Melatonin, Meta-Analyse

Melatonin: Meta-Analyse belegt Schmerzlinderung wie Ibuprofen

02.07.2026 - 14:22:02 | boerse-global.de

Australische Forscher belegen: Melatonin lindert chronische Schmerzen ähnlich effektiv wie NSAR und verbessert die Schlafqualität.

Melatonin gegen Schmerzen: Neue Studie zeigt Wirkung wie Ibuprofen
Melatonin - Eine Person hält ihr schmerzendes Handgelenk, im unscharfen Hintergrund ist ein Melatonin-Pillenfläschchen zu sehen. 02.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Eine Meta-Analyse der Universität Sydney zeigt: Melatonin lindert chronische Schmerzen im Bewegungsapparat – und das so effektiv wie Ibuprofen.

Die Forscher um Kangchao Wu werteten 23 klinische Studien mit über 2000 Probanden aus. Das Ergebnis: Melatonin senkte die Schmerzintensität um durchschnittlich 9 bis 10 Punkte auf einer 100er-Skala. Die Qualität der Evidenz stuften die Wissenschaftler als niedrig bis moderat ein.

Wirkung vergleichbar mit klassischen Schmerzmitteln

Die beobachtete Schmerzlinderung ist demnach vergleichbar mit nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen oder Aspirin, aber auch mit Paracetamol und leichten Opioiden. Ein wichtiger Unterschied: Melatonin verbesserte zusätzlich die Schlafqualität der Patienten – ein entscheidender Faktor, da chronische Schmerzen und Schlafstörungen sich gegenseitig verstärken.

Doch Vorsicht: Melatonin ist kein Wundermittel. Die Autoren betonen, dass es herkömmliche Schmerzmittel nicht ersetzen kann. Es eignet sich als ergänzende Therapie in einem multimodalen Behandlungskonzept.

Für akute postoperative Schmerzen konnten die Forscher dagegen keinen klaren Vorteil belegen. Die Wirkung zeigt sich vor allem bei chronischen Beschwerden.

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Dosierung und Sicherheit

In den Studien kamen Dosierungen zwischen 1 und 10 Milligramm zum Einsatz. Bei chronischen Schmerzen lag die häufigste Dosis bei 3 Milligramm, eingenommen vor dem Schlafengehen. Eine eindeutige Dosis-Wirkung-Beziehung ließ sich nicht nachweisen – mehr Melatonin bedeutet nicht automatisch stärkere Schmerzlinderung.

Die Sicherheit bewerten die Forscher bei einer Anwendung unter drei Monaten als gut. Mögliche Nebenwirkungen: Übelkeit, Schwindel, Kopfschmerzen oder Tagesmüdigkeit. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnt zudem vor möglichen Wechselwirkungen mit Blutdruck, Körpertemperatur und Blutzuckerspiegel. Schwangere und Stillende sollten auf Melatonin verzichten.

Unterschiedliche Regeln weltweit

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Die rechtliche Einordnung von Melatonin variiert stark. In Australien ist es rezeptpflichtig. In den USA wird es als Nahrungsergänzungsmittel verkauft – ohne Prüfung durch die Arzneimittelbehörde FDA. In Deutschland und Europa gelten je nach Dosierung und Zweckbestimmung unterschiedliche Regeln.

Die Studie wurde Ende Juni 2026 im Fachjournal PAIN veröffentlicht.

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