Melatonin, Schmerzen

Melatonin reduziert Schmerzen um neun Punkte: Metaanalyse mit 2.000 Teilnehmern

Veröffentlicht: 09.07.2026 um 12:41 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Eine neue Studie der Goethe-Universität zeigt, dass Magnesium bei Krämpfen nicht besser wirkt als ein Placebo. Die Ursache liegt in überreizten Nerven.

Magnesium gegen Krämpfe: Frankfurter Studie widerspricht gängiger Meinung
Eine schwangere Frau berührt sanft ihren Bauch, während sie über alternative Schmerzbehandlungen nachdenkt. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Eine Frankfurter Studie stellt den Klassiker infrage. Die Goethe-Universität belegt: Weder 250 mg noch 500 mg Magnesium zeigen einen signifikanten Effekt gegenüber Placebo. Die Ursache liegt laut Fachleuten woanders.

Krämpfe: Neurologisches Problem, nicht Mineralstoffmangel

Überreizte Alpha-Motoneurone lösen die unwillkürlichen Muskelkontraktionen aus – nicht ein Magnesiumdefizit. Wirksamer sind regelmäßiges Training, gezieltes Dehnen und Elektrolyte aus der Nahrung. Gesalzene Nüsse, Bananen oder Apfelschorfe mit Salz helfen. Auch Essiggurken-Wasser zum Gurgeln kann die Überreizung unterbrechen.

Melatonin als Schmerzmittel?

Eine Metaanalyse von 23 Studien mit über 2.000 Teilnehmern zeigt: Melatonin reduziert chronische muskuloskelettale und postoperative Schmerzen um durchschnittlich neun Punkte auf einer Skala von 0 bis 100. Das entspricht etwa der Wirkung von Paracetamol. Zudem verbessert sich die Schlafqualität. Drei bis zehn Milligramm täglich über maximal drei Monate gelten als sicher, leichte Nebenwirkungen wie Übelkeit oder Schwindel sind möglich.

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Paracetamol in der Schwangerschaft: Entwarnung

Eine Großstudie im „JAMA Internal Medicine" vom 29. Juni 2026 bringt Klarheit. Über 700.000 Mutter-Kind-Paare in Hongkong wurden von 2001 bis 2023 analysiert. Ergebnis: Kein kausaler Zusammenhang zwischen Paracetamol in der Schwangerschaft und Autismus oder ADHS. Ein Geschwistervergleich zeigt: Familiäre Faktoren sind die eigentliche Ursache.

Wassergeburten: Weniger Schmerz, aber nicht für alle

Wassergeburten senken den Blutdruck, fördern die Entspannung und reduzieren medizinische Interventionen. Die Methode ist jedoch nicht für jede Schwangerschaft geeignet – bei Zwillingen oder Beckenendlage raten Ärzte ab.

Die Risiken unbegleiteter Entbindungen ohne Fachpersonal sind dagegen enorm. Recherchen dokumentieren zahlreiche Fälle von Totgeburten und mütterlichen Notfällen. Kritik richtet sich gegen Organisationen ohne medizinische Qualifikation, die solche Alleingeburten propagieren.

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Investitionen in die Hebammenausbildung

Hessen legt ein 22-Millionen-Euro-Programm für 2021 bis 2027 auf. Ziel: Jährlich mindestens 140 Studienplätze für Hebammenwissenschaften in Fulda, Frankfurt und Gießen.

Wachstumsschmerzen bei Kindern: Harmlos, aber quälend

25 bis 35 Prozent der Drei- bis Zwölfjährigen leiden unter Wachstumsschmerzen. Sie treten abends oder nachts auf, meist beidseitig in den Beinen. Die Ursachen sind unklar, die Beschwerden gelten als harmlos. Wärme, Massagen und elterliche Zuwendung helfen. Warnsignale wie Fieber, Schwellungen oder Hinken erfordern dagegen ärztliche Abklärung.

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