem Modell Muse Spark basiert und komplexe Aufgaben wie die Bedienung von Browsern oder das Ausfüllen von Formularen übernehmen soll. Technisch nutzt die Anwendung eine virtualisierte, cloud-basierte Umgebung mit einem gesicherten Speicher für Anmeldedaten.

Neben den Berichten über unbefugte Datensynchronisation wurden weitere Schwachstellen bekannt. Der Sicherheitsforscher Patrick Wardle entdeckte eine Zero-Day-Schwachstelle in der Diktat-Funktion.

Laut Wardle sei es möglich gewesen, Audio-Daten und Authentifizierungs-Token auf fremde Server umzuleiten. Er beschrieb das Risiko so, dass Muse potenziell in ein weitreichendes Werkzeug für unbefugte Zugriffe verwandelt werden könne. Meta reagierte darauf bereits mit der Veröffentlichung eines Hotfix.

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In einem Bericht vom 27.09.2026 wurde zudem bekannt, dass ein externer Forscher über ein Bug-Bounty-Programm eine Schwachstelle gemeldet hatte, die Zugriff auf die virtuelle Maschine eines Nutzers – inklusive E-Mails und Dateien – ermöglichte. Meta stufte diesen Fehler zunächst in die dritthöchste von fünf Sicherheitsstufen (SEV-2) ein und ergänzte Muse um deutlichere Sicherheitswarnungen.

Reaktionen von Markt und Wettbewerb

Die Datenschutzbedenken haben bereits erste Konsequenzen im Ökosystem. Amazon hat Muse von seiner Shopping-Plattform ausgeschlossen. Auch prominente Stimmen wie Elon Musk äußerten öffentlich Kritik an der Anwendung, was die Bedenken hinsichtlich der Privatsphäre weiter verstärkte.

Eine Umfrage von Oppenheimer & Co. unter 1.500 US-Konsumenten verdeutlicht das geringe Vertrauen in die Datensicherheit bei Meta. Lediglich 8 % der Befragten gaben an, dem Unternehmen ihre Passwörter anzuvertrauen. Im Vergleich dazu schnitten Wettbewerber wie OpenAI mit 16 %, Apple mit 23 % und Google mit 30 % deutlich besser ab.

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Wirtschaftliche Auswirkungen

Trotz der Kritik verzeichnete Muse unmittelbar nach dem Start einen großen Zulauf. Laut Schätzungen von Sensor Tower wurde die Anwendung in den ersten zwei Wochen rund 2,8 Mio. Mal heruntergeladen und führt die Charts der kostenlosen Apps in den USA und Kanada an.

An der Börse zeigte sich zuletzt eine volatile Entwicklung. Die Meta-Aktie war seit dem Start von Muse bis zum 24.09.2026 um mehr als 25 % gestiegen, ausgehend von einem Kurs von $613,48 am 08.09.2026. Am 25.09.2026 gab das Papier jedoch nach und fiel um 3,33 % auf einen Schlusskurs von $751,66.

Zusätzlich zur aktuellen Debatte um Muse AI wird das Unternehmen durch rechtliche Altlasten belastet. Meta zahlt derzeit mehr als 12 Mrd. USD im Rahmen einer Klage, die sich mit den Auswirkungen der Plattformen auf die psychische Gesundheit von Jugendlichen befasst.

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