Medizintechnikgesetz: Vietnam plant Risikoklassen in vier Stufen
Veröffentlicht am: 04.10.2026 um 17:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Beschaffung medizintechnischer Ausrüstung steht im Mittelpunkt gesundheitspolitischer Beratungen in Vietnam. Im Rahmen parlamentarischer Ausschussberatungen über Änderungen mehrerer Gesundheitsgesetze wurde thematisiert, vor welch grundlegenden Problemen das medizinische Personal und die Klinikleitungen des Landes derzeit stehen.
Die Debatte verdeutlicht, dass rechtliche Unsicherheiten und organisatorische Bedenken die Anschaffung essenzieller Geräte belasten – selbst in Situationen, in denen Engpässe drohen.
Zögerliche Beschaffung trotz drohender Engpässe
In den parlamentarischen Beratungen schilderte die Abgeordnete Ph?m Thu Xanh die Situation vor Ort. Wie vietnamesische Medienberichte vom 4. Oktober 2026 darlegen, bestehe beim medizinischen Personal eine ausgeprägte Furcht vor dem Kauf von Medizintechnik.
Diese Verunsicherung gehe so weit, dass viele Gesundheitseinrichtungen davor zurückschreckten, dringend benötigte Gerätschaften zu erwerben, obwohl Engpässe bei der medizinischen Versorgung im Raum stünden.
Die bestehenden Rahmenbedingungen führen offenbar dazu, dass Verantwortliche das Risiko eines Vergabeprozesses meiden. Um dem medizinischen Personal mehr Sicherheit zu verschaffen und Versorgungsengpässen vorzubeugen, regte Ph?m Thu Xanh strukturelle Reformen im vietnamesischen Beschaffungswesen an.
Vorschlag für ein zweistufiges Einkaufsmodell
Als Lösungsansatz formulierte die Abgeordnete eine klare Trennung der Beschaffungswege je nach Art der medizinischen Geräte. Demnach solle für hochkomplexe Spezialtechnik eine zentrale Beschaffung eingeführt werden. Als Beispiele für solche Spezialgeräte nannte sie:
- Medizinische Roboter
- Computertomografen (CT)
- Magnetresonanztomografen (MRT)
- Geräte für die Strahlentherapie
Vietnams Gesundheitsministerium plant für Ende 2027 ein eigenständiges Medizintechnikgesetz — mit einem Risikoklassen-System in vier Stufen. Wer heute liefert, sollte die geplanten Beschaffungswege kennen, bevor sich die Vergabepraxis ändert. Kostenlosen Leitfaden zu den vier Risikoklassen anfordern
Durch eine zentrale Einkaufsstruktur für diese kostenintensiven Großgeräte könnten Einrichtungen entlastet werden. Für andere, weniger spezialisierte medizintechnische Produkte schlug Ph?m Thu Xanh hingegen vor, die Beschaffungskompetenzen dezentral zu belassen – entweder auf der Ebene der jeweiligen Provinzen oder direkt bei den einzelnen Krankenhäusern.
Preisregulierung und geplantes Medizintechnikgesetz
Auf Regierungsebene wird an gesetzlichen Nachbesserungen gearbeitet. Gesundheitsministerin ?ào H?ng Lan erklärte im Zuge der Beratungen, dass die Preisregulierung über Artikel 113 eine kurzfristige Priorität für ihr Ministerium darstelle. Durch eine gezielte Änderung dieses Artikels solle kurzfristig eine verlässliche Regulierung der Gerätepreise erreicht werden, um dem Markt mehr Stabilität zu verleihen.
Kliniken in Vietnam zögern bei der Beschaffung dringend benötigter Geräte — aus Furcht vor Vergabeprozessen. Ein zweistufiges Einkaufsmodell soll das ändern: zentral für Großgeräte, dezentral für Standardtechnik. Unser Leitfaden zeigt, welche Kategorie Ihre Produkte trifft. Checkliste zentrale vs. dezentrale Beschaffung sichern
Mittel- und langfristig plant das vietnamesische Gesundheitsministerium umfassendere gesetzliche Schritte:
- Dem Parlament soll Ende 2027 ein eigenständiges Medizintechnikgesetz vorgelegt werden.
- Vorgesehen ist innerhalb dieser Neuregelungen unter anderem ein System von Risikoklassen, das in 4 Stufen unterteilt ist.
Die angekündigten Gesetzesvorhaben sollen künftig für mehr Transparenz sorgen und die Hürden bei der Ausstattung der Einrichtungen senken.
