Meta halbiert Claude-Code-Nutzung: Von 60.000 auf 30.000 interne Anwender
Veröffentlicht am: 06.10.2026 um 00:14 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Technologiekonzerne Microsoft und Meta haben ihre Beschäftigten angewiesen, den internen Einsatz des Programmierassistenten Claude Code vom KI-Entwickler Anthropic deutlich zu reduzieren. Stattdessen sollen die Belegschaften verstärkt auf hauseigene Softwarelösungen zurückgreifen, wie aus einem Bericht von The Information vom 5. Oktober 2026 hervorgeht.
Drastische Budgetkürzungen bei Microsoft
Bei Microsoft wurden die internen Ausgaben für Anthropics Claude, die zuvor auf mindestens 1 Mrd. US-Dollar geschätzt worden waren, um mehr als ein Drittel gekürzt. In der Cloud-Sparte des Konzerns sank das monatliche Budget für Claude pro Kopf von 100.000 auf 10.000 US-Dollar. Die Mitarbeiter wurden angehalten, unternehmenseigene Alternativen wie GitHub Copilot sowie GitHub Copilot CLI im Bereich Experiences and Devices zu verwenden.
Die umfassendere geschäftliche Partnerschaft bleibt von diesen internen Sparmaßnahmen unberührt: Microsofts Investitionszusage an Anthropic von bis zu 5 Mrd. US-Dollar sowie Anthropics Zusage für Azure-Rechenkapazitäten im Umfang von 30 Mrd. US-Dollar haben weiterhin Bestand. Auch die Nachfrage externer Kunden nach Claude über Microsofts Unternehmensplattformen wie Azure wächst den Angaben zufolge weiter.
Vorsicht vor Datenabfluss bei Meta
Bei Meta sank die Zahl der internen Anwender von Claude Code von rund 60.000 früher im Jahr auf etwa 30.000. Diese Zahlen basieren auf internen Schätzungen anhand von Token-Verbrauch und Ausgaben. Allein in den jüngsten 28 Tagen beliefen sich Metas Aufwendungen für Claude Code auf mehr als 105 Mio. US-Dollar, nachdem der Konzern zeitweise jährliche Ausgaben von bis zu 10 Mrd. US-Dollar für Anthropic-Modelle prognostiziert hatte.
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Zwar betrafen Entlassungen im Frühjahr rund 10 % der damals etwa 78.000 Beschäftigten von Meta, doch dieser Personalabbau erklärt den Nutzungsrückgang bei Claude Code nur zum Teil. Der Konzern forciert vielmehr die Umstellung auf eigene Werkzeuge wie MetaCode, das intern von über 30.000 Personen genutzt wird, sowie Muse Code mit mehr als 6.000 Nutzenden, welches im August extern getestet wurde.
Hintergrund der Einschränkungen sind auch Sicherheitsbedenken. In der Abteilung für angewandte KI, die an Metas eigenen Modellen forscht, wurde die Nutzung von Claude Code und OpenAI Codex begrenzt. Einige Projekte wurden angehalten, andere dürfen nach menschlicher Überprüfung fortgeführt werden.
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Ein internes Memo warnte vor den Risiken einer sogenannten Model Distillation: Wenn Ausgaben fremder Modelle unbemerkt in Trainingsdaten eigener Systeme gelangen, könnte dies Partnerbeziehungen belasten. Konkrete Verstöße gegen Nutzungsbedingungen wurden bislang jedoch nicht nachgewiesen. Das Unternehmen verwies darauf, über verbindliche Richtlinien für den Einsatz von KI-Tools zu verfügen.
Folgen für externe KI-Anbieter
Weder Microsoft noch Meta bestätigten die Berichte offiziell; laut Marktbeobachtern handele es sich um Presseberichte und nicht um offizielle Unternehmensmitteilungen. Die strategische Verlagerung auf interne Systeme könnte das Aufkommen externer API-Aufrufe bei Drittanbietern dämpfen.
Für Anthropic steht dabei viel auf dem Spiel: Nach Unternehmensangaben entfallen rund 25 % des Umsatzes auf lediglich zwei nicht näher genannte Kunden. Die Meta-Aktie verzeichnete seit Jahresbeginn ein Plus von 10 %.
