Melatonin gegen Schmerzen: Metaanalyse belegt 9-Punkte-Reduktion
Veröffentlicht am: 18.07.2026 um 14:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine neue Metaanalyse liefert konkrete Zahlen.
Forscher der University of Sydney werteten 23 Studien mit insgesamt 2028 Teilnehmern aus. Das Ergebnis: Melatonin senkte die Schmerzintensität bei chronischen Beschwerden um durchschnittlich 9 Punkte auf einer Skala von 0 bis 100.
Wirkung hängt von der Schmerzart ab
Die Analyse zeigt deutliche Unterschiede. Bei chronischen Schmerzen war der Effekt signifikant. Bei postoperativen Schmerzen hingegen half das Hormon kaum – hier lag die Reduktion bei nur 2,5 Punkten, klinisch irrelevant.
Die schmerzlindernde Wirkung bei chronischen Leiden ist laut Studie vergleichbar mit Paracetamol, Ibuprofen oder leichten Opioiden. Zwei Mechanismen sollen dahinterstecken: Melatonin wirkt entzündungshemmend und antioxidativ. Zudem verbessert es den Schlaf, was die Schmerztoleranz erhöht.
Die Dosierungen in den Studien lagen zwischen 1 und 10 Milligramm. Eine optimale Dosis für die Schmerztherapie ließ sich bislang nicht ableiten.
Vorsicht bei Selbstmedikation
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Trotz der positiven Daten warnen Fachleute vor unkontrollierter Einnahme. Kurzzeitig über ein bis zwei Monate gilt Melatonin als sicher. Mögliche Nebenwirkungen: Übelkeit, Schwindel, Kopfschmerzen und Benommenheit am Tag.
Besondere Vorsicht gilt bei Leber- oder Nierenerkrankungen sowie Autoimmunerkrankungen. Mediziner betonen: Melatonin ersetzt keine etablierte Schmerztherapie, sondern kommt allenfalls ergänzend nach ärztlicher Rücksprache infrage.
In den USA ist das Hormon rezeptfrei erhältlich, in Großbritannien und anderen Ländern verschreibungspflichtig.
Alternative Ansätze in der Forschung
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Neben Medikamenten rücken auch technische Lösungen in den Fokus. Eine 18-monatige Studie testete ein tragbares Neuromodulationsgerät mit Millimeterwellen bei 185 Fibromyalgie-Patienten. Nach 72 Wochen sank die Schmerzintensität von 56,7 auf 35,4 Punkte.
Auch nicht-medikamentöse Strategien zeigen Erfolge. Bei Reflux-Patienten erzielte eine Kombination aus spezieller Ernährung und Stressreduktion über drei Monate eine Ansprechrate von 81 Prozent. Die Bedeutung interdisziplinärer Ansätze wird damit immer deutlicher.
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