Menopause: 16 Blutproteine hängen mit beschleunigter Alterung des Gehirns zusammen
Veröffentlicht am: 01.11.2026 um 08:42 Uhr | Redaktion boerse-global.deEine Forschungskooperation der University of California, San Francisco (UCSF) und der University of Toronto liefert neue Einblicke in die molekularen Veränderungen während der Menopause.
Wissenschaftler identifizierten eine Gruppe von 16 Blutproteinen, deren Konzentration sich über die verschiedenen Phasen der Menopause hinweg konsistent veränderte. Diese Veränderungen korrelierten stärker mit dem menopausalen Status als mit dem kalendarischen Alter.
Proteinveränderungen und kognitive Risiken
In der Untersuchung analysierten Madeline Wood Alexander, Kaitlin Casaletto und Rowan Saloner zunächst mehr als 100 Proteine im Blut von 80 Frauen im Alter zwischen 43 und 58 Jahren. Die beobachteten Verschiebungen bei den 16 spezifischen Proteinen ließen sich anschließend in einer größeren Kohorte von 2.814 Frauen aus der UK Biobank bestätigen.
In einer Veröffentlichung im Fachjournal Nature Medicine wird dargelegt, dass diese 16 bei postmenopausalen Frauen erhöhten Proteine funktionell mit der Immunantwort, der synaptischen Funktion sowie Stoffwechselprozessen zusammenhängen. Bei Frauen gleichen Alters traten molekulare Muster zutage, die auf eine beschleunigte biologische Alterung über verschiedene Organe und Zelltypen hinweg hinwiesen, einschließlich des Gehirns.
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Die Auswirkungen dieser Marker reichen bis in spätere Lebensphasen: Bei 11.925 älteren Frauen mit einem Durchschnittsalter von 61 bis 72 Jahren, die in vier Gruppen untersucht wurden, waren die höchsten Proteinspiegel mit schlechteren Ergebnissen in Gedächtnis- und Denktests verknüpft. Zudem ging ein höherer Proteinscore mit einem um etwa 15% höheren Risiko für eine Alzheimer-Demenz einher.
Entzündungsmarker, Hormone und Symptome
Die Forschungsdaten zeigen differenzierte Zusammenhänge zwischen Hormonspiegeln und Biomarkern: Während Entzündungsmarker mit sinkenden Östrogenspiegeln anstiegen, nahmen Alzheimer-Marker mit steigendem Follikelstimulierendem Hormon (FSH) zu.
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Auffälligkeiten zeigten sich zudem bei spezifischen menopausalen Symptomen. Starke Nachtschweiße in der Lebensmitte gingen mit erhöhten Entzündungsproteinen einher, ein Zusammenhang, der über Jahrzehnte hinweg nachweisbar blieb. Bei Hitzewallungen allein zeigte sich hingegen keine vergleichbar deutliche Korrelation mit dem Proteinmuster.
Ein ähnliches Proteinmuster ist den Daten zufolge auch bei Männern vorhanden und insgesamt sogar höher ausgeprägt, entwickelt sich dort jedoch deutlich langsamer über Jahrzehnte hinweg.
Forschungsstand und methodische Grenzen
Die beteiligten Wissenschaftler betonen, dass es sich um Beobachtungsstudien handelt. Ein Kausalnachweis liegt nicht vor, sodass die Daten rein korrelative Zusammenhänge beschreiben. Ein klinischer Test steht derzeit nicht zur Verfügung; die Methode fungiert bislang ausschließlich als Forschungswerkzeug.
Fachleute sehen in der Menopause dennoch ein mögliches Zeitfenster, um gezielte Präventionsstrategien zu erforschen. Um die langfristigen dynamischen Veränderungen detaillierter zu analysieren, ist für November 2026 der Start des Longitudinal Menopause Project vorgesehen.
