Melatonin, Langzeiteinnahme

Melatonin: Langzeiteinnahme erhöht Herzinsuffizienz-Risiko um 90%

Veröffentlicht: 16.07.2026 um 00:51 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Neue Studie zeigt deutlichen Zusammenhang zwischen dauerhafter Melatonin-Einnahme und erhöhtem Risiko für Herzinsuffizienz.

Melatonin-Studie: 90% höheres Herzrisiko bei Langzeiteinnahme
Ein stilisiertes menschliches Herz mit leuchtenden Adern und einem EKG-Muster, das Risiken für die Herzgesundheit darstellt. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Das legt eine neue Studie nahe, die auf den AHA Scientific Sessions 2025 vorgestellt wurde.

90 Prozent höheres Risiko

Die Beobachtungsstudie wertete Daten von 130.828 Erwachsenen mit chronischer Insomnie aus. Die Forscher verglichen Personen, die über mindestens zwölf Monate Melatonin einnahmen, mit einer Kontrollgruppe ohne Langzeitanwendung.

Das Ergebnis: Bei den Langzeitnutzern war das Risiko für eine Herzinsuffizienz um 90 Prozent erhöht. Auch die Hospitalisierungsrate unterschied sich deutlich: Sie lag bei 19 Prozent in der Melatonin-Gruppe, in der Vergleichsgruppe bei 6,6 Prozent. Die Sterblichkeit betrug 7,8 Prozent gegenüber 4,3 Prozent.

Experten wie Prof. Dr. Ferdinand Vogt warnen jedoch vor voreiligen Schlüssen. Die Studie zeige zwar eine Korrelation, aber keinen direkten Kausalnachweis. Klar sei aber: Wer Melatonin dauerhaft einnimmt, sollte dies ärztlich begleiten lassen. Die Kurzzeitanwendung gilt weiterhin als sicher.

Behörden verschärfen Kontrollen

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Parallel zu den neuen Erkenntnissen gehen Aufsichtsbehörden weltweit gegen illegale Melatonin-Produkte vor. Im Juni 2026 verhängte die australische TGA Bußgelder von insgesamt 99.000 US-Dollar gegen ein Pharmaunternehmen. Grund: die illegale Einfuhr nicht zugelassener Präparate.

Die Behörden warnen zudem vor gefälschten Produkten aus inoffiziellen Quellen. Verunreinigungen oder falsche Dosierungen könnten zusätzliche Gesundheitsrisiken bergen.

Teil einer größeren Entwicklung

Die Melatonin-Debatte reiht sich in umfassendere Bemühungen der Fachgesellschaften ein. Im Juli 2026 veröffentlichten die American Heart Association und das American College of Cardiology neue Leitlinien zum sogenannten CKM-Syndrom. Sie beschreiben die komplexe Vernetzung von Herz, Nieren und Stoffwechsel.

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Auch die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin aktualisierte im April ihre Empfehlungen. Bewegungstherapien zur Reduktion von Herz-Kreislauf-Risiken stehen dabei im Fokus. Bei Medikamenten raten Fachleute zu strenger Kontrolle von Entzündungsprozessen.

Forschungen aus dem Jahr 2026 in der Zeitschrift Cardiovascular Research belegen zudem: Entzündungen – etwa durch erhöhte Oxalatspiegel – können Nieren- und Herzschäden fördern. Solche systemischen Zusammenhänge erklären, warum die unkritische Dauereinnahme von hormonell wirksamen Substanzen wie Melatonin zunehmend in der Kritik steht.

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