Mercedes-Benz, Mitarbeiter

Mercedes-Benz: 90.000 Mitarbeiter arbeiten länger ohne Lohnausgleich

27.06.2026 - 07:21:36 | boerse-global.de

Mercedes-Benz plant Arbeitszeitverlängerung ohne Lohnausgleich und verschiebt Millionen-Zahlungen an die Belegschaft.

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Mercedes-Benz - Ein Mercedes-Benz Autoschlüssel liegt auf Finanzberichten mit fallenden Grafen im Hintergrund, symbolisiert Sparmaßnahmen und Arbeitszeitänderungen. 27.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Mercedes-Benz plant eine Ausweitung der Arbeitszeit bei gleichbleibendem Gehalt – und verschiebt Millionen-Zahlungen an die Belegschaft.

Länger arbeiten, gleicher Lohn

Kern der aktuellen Pläne: Der Vorstand will die Kosten pro Arbeitsstunde deutlich senken. Geprüft wird eine Verlängerung der Wochenarbeitszeit ohne Lohnausgleich. Die bisher übliche 35-Stunden-Woche steht damit auf dem Prüfstand.

Aufsichtsratschef Brudermüller sprach sich bereits für eine Rückkehr zur 40-Stunden-Woche aus. Das Ziel: Die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland sichern.

Millionen-Zahlung verschoben

Neben den Arbeitszeitmodellen gibt es finanzielle Einschnitte. Der sogenannte Transformationsbaustein – eine tarifliche Sonderzahlung von 18,4 Prozent eines Monatsentgelts – wird verschoben. Ursprünglich für Juli 2026 geplant, soll die Zahlung nun erst 2027 fließen.

Betroffen sind rund 90.000 der insgesamt 108.000 Mitarbeiter in Deutschland. Für Führungskräfte plant der Konzern parallel ein neues Bonussystem.

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Gewinn halbiert – harter Sparkurs

Der Hintergrund ist dramatisch. Der Konzerngewinn von Mercedes-Benz brach 2025 von 10,4 auf 5,3 Milliarden Euro ein. Auch das erste Quartal 2026 brachte ein Minus von 17,2 Prozent.

Die Konzernführung nennt drei Hauptgründe:

  • Wachsender Wettbewerbsdruck in China
  • Erschwerte Handelsbedingungen durch Zölle und Wechselkurse
  • Hohe Produktionskosten in Deutschland

Das Sparprogramm „Next Level Performance“ soll gegensteuern. Bereits 5.000 Mitarbeiter haben den Konzern gegen Abfindung verlassen.

Betriebsrat schlägt Alarm

Die Ankündigungen lösten heftigen Widerstand aus. Der Betriebsrat kritisierte die einseitige Entscheidung des Vorstands – sie sei nicht in gemeinsamen Verhandlungen erzielt worden. Besonders die Kurzfristigkeit der Verschiebungen und der Verzicht auf Lohnausgleich stehen im Fokus.

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