Menopause, Estrogen

Menopause: Estrogen plus Testosteron steigert die Knochendichte der Wirbelsäule

Veröffentlicht am: 30.10.2026 um 03:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Bei 51 menopausalen Frauen stieg die Knochendichte der Lendenwirbelsäule unter kombinierter Hormontherapie, während Estrogen allein sie stabilisierte.
Nahaufnahme einer gesunden, porösen Knochenstruktur mit natürlichem Lichteinfall. Illustration mit AI erstellt.

In der Debatte über die medizinische Begleitung der Menopause rücken differenzierte Behandlungsansätze verstärkt in den Mittelpunkt. Im Oktober 2026 auf der Jahrestagung der US-Menopausengesellschaft vorgestellte Studienergebnisse geben neue Einblicke in die Wirkung hormoneller Therapien auf das Skelettsystem: Während eine reine Estrogengabe die Knochendichte vor allem stabilisiert, führte die zusätzliche Gabe von Testosteron zu einem messbaren Anstieg der Knochendichte an der Wirbelsäule.

Knochendichte der Lendenwirbelsäule im Fokus der Forschung

Die Untersuchung umfasste 51 menopausale Frauen, die nacheinander über einen Zeitraum von jeweils mindestens einem Jahr eine Monotherapie mit Estrogen sowie eine Kombinationstherapie aus Estrogen und Testosteron erhielten. Die Bestimmung der Knochenmineraldichte erfolgte zu Beginn der Behandlung sowie nach jeweils einem Jahr mittels Röntgenuntersuchung.

Unter der reinen Estrogengabe blieb die Knochendichte an der Lendenwirbelsäule, am Femurhals und an der Hüfte stabil, zeigte jedoch keine signifikante Steigerung. Die kombinierte Verabreichung von Estrogen und Testosteron führte hingegen zu einem Anstieg der Knochendichte an der Lendenwirbelsäule.

Diese Resultate decken sich mit Erkenntnissen einer früheren Untersuchung aus dem Jahr 2022 an Frauen im Alter zwischen 40 und 60 Jahren in den USA, die bereits eine positive Assoziation zwischen dem Testosteronspiegel und der Knochendichte im Bereich der Lendenwirbelsäule nachgewiesen hatte.

Relevanz des Zeitpunkts und kardiovaskuläre Zusammenhänge

Für den therapeutischen Erfolg spielt neben der Zusammensetzung der Präparate vor allem der Beginn der Behandlung eine entscheidende Rolle. Fachärzte betonen, dass Steroidhormone in der Regel nach einer Dauer von 8 bis 12 Wochen ihre Wirkung entfalten. Als optimales Zeitfenster für den Einsatz einer Hormontherapie gelten die ersten zehn Jahre nach der Menopause beziehungsweise ein Beginn vor Vollendung des 60. Lebensjahres.

Innerhalb dieser Spanne kann die Therapie Beschwerden wie Hitzewallungen um über 75 Prozent verringern und zugleich das Auftreten von Frakturen sowie Osteoporose reduzieren. Daten aus Spanien zeigten für das Jahr 2025, dass dort lediglich 3,7 Prozent der Frauen in den Wechseljahren eine Hormonersatztherapie in Anspruch nahmen.

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Medizinische Fachgesellschaften weisen darauf hin, dass bei einem Therapiebeginn vor dem 60. Lebensjahr zudem das Risiko für koronare Herzerkrankungen um 32 Prozent sinke, während ein Start nach dem 60. Lebensjahr diesen Nutzen nicht mehr aufweise.

Bei der Bewertung möglicher Gefahren verweisen Experten zudem darauf, dass die Risiken in der historischen WHI-Studie aus dem Jahr 2002 überschätzt worden seien.

Wirkungsweise auf den Knochenstoffwechsel und Kontrollen

Hinsichtlich der Skelettgesundheit räumt die medizinische Fachliteratur mit wiederkehrenden Missverständnissen auf. Eine reguläre Hormonsubstitution mit Östrogen und Gestagen verursacht keine Osteoporose. Vielmehr schützt sie die Knochendichte, indem sie den vorzeitigen Knochenabbau über die Hemmung der Osteoklasten bremst.

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Die mitunter geäußerte Befürchtung eines knochenschädigenden Effekts beruht häufig auf einer verwechslung mit der Glukokortikoid-induzierten Osteoporose. Bei einer fachgerechten Anwendung besteht kein erhöhtes Osteoporoserisiko; begleitend wird jedoch die regelmäßige Kontrolle der Knochendichte sowie der Kalziumwerte im Rahmen der Therapie empfohlen.

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