Mental Load: 80 Prozent der Familien fühlen sich belastet
Veröffentlicht am: 25.07.2026 um 01:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Immer mehr Menschen suchen nach Wegen, Stress abzubauen und ihre psychische Widerstandskraft zu stärken. Regionale Akteure aus Gesundheitswesen, Bildung und Sozialarbeit reagieren darauf mit einem breiten Angebot – von Entspannungskursen bis zu Aufklärungskampagnen.
Entspannung lernen – mit Zuschuss von der Kasse
In Homburg-Erbach startet im August ein Entspannungskurs für Teilnehmer ab zehn Jahren. Eine zertifizierte Trainerin vermittelt Techniken, die den Alltag ausgleichen sollen. Besonders attraktiv: Gesetzliche Krankenkassen bezuschussen solche Kurse mit bis zu 100 Prozent.
Auch naturbasierte Ansätze boomen. Auf Gut Basthorst gibt es Kurse im sogenannten Waldbaden. Die Methode soll den Cortisolspiegel senken und nachhaltig Stress reduzieren. Auch hier übernehmen die Kassen teilweise die Kosten.
Effizienter arbeiten im Ehrenamt
Für ehrenamtlich Tätige bietet ein Workshop in Hanau im September Hilfe zur Selbstorganisation. Themen sind klassische Methoden wie das Eisenhower-Prinzip, die ALPEN-Methode oder die Pomodoro-Technik. Digitale Tools wie Trello oder Notion kommen ebenfalls zum Einsatz – das soll Überlastung vermeiden.
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Familien unter Druck: „Mental Load“ als Dauerbelastung
Eine bundesweite Tour gegen „Mental Load“ zeigt alarmierende Zahlen: Rund 80 Prozent der Familien fühlen sich mental belastet. 76 Prozent wünschen sich ein verständnisvolleres Umfeld. Das „Superstark“-Training in Emsdetten will genau hier ansetzen und das Selbstbewusstsein sowie die Resilienz von Grundschulkindern und Jugendlichen stärken.
Ein weiteres Problem: der Umgang mit digitalen Medien. Experten schätzen, dass in Deutschland etwa eine Million Kinder und Jugendliche ein riskantes Nutzungsverhalten zeigen. Das Ferienprogramm im Calendula-Zentrum in Feilbingert versucht gegenzusteuern – mit Akrobatik, Theater und Kunst statt Bildschirmzeit.
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Beratung vor Ort: Hilfe in Krisensituationen
Die Regionale Diakonie Westerwald erhält für 2026 einen Förderbescheid über rund 73.000 Euro. Das Geld fließt in die Kontakt- und Informationsstellen für psychisch kranke Menschen (KIS) in Westerburg und Montabaur. Die Einrichtungen bieten kostenfreie Unterstützung in Krisen – und unterliegen der Schweigepflicht.
Laufen gegen das Tabu
Großveranstaltungen sollen psychische Erkrankungen enttabuisieren. In Flöha ist für Ende August der „Lauf für seelische Gesundheit“ geplant. Bewegung trifft auf Information: Stände klären über Suchtvorbeugung und Ernährung auf.
Im Oktober findet in Zwickau ein Aktionstag unter dem Motto „Expedition Depression“ statt. Der Fokus liegt auf jungen Menschen. Fachvorträge, Podiumsdiskussionen und kulturelle Beiträge sollen Hemmschwellen abbauen.
In Bielefeld gibt es bereits seit Anfang des Jahres das Projekt „Nachtboje“. Gastronomiebetriebe mit einem pinken Symbol gelten als sichere Anlaufstellen für Menschen, die sich im Nachtleben unwohl fühlen.
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