Iris-Chip, Milliarden

Meta Iris-Chip: 145 Milliarden Euro für KI-Infrastruktur ab September

Veröffentlicht: 11.07.2026 um 16:19 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Meta startet Chip-Produktion, Tencent kämpft mit Kapazitätsengpässen und China nimmt Supercluster in Betrieb. Der globale KI-Ausbau beschleunigt sich.

KI-Infrastruktur-Boom: Meta, Tencent und China im Wettlauf
Zukunftsorientierter Serverraum mit blauen und violetten Leuchten und Reihen von Hochleistungsrechnern. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Meta bringt einen eigenen Chip auf den Markt, Tencent kämpft mit Kapazitätsengpässen, und China feiert den Start eines riesigen Superclusters. Der Wettlauf um Rechenleistung wird zum entscheidenden Faktor für die Zukunft der Branche.

Meta setzt auf Eigenbau: Iris-Chip kommt im Herbst

Meta startet im September 2026 die Massenproduktion seines hauseigenen KI-Chips „Iris". Das neue Bauteil hat eine sechswöchige Testphase ohne nennenswerte Komplikationen absolviert. Für die Produktion hat sich der Facebook-Konzern ein Netzwerk aus Industriepartnern aufgebaut: Broadcom ist für das Design zuständig, TSMC übernimmt die Fertigung. Langfristige Lieferverträge für Speicher, Flash-Speicher und Glasfaser-Komponenten wurden mit Samsung, Sandisk und Sumitomo Electric geschlossen.

Der Chip ist Teil einer massiven Investitionsoffensive. Meta plant für 2026 Ausgaben von bis zu 145 Milliarden Euro für den Infrastärkurausbau. Das Unternehmen will seine Rechenkapazität in diesem Jahr auf 7 Gigawatt steigern – und bis 2027 auf 14 Gigawatt verdoppeln. Langfristig denkt der Konzern sogar über ein Cloud-Geschäftsmodell nach: Man wolle externe Rechenkapazitäten vermieten, heißt es aus der Führungsetage.

Parallel dazu wächst Metas physische Präsenz. Rund 10 Milliarden Euro investiert der Konzern in sein erstes kanadisches KI-Rechenzentrum im ländlichen Alberta. Die Anlage in Sturgeon County soll eine Kapazität von einem Gigawatt bieten und mit einem geschlossenen Flüssigkühlsystem arbeiten, das komplett ohne Wasserverbrauch auskommt.

Tencent in der Kapazitätsfalle: Hy3-Modell überfordert die Systeme

Bei Tencent sorgte die Veröffentlichung des neuen KI-Modells Hunyuan 3 (Hy3) für einen Engpass. Nach dem Launch am 6. Juli 2026 schnellte die Nachfrage derart in die Höhe, dass die Wartezeiten für Nutzer innerhalb von zwei Tagen auf über 50 Prozent anstiegen.

Das Modell mit 295 Milliarden Parametern und einer Mixture-of-Experts-Architektur verbraucht deutlich mehr Token als seine Vorgänger. In einigen Anwendungen, besonders in der Integration mit der Unternehmenssoftware WorkBuddy, stieg der Verbrauch um das 20-fache. Tencent reagierte mit einer Notfall-Erweiterung der Kapazitäten und entschärfte die Situation bis zum 9. Juli.

Anzeige

Während Giganten wie Meta und Tencent die Hardware-Infrastruktur massiv ausbauen, stellen neue Regulierungen wie der EU AI Act Unternehmen vor komplexe Compliance-Herausforderungen. Dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden bietet Ihrer Rechts- und IT-Abteilung den notwendigen Überblick über alle neuen Fristen und Pflichten. EU AI Act in 5 Schritten verstehen

Das Unternehmen hat Hy3 unter der Apache 2.0-Lizenz als Open Source veröffentlicht und bewirbt es als effiziente Alternative zu größeren Modellen. In allgemeinen Benchmarks zeigte Hy3 starke Leistungen, bleibt aber in spezialisierten Programmieraufgaben hinter einigen chinesischen Konkurrenten zurück.

Chinesischer Supercluster und Nahost-Campus gehen in Betrieb

Am 10. Juli 2026 feierte China einen Meilenstein: Der Dawning 8000 – auch Dengfeng-Supercluster genannt – ging in Zhengzhou ans Netz. Die Anlage ist der erste KI-Supercluster des Landes, der mehr als 100.000 selbst entwickelte Rechenkarten nutzt. Gebaut von Sugon, ist das System in ein nationales Supercomputing-Netzwerk eingebunden, das über 1,4 Millionen Nutzer versorgt und 1.500 angepasste große Sprachmodelle unterstützt.

Im Nahen Osten entsteht ein weiteres Großprojekt: Mindstream Energy baut in Al-Risha, Jordanien, einen 400-Megawatt-KI-Campus. Die 100 Hektar große Anlage setzt auf modulare Rechenzentren und eine eigene Stromversorgung mit Erdgas. Die ersten Recheneinheiten sollen bereits in vier Monaten in Betrieb gehen – das Projekt könnte damit zu einer der größten modularen KI-Installationen der Region werden.

Anzeige

Der rasante technologische Fortschritt und die Entwicklung neuer KI-Systeme bringen nicht nur Chancen, sondern auch neue rechtliche Risiken und Dokumentationspflichten für Firmen mit sich. Compliance-Experten erläutern in diesem kostenlosen Report, welche Risikoklassen und Übergangsfristen Sie jetzt unbedingt beachten müssen. Kostenlosen Umsetzungsleitfaden zum AI Act anfordern

Lieferketten-Engpässe bremsen den Ausbau

Der rasante Ausbau der KI-Infrastruktur bringt die Zulieferindustrie an ihre Grenzen. Besonders die Lieferzeiten für Hochspannungstransformatoren sind auf über drei Jahre gestiegen. Analysten warnen, dass die Engpässe in der elektrischen Ausrüstung zum dauerhaften Hindernis werden könnten.

Die Marktforscher von Wood Mackenzie erwarten, dass die US-Rechenzentrums-Kapazität von derzeit 24 Gigawatt auf 110 Gigawatt bis 2030 anwachsen wird. Das hätte weitreichende Folgen: Rechenzentren könnten bis zum Ende des Jahrzehnts für satte 40 Prozent des gesamten Marktes für elektrische Ausrüstung verantwortlich sein. Eine enorme Herausforderung – nicht nur für die Tech-Branche, sondern für die gesamte globale Lieferkette.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

de | wissenschaft | 69745560 |