Muse, KI-Tool

Meta deaktiviert Muse Image: KI-Tool nach Datenschutz-Shitstorm weg

Veröffentlicht: 11.07.2026 um 21:38 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Meta zieht die KI-Funktion „Muse Image“ nach massiver Kritik an automatischer Datennutzung zurück. Auch WhatsApp-Benutzernamen sorgen für Ärger.

Meta deaktiviert KI-Tool Muse Image nach heftiger Nutzerkritik
Nahaufnahme eines Smartphones mit einem Vorhängeschloss-Symbol auf dem Bildschirm und abstrakten digitalen Linien im Hintergrund, die Datensicherheit symbolisieren. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Grund ist ein massiver Shitstorm aus Nutzern, Prominenten und Verbänden.

Die Kritik entzündete sich vor allem an zwei Punkten: Meta griff ohne explizite Zustimmung auf öffentliche Instagram-Profile zu – und aktivierte den Dienst automatisch für alle Nutzer.

Automatische Datennutzung erzürnt Nutzer

„Muse Image“ war als KI-Werkzeug für Instagram und WhatsApp konzipiert. Es konnte Bilder per Texteingabe generieren oder bestehende Fotos mit über 30 KI-Effekten verändern.

Das Problem: Meta aktivierte das Feature standardmäßig. Wer nicht wollte, dass seine Daten für das Training oder als Referenz genutzt werden, musste selbst widersprechen (Opt-out). Eine vorherige Erlaubnis (Opt-in) gab es nicht.

Die US-Schauspielgewerkschaft SAG-AFTRA bezeichnete diese automatische Zustimmung als „inakzeptabel“. Ein weiterer Kritikpunkt: KI-generierte Inhalte waren nicht ausreichend gekennzeichnet.

Meta räumte am Samstag ein, dass die Funktion ihr Ziel verfehlt habe. Man habe das Feedback gehört und ziehe das Tool vorerst zurück. In den USA war „Muse Image“ bereits in Instagram Stories verfügbar, Tests liefen in ausgewählten WhatsApp-Märkten.

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WhatsApp-Benutzernamen: Sicherheitsbedenken in Indien

Neben der KI-Panne steht Meta wegen geplanter WhatsApp-Neuerungen unter Druck. Am 29. Juni kündigte das Unternehmen Benutzernamen an – und will damit die Verknpfung zwischen WhatsApp, Instagram und Facebook über das „Accounts Center“ vertiefen.

Das indische IT-Ministerium (MeitY) forderte daraufhin am 1. Juli eine Unterbrechung der Einführung. Die Behörde warnt vor Betrug, Phishing und Identitätsdiebstahl.

Kritiker bemängeln: Frei wählbare Namen erleichtern Identitätstäuschung. Ein technischer Test zeigte, dass Namen von Politikern und Prominenten teilweise frei reservierbar waren – obwohl Meta angab, Behördennamen vorab zu sperren.

In Indien, wo WhatsApp Pay weniger als ein Prozent des UPI-Zahlungsvolumens hält, wurde die Funktion ausgesetzt.

Parallel gab es personelle Veränderungen: Kunal Shah wurde zum Global Head von WhatsApp ernannt. Dies geschah im Umfeld einer Meta-Investition von rund 900 Millionen US-Dollar in das Unternehmen CRED.

EU-Parlament verlängert Chatkontrolle

Die Datenschutz-Debatte um Meta wird durch neue EU-Regeln flankiert. Am 9. Juli stimmte das EU-Parlament für eine Verlängerung der Chatkontrolle bis April 2028.

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Die Ausnahmeregelung erlaubt Plattformen wie Meta, Google oder Microsoft, private Chats auf freiwilliger Basis nach Material zu Kindesmissbrauch (CSAM) zu scannen. Befürworter betonen den Kinderschutz, Kritiker warnen vor einer Aufweichung der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung.

Die Abstimmung war umstritten: Die für eine Ablehnung nötige absolute Mehrheit wurde nicht erreicht, doch zahlreiche Abgeordnete sprachen sich gegen die Fortführung der Massenüberwachung aus. Dienste mit strikter Verschlüsselung könnten von den Regelungen ausgenommen bleiben – für große Plattformen ist die rechtliche Grundlage für die nächsten zwei Jahre nun gefestigt.

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