Melatonin, Schmerzen

Melatonin gegen Schmerzen: Metastudie belegt 9-Punkte-Reduktion

Veröffentlicht am: 14.07.2026 um 23:31 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Studien belegen Schmerzlinderung durch Melatonin und Elektrostimulation. Neue Verfahren wie Ultraschall und aufmalbare Elektroden zeigen vielversprechende Ergebnisse.

Neue Forschung: Melatonin und TENS gegen chronische Schmerzen
Eine Hand hält eine leuchtende Kugel, während im Hintergrund abstrakte Lichtmuster Elektrostimulation symbolisieren. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Zwei aktuelle Studien zeigen vielversprechende Ansätze.

Melatonin als Schmerzmittel?

Forscher der Universität Sydney haben 23 Studien mit über 2.000 Teilnehmern ausgewertet. Das Ergebnis: Melatonin senkt die Schmerzintensität um durchschnittlich neun Punkte auf einer Skala von 0 bis 100. Die am 14. Juli im Fachjournal PAIN veröffentlichte Metastudie belegt zudem eine verbesserte Schlafqualität.

„Melatonin kann klassische Schmerzmittel nicht ersetzen", so die Autoren. Als ergänzende Maßnahme sei es jedoch geeignet. Leichte Nebenwirkungen wie Übelkeit oder Schwindel wurden dokumentiert.

Parallel dazu untersuchte die Wenzhou Medical University den Hormoneinsatz bei operativen Eingriffen. Melatonin fördert die Blutgefäßneubildung und schützt Hautlappen vor dem Absterben. Das berichtet das Fachblatt Burns & Trauma.

Elektrostimulation gegen Fibromyalgie

Die transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS) zeigt bei Fibromyalgie-Patienten deutliche Effekte. Eine US-Studie mit 384 Teilnehmern belegt: Bei täglicher Anwendung von etwa einer Stunde sinkt das Schmerzempfinden nach 60 Tagen um 1,2 Punkte auf einer zehnstufigen Skala.

81 Prozent der Probanden bewerteten die Behandlung als hilfreich. Schwere Nebenwirkungen traten nicht auf.

Auch bei Hyperhidrose, krankhaftem Schwitzen, kommt Elektrostimulation zum Einsatz. Die Iontophorese reduziert die Schweißproduktion um 50 bis 90 Prozent. Das Verfahren verändert reversibel die Funktion der Schweißdrüsen.

Ultraschall für besseren Schlaf

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Die Universität Texas testete den sogenannten NEUSLeeP-Patch. Das System nutzt Ultraschall zur Stimulation von Hirnregionen, die den REM-Schlaf steuern. Bei 28 Probanden verlängerte sich die REM-Phase um 16 Minuten, die Einschlafzeit verkürzte sich um 43 Minuten.

Aufmalbare Elektroden

Die Penn State University präsentierte am 13. Juli in PNAS eine revolutionäre Methode zur Vitaldatenmessung. Eine leitfähige Polymerfarbe auf Basis von PEDOT:PSS wird direkt auf die Haut aufgetragen. Diese „aufmalbaren Elektroden" messen EKG-, EMG- und EEG-Signale – vergleichbar mit herkömmlichen Gel-Elektroden.

Die Elektroden haften über zwölf Stunden und bleiben auch bei Bewegung funktionsfähig.

Optogenetik gegen Schmerzen

Ein chinesisches Team des Xi'an Instituts für Optik entwickelte ein drahtloses optogenetisches System. Nahinfrarotlicht aktiviert Nanopartikel im Körper, die blaues Licht emittieren. Dadurch werden spezifische Schmerzneuronen deaktiviert. In Mausmodellen führte dies zu deutlicher Schmerzreduktion.

EU-Projekt und neue Leitlinien

Das EU-Projekt „xPEDition" der Universitätsmedizin Oldenburg und der Universität Groningen startete am 13. Juli. Ziel ist es, die Mechanismen chronischer Schmerzen zu entschlüsseln. Bei Fibromyalgie-Patienten wurde eine verstärkte Aktivierung der Schmerzzentren im Gehirn nachgewiesen.

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Die aktualisierte S3-Leitlinie „GeriPAIN" vom 13. Juli thematisiert die Schmerztherapie bei älteren Patienten. Im Fokus stehen die veränderte Verstoffwechselung von Schmerzmitteln und die Risiken einer Multimedikation.

Eine Studie bei 184 Frauen zeigt zudem: Ein ausgeprägter Vitamin-D-Mangel erhöht das Risiko für starke postoperative Schmerzen nach Brustkrebs-Operationen um das Dreifache.

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