Meta-Brillen, Heimliche

Meta-Brillen: Heimliche Gesichtserkennung mit Militär-Technologie entdeckt

16.06.2026 - 22:55:25 | boerse-global.de

Meta testete Gesichtserkennung in seinen Brillen mit Technologie eines Militärzulieferers. Die Funktion war in der App versteckt, wurde aber nie aktiviert.

Meta stattet Smart Glasses heimlich mit Gesichtserkennung aus
Meta-Brillen - Nahaufnahme einer intelligenten Brille mit subtilen Lichteffekten, die Daten und Gesichtserkennung symbolisieren, im Hintergrund eine verschwommene Serverlandschaft. 16.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Zum Einsatz kam Technologie von Rank One Computing (ROC) – einem Unternehmen, das normalerweise das US-Militär und Geheimdienste beliefert.

Zusammenarbeit mit Sicherheitsdienstleistern

Meta erwarb eine Softwarelizenz von ROC, die Gesichtserkennung und Liveness Detection umfasst. Das System ist für den Abgleich von bis zu zehn Millionen Gesichtsvorlagen ausgelegt. Rank One Computing erwirtschaftet rund 80 Prozent seines Umsatzes mit staatlichen Auftraggebern – darunter der US Marshals Service, das US Special Operations Command, die Navy und die Drogenbehörde DEA. Die Führungsebene des Unternehmens besteht aus ehemaligen CIA- und FBI-Beamten.

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Die Zusammenarbeit konzentrierte sich auf Prototypen, die fortschrittliche KI-Funktionen in die tragbaren Brillen integrieren sollten. Kritiker sehen in der Wahl des Partners ein deutliches Signal: Die eingesetzte Technik wurde ursprünglich für behördliche Überwachung konzipiert.

Funde in der Begleit-App

Hinweise auf die Tests fanden sich in der Begleit-App der Smart Glasses. In einer Version vom Juni 2026 entdeckten Experten inaktiven Code mit der Bezeichnung „NameTag“. Dieses Modul, das seit Januar 2026 in der App enthalten sein soll, umfasste drei KI-Modelle zur Erkennung, zum Zuschnitt und zur digitalen Verschlüsselung von Gesichtern. Die App verzeichnet über 50 Millionen Downloads.

Wäre die Funktion aktiviert worden, hätten Brillenträger Personen in Echtzeit über einen biometrischen Datenabgleich identifizieren können. Nach ersten Medienberichten entfernte Meta die Codepassagen am 5. Juni 2026 aus der Anwendung.

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Metas Positionierung zum Datenschutz

Ein Meta-Sprecher betonte, es habe sich um eine rein explorative Untersuchung gehandelt. Eine finale Entscheidung über die Einführung von Gesichtserkennungsfunktionen sei nicht gefallen. Die Technologie sei für reguläre Nutzer zu keinem Zeitpunkt aktiv gewesen. Man räumte jedoch interne Diskussionen ein – Nutzer hätten Interesse an entsprechenden Funktionen bekundet.

Sollte das Unternehmen künftig eine solche Technologie einführen, werde dies mit Bedacht und Transparenz geschehen. Der Konzern steht bei biometrischen Daten unter besonderer Beobachtung. Bereits 2021 hatte Meta sein ursprüngliches Gesichtserkennungssystem nach massiver Kritik abgeschaltet. Frühere Rechtsstreitigkeiten zum Schutz biometrischer Daten führten zu Zahlungen von rund 650 Millionen US-Dollar. Datenschutzorganisationen warnen angesichts der aktuellen Entwicklungen erneut vor den Überwachungsrisiken durch vernetzte Brillen im öffentlichen Raum.

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