Mental Health Day: Psychologin Franziska Lauter sieht hohe Nachfrage
Veröffentlicht am: 12.10.2026 um 20:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Psychische Belastungen wie Ängste und Depressionen sind unter Musikschaffenden weit verbreitet. Anlässlich des Mental Health Day 2026 am 9. Oktober rückt die Situation der Branche verstärkt in den Fokus. Hoher Konkurrenzdruck, finanzielle Sorgen, Budgetkürzungen sowie die Verunsicherung durch den Vormarsch von künstlicher Intelligenz prägen den Arbeitsalltag vieler Musikerinnen und Musiker.
Anhaltend hohe Nachfrage nach Beratung
Die Psychologin Franziska Lauter berichtet von einer unverändert hohen Nachfrage nach psychologischer Unterstützung. Die Lage der Betroffenen sei seit der Corona-Pandemie anhaltend schlecht. Während in früheren Phasen andere Sorgen im Vordergrund standen, gelte heute vor allem die finanzielle Situation als wesentliche Hauptursache für psychische Krisen.
In Kooperation mit der Interessenvertretung Pro Musik bietet Franziska Lauter Mitgliedern einmal monatlich eine kostenlose Beratung an. Dennoch betont die Psychologin, dass therapeutische oder beratende Angebote das Grundproblem nicht allein lösen können. Nach ihrer Einschätzung benötigen Musikschaffende weniger individuelle Beratung, sondern vor allem politisches Engagement durch ihre Verbände, um strukturelle Verbesserungen zu erreichen.
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Existenzdruck und Forderungen an die Politik
Besonders prekär stellt sich die Lage für Freiberufler dar. Bei Freischaffenden sei die Krise kein drohendes Szenario mehr, sondern längst Realität. Der anhaltende wirtschaftliche Druck gefährdet die berufliche Existenz vieler Künstlerinnen und Künstler.
Um fundierte Daten über die Lebensrealität der Musiker zu erhalten, startete der Verband Pro Musik die Studie mit dem Titel „Musik zählt – da geht es um Zahlen“, die sich gezielt mit der finanziellen Situation befasst.
Gleichzeitig formulieren Musikschaffende und Verbände konkrete Forderungen an die Politik. Dazu gehören Anpassungen bei den Zuverdienstgrenzen im Rahmen der Künstlersozialkasse sowie eine allgemein verbesserte soziale Absicherung, um die Unwägbarkeiten der Branche besser abzufedern.
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Neue Unsicherheiten durch künstliche Intelligenz
Neben klassischen Finanznöten sorgt die rasante Verbreitung von generativer künstlicher Intelligenz für zusätzliche Ängste bezüglich künftiger Erwerbsmöglichkeiten und des Schutzes geistigen Eigentums.
Für einen rechtlichen Lichtblick aus Sicht der Musikurheber sorgte zuletzt die Verwertungsgesellschaft GEMA, die ein Gerichtsverfahren gegen das KI-Unternehmen Suno für sich entscheiden konnte. Dennoch bleibt die Entwicklung generativer Technologien ein ständiger Unsicherheitsfaktor für freischaffende Kreative, deren wirtschaftliche Grundlagen ohnehin stark unter Druck stehen.
