MedSafetyWeek: 139 Partner in 129 Ländern rufen zum Melden von Nebenwirkungen auf
Veröffentlicht am: 02.11.2026 um 08:48 Uhr | Redaktion boerse-global.deInternationale Initiativen zur Pharmakovigilanz setzen verstärkt darauf, das Meldeverhalten von Patienten und medizinischem Fachpersonal zu verbessern. Vom 2. bis 8. November 2026 bündelt die globale Kampagne MedSafetyWeek, initiiert unter Beteiligung des Uppsala Monitoring Centre und der Weltgesundheitsorganisation, entsprechende Aufklärungsmaßnahmen.
Unter dem Motto, Nebenwirkungen nicht zu ignorieren, sondern zu melden, beteiligen sich 139 Partnerorganisationen in 129 Ländern mit Informationsmaterialien in 61 Sprachen. Zentraler Grundsatz der Initiative ist, dass eine Meldung bereits bei einem bloßen Verdacht sinnvoll ist, auch wenn ein Kausalzusammenhang noch nicht gesichert nachgewiesen werden kann.
Meldesysteme in Deutschland und Österreich
In Deutschland unterstützen das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) und das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) die weltweite Aktion erneut. Meldungen aus der Bevölkerung sowie von Angehörigen der Heilberufe werden zentral über das gemeinsame Online-Portal entgegengenommen und behördlich ausgewertet.
In Österreich begleiten das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG) und der Verband der pharmazeutischen Industrie Österreichs (PHARMIG) die Bestrebungen. Meldungen können dort über Ärzte, Apotheken, Pharmaunternehmen oder direkt über das behördliche Meldeportal eingereicht werden.
Das BASG prüft die eingehenden Berichte und leitet sie an die europäische Nebenwirkungsdatenbank der Europäischen Arzneimittel-Agentur weiter, wo ein spezialisierter Expertenausschuss die Daten analysiert.
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Bei gehäuften Hinweisen folgen behördliche Maßnahmen, die von zusätzlichen Fachinformationen über Anpassungen der Packungsbeilage bis hin zu geänderten Anwendungsempfehlungen reichen. Alexander Herzog, Generalsekretär der PHARMIG, unterstrich in diesem Kontext, dass jeder einzelne Hinweis zur Arzneimittelsicherheit beitrage.
Spezifische Risikosituationen und internationale Abläufe
Behörden in verschiedenen europäischen Ländern verweisen auf typische Risikokonstellationen. Die Bulgarische Arzneimittelagentur und die griechische Behörde EO? betonen, dass unerwünschte Reaktionen vor allem bei neuen Medikamenten, Dosisanpassungen oder Wechselwirkungen durch Mehrfachmedikation sowie die gleichzeitige Einnahme pflanzlicher Produkte und bestimmter Lebensmittel entstehen können.
Nebenwirkungen treten bisweilen unmittelbar, teilweise jedoch erst schleichend nach langer Einnahme oder nach dem Absetzen auf; manche Veränderungen verlaufen stumm und lassen sich nur durch Labortests erkennen. Die griechische Behörde ruft über das System der Gelben Karte zur Erfassung auf.
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In Frankreich verweist das Gesundheitsministerium auf sein Meldeportal und die regionalen Pharmakovigilanz-Zentren. Für eine fundierte Bearbeitung sind genaue Angaben wie Medikamentenname, Dosis, Einnahmedaten, Symptome, Chronologie und weitere Behandlungen erforderlich. Bei akuten Notfällen wie Atemnot oder schweren Schwellungen verweisen die französischen Leitlinien auf die Notrufnummern 15 und 112.
Maßnahmen in Asien
Außerhalb Europas ruft die malaysische Arzneimittelbehörde NPRA im Rahmen ihrer sechsten Teilnahme an der MedSafetyWeek dazu auf, Nebenwirkungen über die nationale Behördenseite oder Einrichtungen vor Ort zu übermitteln. Jede Meldung fördere das Verständnis für Arzneimittelrisiken im Alltag.
In Südkorea führen die Lebensmittel- und Arzneimittelsicherheitsbehörde (MFDS) gemeinsam mit dem Korea Institute of Drug Safety and Risk Management (KIDS) und 28 regionalen Arzneimittelsicherheitszentren vom 2. bis 18. November 2026 eine eigene Sicherheitskampagne durch.
Die südkoreanische Initiative setzt neben Schulungen für Ärzte und Patienten auf Videokooperationen sowie Informationsstände auf Fachkongressen. Ziel ist es, sowohl die Meldequoten zu erhöhen als auch die Beratung zum dortigen Schadensausgleichssystem bekannter zu machen.
