Meta-Brille: Hamburgs Datenschutzbeauftragte stuft Gerät als rechtswidrig ein
Veröffentlicht am: 01.08.2026 um 15:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Hamburger Datenschutzbeauftragte Thomas Fuchs stuft die Meta-Smart-Glasses als potenziell rechtswidrig ein. Die Behörde sieht in den tragbaren Kameras einen Verstoß gegen geltendes Datenschutzrecht, da sie heimliche Bild- und Tonaufnahmen ermöglichen. Ein vollständiges Verbot der Brillen in Deutschland wird derzeit geprüft.
Getarnte Kameras oder legitime Technik?
Nach Einschätzung der Hamburger Datenschutzbehörde erfüllen die Brillen unter bestimmten Umständen die Kriterien für eine Einstufung als getarnte Kameras. Bereits jetzt hat die Behörde Bußgelder wegen rechtswidrigem Aufnahmen verhängt. Die Zuständigkeit für ein umfassendes Verkaufs- oder Nutzungsverbot liegt jedoch bei der Bundesnetzagentur. Diese prüft, ob die Geräte als verbotene Sendeanlagen im Sinne des Telekommunikationsgesetzes gelten können.
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Der Kern des Problems: Die Bauweise der Brillen erlaubt eine unauffällige Dokumentation des Umfelds. Zwar verfügen die Geräte über eine LED-Anzeige, die signalisieren soll, wenn eine Aufnahme läuft – doch genau dieser Schutzmechanismus ist angreifbar.
Aufkleber machen Aufnahme-LED wirkungslos
Ein aktuelles Experiment verdeutlicht die Schwachstellen des Sicherheitskonzepts. Mit geringem finanziellem Aufwand lässt sich die Aufnahme-LED vollständig verdecken – etwa durch einfache Aufkleber. Trotz blockierter Warnleuchte bleibt die Kamerafunktion in vollem Umfang erhalten. Heimliche Aufnahmen ohne Wissen Dritter sind damit möglich.
Meta reagierte auf die Problematik mit einem Hinweis auf die Nutzungsbedingungen. Der Konzern kündigte an, gegen absichtliche Manipulation der LED vorzugehen – bis hin zur Sperrung von Nutzerkonten. Auch die Bewerbung von Manipulationsprodukten will das Unternehmen einschränken. Zu den laufenden rechtlichen Prüfungen in Deutschland äußerte sich Meta bislang nicht.
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DuckDuckGo setzt auf Technik-Verzicht
Während die regulatorische Kritik zunimmt, positionieren sich Mitbewerber mit gegenteiligen Ansätzen. Der auf Privatsphäre spezialisierte Suchmaschinenanbieter DuckDuckGo bringt zusammen mit einem Partner eine Sonnenbrille auf den Markt, die bewusst auf Smart-Funktionen und Kameras verzichtet. In der Branche gilt das als direkter Seitenhieb auf die datengetriebenen Geschäftsmodelle von Meta und Google.
Die Entscheidung der Bundesnetzagentur könnte richtungsweisend für die Zukunft von Wearables mit Kameratechnik in Deutschland sein. Branchenexperten beobachten zudem eine wachsende Sensibilisierung für den Schutz der Privatsphäre im öffentlichen Raum – besonders bei Aufnahmen ohne ausdrückliche Zustimmung.
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