Milliarden, Dollar

Meta: Mindestens 135 Milliarden Dollar für KI-Infrastruktur geplant

Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 09:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Meta steigerte den Quartalsumsatz, während höhere Kosten den freien Cashflow ins Minus drückten und die KI-Ausgaben weiter wachsen.
Eine weitläufige elektrische Umspannstation mit Hochspannungstransformatoren und Stromleitungen in der Abenddämmerung. Illustration mit AI erstellt.

Meta Platforms forciert den Ausbau seiner technischen Kapazitäten und plant Investitionen von mindestens 135 Mrd. US-Dollar in die eigene Infrastruktur für künstliche Intelligenz, um im Wettbewerb Schritt zu halten.

Das Unternehmen hob die Untergrenze der Spanne für die Sachinvestitionen im Jahr 2026 um 5 Mrd. US-Dollar an. Der neue Korridor liegt bei mindestens 135 Mrd. US-Dollar bis maximal 145 Mrd. US-Dollar, nachdem zuvor 130 bis 145 Mrd. US-Dollar veranschlagt worden waren.

Die durchschnittliche Erwartung von Branchenanalysten für die Investitionsausgaben belief sich auf 139,79 Mrd. US-Dollar. Die Mittel fließen den Angaben zufolge in Grafikprozessoren, eigens entwickelte Halbleiter, Rechenzentren sowie die dazugehörige Strominfrastruktur.

Hohe Ausgaben belasten Cashflow trotz Umsatzwachstums

Im dritten Quartal 2026 verbuchte der US-Konzern einen Umsatz von 64,6 Mrd. US-Dollar, was einem Zuwachs von 26 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Damit übertraf Meta die Schätzungen an der Wall Street, die bei rund 63,3 bis 63,4 Mrd. US-Dollar gelegen hatten.

Der Nettogewinn belief sich auf 9,86 Mrd. US-Dollar nach 2,7 Mrd. US-Dollar im Vorjahr. Das Ergebnis je Aktie lag nach Rechnungslegungsstandard GAAP bei 3,83 US-Dollar gegenüber einer Prognose von 3,57 US-Dollar, während der bereinigte Wert 7,40 US-Dollar erreichte.

Gleichzeitig stiegen die Gesamtkosten im Quartal um 68 Prozent auf 51,6 Mrd. US-Dollar. Die operative Marge sank auf 20 Prozent, bereinigt lag sie bei 35 Prozent.

Zu den Belastungen zählte eine einmalige Rechtsbelastung von 9,9 Mrd. US-Dollar, während ein Vergleich mit 47 Bundesstaaten 17,1 Mrd. US-Dollar und ein Urteil im US-Bundesstaat New Mexico 25 Mrd. US-Dollar betrugen. Die Sachinvestitionen kletterten im dritten Quartal auf 34,91 Mrd. US-Dollar, nach 31,08 Mrd. US-Dollar im Vorquartal.

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Bis zum Quartalsende waren rund 86 Mrd. US-Dollar des Jahresbudgets ausgeschöpft. Die massiven Ausgaben drückten den freien Cashflow auf minus 2,12 Mrd. US-Dollar, nachdem dieser bereits am Ende des zweiten Quartals bei minus 784 Mio. US-Dollar und im Juni 2025 noch bei plus 8,55 Mrd. US-Dollar gelegen hatte.

Die langfristigen Schulden erhöhten sich auf 80,9 Mrd. US-Dollar gegenüber 58,7 Mrd. US-Dollar im Vorjahr. Zum Vergleich: Die gesamten Sachinvestitionen hatten im Jahr 2024 noch 39 Mrd. US-Dollar und 2025 insgesamt 72 Mrd. US-Dollar betragen.

Werbegeschäft trägt Gesamtkonzern, Verluste bei Hardware

Das Fundament des Geschäfts bildet weiterhin die Plattform-Familie. 3,64 Mrd. Menschen nutzten im September 2026 mindestens eine App des Konzerns, was einem Plus von 3 Prozent entspricht. Der Werbeumsatz der App-Sparte erreichte 63,1 Mrd. US-Dollar. Die Zahl der Werbeeinblendungen wuchs um 10 Prozent, während der Durchschnittspreis pro Anzeige um 14 Prozent anzog.

Die Anwendung Muse verzeichnete in den ersten sechs Wochen mehr als 10 Mio. Nutzer in den USA und Kanada, von denen ein Viertel den Dienst täglich nutzt, sowie über 10,5 Mio. Downloads seit dem 8. September. Bei den monatlich aktiven Nutzern zog die Plattform Threads an X vorbei. Der Personalstand sank zum Stichtag am 30. September 2026 um 15 Prozent zum Vorjahr auf 66.775 Mitarbeiter.

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Die Sparte Reality Labs verzeichnete im dritten Quartal hingegen einen Umsatzrückgang um 6 Prozent auf 443 Mio. US-Dollar bei einem Betriebsverlust von 4,1 Mrd. US-Dollar. Für das Gesamtjahr 2026 wird hier ein Verlust zwischen 18 und 19 Mrd. US-Dollar prognostiziert, für 2027 rund 15 Mrd. US-Dollar.

Neuer Ausblick und veränderte Aktienstruktur

Für das vierte Quartal 2026 erwartet Meta einen Umsatz zwischen 73 und 76 Mrd. US-Dollar. Analysten hatten mit 73,6 bis 73,73 Mrd. US-Dollar gerechnet. Die Gesamtkosten für das gesamte Jahr beziffert der Konzern auf 175 bis 179 Mrd. US-Dollar.

Zudem plant Meta die Ausgabe einer neuen stimmrechtslosen Aktienklasse über eine Aktiendividende im Verhältnis von eins zu eins, was einem Split im Verhältnis von zwei zu eins entspricht. Der Handel soll ab Januar 2027 starten. Die neue Struktur dient künftigen Kapitalbeschaffungen, Vergütungsmodellen sowie Zukäufen und festigt gleichzeitig die Stimmrechtskontrolle von Mark Zuckerberg.

Die Meta-Aktie legte im nachbörslichen Handel um rund 3 bis 5 Prozent zu. Branchenbeobachter werten die massiven Investitionspläne als Beleg für das Vertrauen des Managements, dass sich die hohen Ausgaben im Bereich künstlicher Intelligenz mittelfristig auszahlen werden.

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