Met-HeFT, Metformin

Met-HeFT: Metformin bringt bei 940 Herzpatienten keinen Zusatznutzen

Veröffentlicht am: 03.10.2026 um 17:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Zwei dänische Medikamentenstudien fanden keinen signifikanten Effekt; bei jüngeren Patienten deutet CMR GUIDE auf einen ICD-Nutzen hin.

DANHEART und CMR GUIDE: Neue Daten zur Herzinsuffizienztherapie
Ein heller, leerer Krankenhausflur mit modernem Design und natürlichem Lichteinfall, der eine klinische Forschungsumgebung darstellt. Illustration mit AI erstellt.

Die Behandlung von Herzinsuffizienz bleibt ein dynamisches Feld der kardiovaskulären Medizin. Im Rahmen des ESC Congress 2026 vorgestellte Daten der dänischen DANHEART-Studien H-HeFT und Met-HeFT liefern wichtige Erkenntnisse darüber, welche medikamentösen Ansätze bei betroffenen Patienten messbare Effekte erzielen – und wo etablierte Annahmen hinterfragt werden müssen.

DANHEART-Daten zeigen Grenzen medikamentöser Erweiterungen auf

Im Zentrum der dänischen Forschungsinitiative standen zwei Teilprüfungen. Die Studie H-HeFT untersuchte 592 Herzinsuffizienzpatienten in Dänemark über einen Zeitraum von 7 Jahren. Die Teilnehmer wiesen ein mittleres Alter von 70 Jahren auf, der Frauenanteil lag bei 17 %. Bei der Überprüfung von H-ISDN im Vergleich zu Placebo zeigte sich kein signifikanter Unterschied bei kardiovaskulären Ereignissen.

Dieser Befund unterscheidet sich deutlich von früheren Untersuchungen wie A-HeFT, bei der bei schwarzen Herzinsuffizienzpatienten eine Reduktion der Mortalität um 43 % verzeichnet worden war.

Parallel dazu evaluierte die Met-HeFT-Studie den Einsatz von Metformin. Hierfür wurden 940 Herzinsuffizienzpatienten mit Diabetes oder Prädiabetes randomisiert entweder Metformin oder Placebo zugeteilt. Auch in dieser in Dänemark durchgeführten, doppelblinden Untersuchung zeigte sich kein signifikanter Unterschied bei kardiovaskulären Ereignissen.

Lediglich 10 % der Teilnehmer litten an Typ-2-Diabetes. Metformin blieb als Diabetesmedikament relevant, ein zusätzlicher kardioprotektiver Nutzen ließ sich jedoch nicht belegen. Eine Metaanalyse von 7 Studien einschließlich Met-HeFT bestätigte das Fehlen eines signifikanten Effekts. Positiv bewerteten Beobachter jedoch, dass weder H-HeFT noch Met-HeFT mit therapeutischen Schäden verbunden waren.

Bildgebung und Risikostratifikation in der CMR-GUIDE-Studie

Neben rein medikamentösen Ansätzen rückte auf dem Kongress auch die apparative Risikominimierung in den Fokus. Die Studie CMR GUIDE untersuchte Patienten mit Kardiomyopathie, Myokardnarben und einer linksventrikulären Ejektionsfraktion (LVEF) von 36–50 %.

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Die CMR-GUIDE-Daten zeigen: Bei Patienten unter 70 Jahren mit LVEF 36–50 Prozent und Myokardnarben sank der primäre Endpunkt unter ICD um 72 Prozent – in der Gesamtschau blieb der Unterschied jedoch nicht signifikant. Unser kostenloser Praxisleitfaden ordnet die Subgruppen-Analyse ein und zeigt, wie Sie CMR-Befund, Narbenlast und Alter in Ihrer Indikationsstellung zusammenführen. Praxisleitfaden ICD-Risikostratifikation jetzt anfordern

Insgesamt wurden 353 Probanden randomisiert einem implantierbaren Kardioverter-Defibrillator (ICD) oder einem implantierbaren Loop-Rekorder zugeteilt. Beim primären Endpunkt aus plötzlichem Herztod und schweren ventrikulären Arrhythmien ergab sich in der Gesamtschau kein signifikanter Unterschied zwischen beiden Gruppen.

Eine differenzierte Betrachtung lieferte jedoch Hinweise auf altersabhängige Effekte:
- In der Untergruppe der Patienten unter 70 Jahren war der primäre Endpunkt mit einem ICD um 72 % reduziert.
- Bei älteren Patienten zeigte sich kein entsprechender Nutzen, weshalb Fachleute größere Folgestudien fordern.
- Bei dem sekundären Endpunkt plötzlicher Herztod sank die Rate unter ICD-Versorgung von 5,8 % auf 1,7 %.

Finanziert wurde CMR GUIDE von Biotronik und zusätzlich von Pharmaunternehmen unterstützt.

Einordnung in die aktuellen ESC-Leitlinien

Die Studienergebnisse fügen sich in die Diskussionen der kardiologischen Fachwelt ein, wie sie unter anderem beim Treffen ESC Update Split zusammen mit der Kroatischen Kardiologischen Gesellschaft für die klinische Praxis erörtert wurden.

Auf der Tagung diskutierten Fachmediziner die Kongressergebnisse aus München sowie die Implikationen für die Bereiche Prävention, Arrhythmien und Herzinsuffizienz; eine nächste Ausgabe der Tagung wurde bereits angekündigt.

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Nach der Entlassung entscheidet die Titrationsgeschwindigkeit: Die ESC-Leitlinie 2026 empfiehlt die Dosissteigerung der Vierfachtherapie mindestens alle 1–2 Wochen bis zur Zieldosis, mit raschen Kontrollen über 6 Wochen. Unser kostenloser Praxisleitfaden liefert Ihnen den Wochenplan zum Abhaken – inklusive der Grenzwerte, die Sie bei Blutdruck, Nierenfunktion und Kalium im Blick behalten müssen. Titrations-Checkliste jetzt herunterladen

Den Rahmen für die Praxis bildet die ESC-Leitlinie 2026. Demnach gilt bei symptomatischer Herzinsuffizienz eine LVEF von unter 50 % als reduziert. Das empfohlene Therapiefundament setzt sich aus ACE-Hemmern oder Sacubitril/Valsartan, Betablockern, Mineralokortikoid-Rezeptorantagonisten sowie SGLT2-Hemmern zusammen.

Für die Umsetzung empfiehlt die Leitlinie eine Dosissteigerung mindestens alle 1–2 Wochen bis zur Zieldosis oder der höchsten verträglichen Dosis. Nach einer Krankenhausaufnahme sollten der rasche Beginn sowie die Titration vor der Entlassung erfolgen, gefolgt von häufigen Kontrollen über einen Zeitraum von 6 Wochen.

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