Messenger-Betrug, Deepfake-Fälle

Messenger-Betrug: Deepfake-Fälle steigen um 1.300 Prozent

02.07.2026 - 21:54:04 | boerse-global.de

Kriminelle nutzen KI und psychologische Tricks für Millionenbetrug via WhatsApp. Die Zahl der Deepfake-Fälle stieg global um 1.300 Prozent.

Messenger-Betrug: KI-Deepfakes treiben Fallzahlen rasant in die Höhe
Messenger-Betrug - Hände halten ein Smartphone, der Bildschirm zeigt betrügerische Nachrichten und Diagramme, die sich in den Augen der Person spiegeln. 02.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Täter setzen zunehmend auf Künstliche Intelligenz und raffinierte psychologische Manipulation, um hohe Geldbeträge zu erbeuten. Aktuelle Fälle aus Deutschland und Österreich zeigen das ganze Ausmaß der Professionalisierung.

Seniorin verliert 20.000 Euro – angebliche medizinische Leistungen

Im Landkreis Gotha wurde eine 73-jährige Frau Opfer eines dreisten Betrugs. Die Täter täuschten über einen Messenger-Dienst exklusive medizinische Leistungen vor. Die Seniorin zahlte 20.000 Euro mit Prepaid-Karten – erst danach flog der Schwindel auf.

Noch härter traf es einen 60-Jährigen im Landkreis Altötting. Seit März 2026 verlor er über 120.000 Euro an Anlagebetrüger. Die Masche: KI-generierte Deepfake-Videos zeigten Prominente, die für angebliche Kryptowährungsinvestitionen warben. Die Kriminalpolizei Traunstein konnte am 29. Juni einen 16-jährigen Tatverdächtigen bei einer Geldübergabe festnehmen.

Fahndungserfolge in Neu-Ulm und Innsbruck

Bereits am 27. Juni gelang den Behörden in Neu-Ulm ein Schlag gegen die Betrüger. Ein 19-Jähriger wurde festgenommen – er soll als Geldabholer für eine Gruppe agiert haben, die Opfer in fiktive Rohstofffonds für Buntmetall und Rohöl lockte.

In Innsbruck führte ein Werbevideo auf Social Media einen 32-Jährigen in die Falle. Die Betrüger lockten ihn in WhatsApp- und Telegram-Gruppen, versprachen falsche Verdienstmöglichkeiten. Das Opfer überwies einen hohen vierstelligen Betrag auf ausländische Konten.

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Dating-Apps als Einfallstor

Doch nicht nur klassische Messenger werden missbraucht. In Kaiserslautern verlor ein 32-Jähriger Mitte Juni rund 2.500 Euro in eine betrügerische Trading-App. Eine Täterin hatte über eine Dating-Plattform romantisches Interesse vorgetäuscht.

Manchmal kommen die Betrüger sogar persönlich: In Wilhelmshaven sprachen zwei Frauen eine 74-Jährige an, gaben sich als Wunderheilerinnen aus. Unter dem Vorwand eines Heilungsrituals entwendeten sie Bargeld – zurück blieb wertloses Papier.

Deepfake-Boom: Fallzahlen steigen um 1.300 Prozent

Eine Umfrage des Sicherheitsunternehmens Kaspersky aus März 2026 zeigt das Ausmaß der Bedrohung. Weltweit waren 2025 rund 56 Prozent der Internetnutzer von Betrugsversuchen betroffen – in Deutschland lag der Wert bei 39 Prozent.

Besonders alarmierend: Die Zahl der Deepfake-Betrugsfälle stieg global um schätzungsweise 1.300 Prozent. Die Verluste durch sogenannte Business Email Compromise (BEC) beliefen sich 2025 weltweit auf rund 2,8 Milliarden Euro.

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Indien meldet über 300 WhatsApp-Identitätsdiebstähle

International gibt es weitere beunruhigende Entwicklungen. Indische Behörden registrierten allein in den letzten 20 Tagen des Juni über 300 Fälle von Identitätsdiebstahl auf WhatsApp. Die Angreifer nutzen technische Schwachstellen wie DLL-Sideloading über getarnte ZIP-Dateien, um Konten zu übernehmen.

So schützen Sie sich

Die Polizei mahnt zur Vorsicht bei unaufgeforderten Kontaktaufnahmen über Messenger-Dienste. Besonders misstrauisch sollten Sie bei Geldforderungen oder Investitionsangeboten sein. Geben Sie niemals Finanzdaten an Unbekannte preis. Bei verdächtigen Nachrichten oder Anrufen gilt: sofort das Gespräch beenden.

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