Komplett-Ausstieg, New

Meta droht mit Komplett-Ausstieg aus New Mexico

04.05.2026 - 01:21:44 | boerse-global.de

Im zweiten Verfahrensteil droht Meta die Einstufung als öffentliche Gefahr. New Mexico verlangt strenge Auflagen zum Schutz Minderjähriger.

Meta droht mit Komplett-Ausstieg aus New Mexico - Foto: über boerse-global.de
Meta droht mit Komplett-Ausstieg aus New Mexico - Foto: über boerse-global.de

Vor einem Gericht in Santa Fe beginnt der zweite Teil eines Verfahrens, das weitreichende Folgen für die Zukunft von Facebook, Instagram und WhatsApp haben könnte.

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„Public Nuisance“-Phase nach Millionenstrafe

Der heutige Verhandlungstag folgt auf eine schwere Niederlage für den Tech-Konzern. Bereits im März 2026 befand eine Jury Meta für schuldig, gegen die Verbraucherschutzgesetze von New Mexico verstoßen zu haben. Die Strafe: 375 Millionen US-Dollar – umgerechnet rund 350 Millionen Euro.

Doch während es im ersten Verfahren um vergangenes Fehlverhalten und finanzielle Sanktionen ging, steht nun die grundsätzliche Frage im Raum: Sind Metas Plattformen eine „öffentliche Gefahr“ (Public Nuisance)?

Generalstaatsanwalt Raul Torrez fordert weitreichende Auflagen. Die Plattformen müssten aus Sicht des Staates grundlegend umgebaut werden – insbesondere zum Schutz Minderjähriger. Meta hingegen droht im Gegenzug damit, seine Dienste in New Mexico komplett abzuschalten. Betroffen wären rund 2,1 Millionen Einwohner.

Unmögliche Auflagen? Der Streit um die Technik

Im Zentrum des Konflikts stehen konkrete Sicherheitsauflagen, die New Mexico durchsetzen will. Besonders umstritten:

  • Altersverifikation mit mindestens 99-prozentiger Genauigkeit
  • Nutzungslimit von maximal 90 Stunden pro Monat für Minderjährige
  • Erkennungsrate für Kindesmissbrauchsmaterial (CSAM) von 99 Prozent
  • Abschaffung sogenannter süchtig machender Funktionen wie Endlos-Scrollen und Autoplay
  • Verschlüsselungsverbot für Minderjährige, um Überwachung zu ermöglichen

Meta bezeichnet diese Forderungen als „technisch nicht umsetzbar“. Das Unternehmen verweist auf bestehende Sicherheitsfunktionen und warnt vor massiven Eingriffen in die Privatsphäre der Nutzer. Generalstaatsanwalt Torrez kontert: Metas Drohung sei schlicht ein PR-Manöver, um das Gericht unter Druck zu setzen.

WhatsApp-Update: „Liquid Glass“ als Ablenkung?

Während die juristische Auseinandersetzung eskaliert, arbeitet Meta intern an der Modernisierung seiner Apps. Seit Oktober 2025 rollt ein umfassendes Redesign für WhatsApp aus, das unter dem Namen „Liquid Glass“ bekannt ist.

Erste Berichte von Anfang Mai 2026 zeigen eine schwebende Chat-Leiste und halbtransparente Navigationselemente mit Unschärfe- und Schatteneffekten. Die Sprachfunktionen wurden bereits aktualisiert, die vollständige Oberfläche wird derzeit in bestimmten iOS-Versionen getestet.

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Doch Branchenbeobachter merken an: So sehr die Optik aufpoliert wird – die grundlegenden Sicherheits- und Algorithmus-Fragen, die in New Mexico verhandelt werden, bleiben davon unberührt.

Branchentrend: Mehr Verschlüsselung, nicht weniger

Die Verhandlung in Santa Fe fällt in eine time, in der die Tech-Branche eigentlich in die entgegengesetzte Richtung steuert. Apple wird voraussichtlich am 11. Mai 2026 das Update iOS 26.5 veröffentlichen – mit einer entscheidenden Neuerung: Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für RCS-Nachrichten. Das ermöglicht erstmals sichere Kommunikation zwischen iPhone- und Android-Geräten.

Während Meta in New Mexico gezwungen werden soll, Verschlüsselung für bestimmte Nutzergruppen einzuschränken, treibt der Rest der Branche den Schutz der Privatsphäre voran. Auch Apple selbst steht unter Druck: Über 30 Klagen wegen unzureichender Sicherheitsvorkehrungen bei AirTags zeigen, wie sehr das Thema Kindersicherheit die gesamte Branche beschäftigt.

Metas Finanzlage bleibt trotz der juristischen Turbulenzen solide. Konkurrenten wie Apple meldeten zuletzt Rekordumsätze – wenn auch mit Warnungen vor steigenden Komponentenkosten. Das Geld für einen langen Rechtsstreit ist also da. Die Frage ist, ob sich Meta auf Dauer fragmentierte Regeln von Bundesstaat zu Bundesstaat leisten kann oder will.

Präzedenzfall für die gesamte USA?

Das Urteil in Santa Fe könnte weit über New Mexico hinauswirken. Sollte das Gericht die Auflagen durchsetzen und Meta tatsächlich seine Dienste einstellen, wäre dies das erste Mal, dass ein ganzer US-Bundesstaat von Facebook, Instagram und WhatsApp abgeschnitten wird.

In den kommenden Wochen werden Experten für Kindersicherheit, Algorithmus-Design und Datenschutz vor Gericht aussagen. Metas Anwälte werden voraussichtlich auf die laufenden Verbesserungen der Plattform verweisen und davor warnen, dass bundesstaatspezifische Regeln das Internet zerstückeln und unbrauchbar machen würden.

Für die 2,1 Millionen Menschen in New Mexico steht fest: Der Ausgang des Verfahrens entscheidet, ob sie ihre gewohnten Kommunikationswege behalten oder sich in den kommenden Monaten nach Alternativen umsehen müssen.

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