Menopause: 40 Millionen Fehltage jährlich durch unbehandelte Beschwerden
01.06.2026 - 17:30:40 | boerse-global.deFachleute fordern eine Enttabuisierung und bessere Beratungsangebote.
Psychische Belastungen ernst nehmen
Die Wechseljahre gehen häufig mit psychischen Herausforderungen einher. Expertin Adaeze Wolf betont: Halten depressive Phasen über drei bis vier Wochen an, ist professionelle Hilfe ratsam.
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Neben Therapie spielen Mikronährstoffe eine Rolle. Wolf empfiehlt Vitamin D, Omega-3-Fettsäuren und Magnesium. Ein Vitamin-D-Mangel wird oft mit depressiven Verstimmungen in Verbindung gebracht, Magnesium und Omega-3-Fettsäuren helfen bei Nervosität und Schlafproblemen.
Spezielle Workshops setzen auf moderne Therapieansätze. Ein Programm in Altdorf im Mai 2026 nutzte Akzeptanz- und Commitmenttherapie (ACT) sowie Compassion-Focused Therapy (CFT). Zielgruppe: Frauen ab 35 Jahren.
Wirtschaftliche Folgen sind enorm
Die Barmer-MenoSupport-Studie von 2024 zeigt: 74 Prozent der betroffenen Frauen leiden unter Leistungseinschränkungen. Für die Hälfte droht sogar ein Karrierestopp. Unbehandelte Beschwerden verursachen jährlich rund 40 Millionen Fehltage.
Dr. Manuela Bartlang bietet Unternehmen Coaching an, um das „Brain Capital“ der Mitarbeiterinnen zu erhalten. Ihr Ziel: Die Menopause im betrieblichen Gesundheitsmanagement verankern.
Die Berliner Grünen forderten Ende Mai 2026 eine verbindliche Frauengesundheitsstrategie. Ihr Antrag sieht einen Aktionsplan für die Wechseljahre vor. Rund neun Millionen Frauen in Deutschland leiden unter Beschwerden, die den Arbeitsalltag beeinträchtigen.
Viele Frauen bemerken in dieser Lebensphase auch eine nachlassende Konzentration, die oft fälschlicherweise als bloße Alterserscheinung abgetan wird. Mit gezielten Alltagsübungen können Sie Ihre geistige Fitness effektiv schützen und Demenz aktiv vorbeugen. Kostenlosen Ratgeber für geistige Fitness hier herunterladen
Hormonersatztherapie im Wandel
Die Diskussion um Hormonersatztherapie (HRT) hat sich verändert. Eine Studie von 2001 schädigte zunächst ihren Ruf – wurde aber 2016 als fehlerhaft eingestuft. Moderne bioidentische Präparate gelten heute in geringen Dosierungen als gut verträglich.
Ein Gesundheitsatlas der AOK aus Herbst 2025 belegt den Zusammenhang zwischen Wechseljahren und Osteoporose. In Sachsen-Anhalt sind 5,8 Prozent der Bevölkerung ab 35 Jahren betroffen – bundesweit der höchste Wert. Bei Frauen ab 90 Jahren liegt die Rate dort bei fast 35 Prozent.
Strukturelle Defizite in der Versorgung
Prof. Dr. Bettina Pfleiderer von der Universität Münster kritisiert: Beschwerden von Frauen würden systematisch bagatellisiert. Die Gendermedizin fordert, geschlechterspezifische Unterschiede stärker zu berücksichtigen – in Italien ist das bereits gesetzlich verankert.
Auch Österreich arbeitet an der Enttabuisierung. Das Sozialministerium stellte Ende Mai 2026 einen Menstruationsgesundheitsbericht vor, der auch die Wechseljahre umfasst.
Mediziner weisen zudem darauf hin, dass Diagnosen wie ADHS bei Frauen oft spät oder gar nicht gestellt werden. Symptome wie Konzentrationsschwäche werden fälschlicherweise anderen Lebensphasen zugeschrieben.
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