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Mercury Books: Automatisierte Buchhaltung direkt im Banking-System

Veröffentlicht am: 17.09.2026 um 16:51 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Mercury führt eine integrierte Buchhaltungslösung mit KI-Steuerung ein und bietet sie bis Ende 2026 kostenlos an; danach kostet sie 35 US-Dollar monatlich.

Mercury Books automatisiert Buchhaltung direkt im Banking
Ein moderner, minimalistischer Arbeitsplatz mit geordneten Finanzunterlagen und einer Schreibtischlampe in natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Das Finanztechnologie-Unternehmen Mercury hat mit Mercury Books eine neue Lösung für die automatisierte Buchführung vorgestellt. Wie aus Berichten vom 16. September 2026 hervorgeht, ermöglicht das Tool eine doppelte Buchhaltung direkt innerhalb der Banking-Umgebung. Die Anwendung zielt darauf ab, Bankvorgänge, Kartentransaktionen sowie Rechnungs- und Zahlungsaktivitäten in Echtzeit zu kategorisieren und abzustimmen.

Echtzeit-Buchhaltung und KI-Steuerung

Mercury Books wandelt Banking-Daten unmittelbar in Buchhaltungssätze um. Dabei unterstützt das System sowohl die periodengerechte Buchführung (Accrual-Basis) als auch die Einnahmen-Überschuss-Rechnung (Cash-Basis).

Zur Funktionsweise gehört eine automatisierte Abstimmung von Transaktionen über verschiedene Kanäle hinweg. Ein integrierter KI-Agent namens Command erlaubt es Nutzern zudem, Aktionen über natürliche Sprachbefehle zu steuern, wobei jede Ausführung einer expliziten Bestätigung bedarf.

Das Angebot umfasst Schnittstellen zu gängigen Geschäftsanwendungen wie Stripe, Gusto und PayPal sowie Anbindungen an mehrere tausend Banken und Kreditkarteninstitute. Mercury, das nach eigenen Angaben über 300.000 Geschäftskunden betreut, stellt den Dienst bis Ende des Jahres 2026 kostenlos zur Verfügung.

Ab Januar 2027 soll die Nutzung 35 US-Dollar pro Monat kosten. CEO Immad Akhund verwies im Zuge der Vorstellung auf die tiefere Integration von Finanzdaten in den operativen Bankalltag.

Markttrend zur KI-Automatisierung im Rechnungswesen

Die Einführung von Mercury Books steht im Kontext einer branchenweiten Entwicklung hin zu KI-gestützten Finanzprozessen. Zeitgleich präsentierte FloQast auf der Konferenz TakeControl, die am 16. und 17. September 2026 stattfand, neue Funktionen für das Transaktionsmanagement. Ein KI-Assistent für die Prüfung von Journalbuchungen soll dort unter anderem Duplikate und fehlende Daten identifizieren.

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FloQast, das rund 3.500 Kunden wie Shopify oder Chipotle bedient, nutzt hierfür einen Audit-Risk-Score zur Bewertung von Fehlerrisiken. Zudem verstärkte sich das Unternehmen mit Lucia Wind, der Vorsitzenden des Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission (COSO), als Senior Vice President für Risk & Audit Advisory.

Auch andere Marktteilnehmer erweiterten in den letzten Tagen ihre Portfolios. Prophix veröffentlichte am 15. September 2026 das Herbst-Release seiner Plattform Prophix One, das einen autonomen Planungsagenten für das Finanzcontrolling sowie eine Banken-Integration für das Cash-Management bei über 10.000 Instituten in den USA und Kanada umfasst. Laut Unternehmensangaben konnten Kunden wie Jim's Formal Wear dadurch die Erstellung von Berichten erheblich beschleunigen.

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Xero gab bekannt, Live-Finanzdaten in ChatGPT und Claude zu integrieren, um Workflows für den Cashflow-Status oder den Monatsabschluss zu automatisieren. Für den 27. Oktober 2026 kündigte das Unternehmen, das 5 Millionen Kunden zählt, ein gemeinsames Webinar mit dem KI-Entwickler Anthropic an.

Investitionen und spezialisierte Agenten-Systeme

Im Bereich der KMU-Buchhaltung sicherte sich das Berliner Startup Integral in einer Series-A-Finanzierungsrunde 18 Millionen Euro. Die Runde wurde von Mosaic Ventures und Reid Hoffman angeführt, womit das Gesamtkapital des 2024 gegründeten Unternehmens auf über 30 Millionen Euro stieg. Integral setzt KI-Agenten ein, um den monatlichen Buchhaltungsabschluss von mehreren Wochen auf wenige Stunden zu verkürzen.

Parallel dazu lancierten Anbieter wie Findity und Bujeti spezialisierte KI-Layer für das Ausgabenmanagement und die operative Finanzverwaltung. Findity AI nutzt proaktive Agenten zur Belegprüfung, während Bujeti mit dem Tool BRAIN Funktionen zur Rechnungserfassung und zum Forderungsmanagement (Inkasso) bereitstellt. Erste Tests von Bujeti deuten darauf hin, dass automatisierte Mahnprozesse bei schwierigen Konten eine deutlich höhere Erfolgsquote erzielen können.

Ergänzt wird dieser Trend durch Veröffentlichungen von Esker und Abrigo. Esker stellte Mitte September das Synergy Agentic Framework vor, das Rechnungsausnahmen und Kreditrisiken ohne zusätzlichen Personalaufwand bearbeiten soll. Abrigo fokussiert sich mit einer neuen Automatisierungslösung auf CECL-Workflows für Banken, um Berechnungen und Varianzanalysen im Kreditrisikomanagement zu systematisieren.

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de | wissenschaft | 70118751 |