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Mediterrane Ernährung: Langfristig sinkt das Herzrisiko um 30 Prozent

Veröffentlicht am: 27.09.2026 um 07:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Studien verbinden mediterrane Kost und weitere Ernährungsweisen mit geringerem Herzrisiko und langsameren Alterungsprozessen.

Mediterrane Ernährung senkt Herzrisiken und beeinflusst das biologische Altern
Eine Nahaufnahme von Nüssen, Olivenöl und Hülsenfrüchten auf einem rustikalen Holztisch in natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Die langfristige Einhaltung einer mediterranen Ernährungsweise stellt einen zentralen Faktor zur Prävention schwerer Herz-Kreislauf-Erkrankungen dar. Aktuelle Datenauswertungen und Studienübersichten aus dem September 2026 belegen, dass eine konsequente Umstellung der Ernährungsgewohnheiten das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse um 30 Prozent senken kann. Dabei erweist sich vor allem die Beständigkeit der Lebensstiländerung als entscheidend für den klinischen Erfolg.

Präventives Potenzial spezifischer Lebensmittelgruppen

Besondere Bedeutung kommt in diesem Zusammenhang der sogenannten PREDIMED-Studie zu. Diese belegt, dass eine mediterrane Kost, die reich an nativem Olivenöl ist, das Risiko für schwere kardiovaskuläre Vorfälle um 30 Prozent reduziert.

Weitere Untersuchungen deuten darauf hin, dass das Risiko für wiederkehrende Herzereignisse sogar um 40 Prozent sinken kann, während die allgemeine Sterblichkeit durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen um 16 Prozent zurückgeht.

Einzelne Komponenten der Ernährung tragen spezifisch zur Risikominimierung bei. Langzeitstudien schreiben dem regelmäßigen Verzehr von Nüssen eine Senkung des Risikos für koronare Herzkrankheiten um bis zu 24 Prozent zu. Eine Metaanalyse aus dem Jahr 2022 bestätigt diesen Trend und beziffert die Risikoreduktion bei täglichem Nussverzehr auf bis zu 30 Prozent.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt in diesem Kontext eine tägliche Menge von etwa 25 Gramm Nüssen oder Samen. Zudem wurde in einer Studie aus dem Jahr 2023 ein Zusammenhang zwischen täglichem Nussverzehr und einer selteneren Diagnose von Depressionen sowie einem geringeren Bedarf an Antidepressiva beobachtet.

Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte nehmen ebenfalls eine wichtige Rolle ein. Laut einer im Fachmagazin BMJ Nutrition Prevention & Health veröffentlichten Metaanalyse kann der tägliche Verzehr von rund 170 Gramm Hülsenfrüchten das Risiko für Bluthochdruck um etwa 30 Prozent senken.

Vollkornprodukte in einer Menge von 60 bis 100 Gramm pro Tag verbessern laut Berichten im European Heart Journal die Blutfettwerte und den Blutdruck. Insbesondere die Aufnahme von 3 Gramm Beta-Glucan täglich könne das LDL-Cholesterin um bis zu 15 Prozent reduzieren.

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Klinische Parameter und die Regression von Gefäßveränderungen

Neben der reinen Prävention rücken therapeutische Effekte in den Fokus der medizinischen Forschung. Prof. Dr. Klaus Parhofer vom LMU Klinikum Großhadern verwies auf Untersuchungen mittels intravaskulärem Ultraschall, wonach bei LDL-Werten unter 55 mg/dl mehr als 90 Prozent der Patienten eine Regression der Plaques aufweisen. Diese Rückbildung der Gefäßablagerungen ist jedoch ein langwieriger Prozess, der mehrere Jahre in Anspruch nimmt.

Für Patienten mit bereits bestehender koronarer Herzkrankheit (KHK) bietet eine umfassende Lebensstilanpassung die Möglichkeit, das Risiko für Folgeereignisse wie einen Herzinfarkt um fast die Hälfte zu senken.

Synergieeffekte durch Bewegung und Rauchverzicht

Die Wirkung der Ernährung wird durch körperliche Aktivität und den Verzicht auf Tabakkonsum signifikant verstärkt. Regelmäßige Bewegung senkt das Risiko für kardiovaskuläre Folgeereignisse um etwa 20 bis 30 Prozent. Bereits geringe Aktivität zeigt messbare Erfolge: Bei einer stabilen Herzerkrankung reduzieren zehn Minuten schnelles Gehen täglich das allgemeine Sterberisiko um rund 33 Prozent.

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Bei fortgeschrittenen Gefäßproblemen senkt Sport, der mindestens dreimal wöchentlich ausgeübt wird, das Risiko für klinische Komplikationen um 23 Prozent. Ein Rauchstopp nach einem kardiovaskulären Ereignis führt im Durchschnitt zu einem Gewinn von fünf Lebensjahren, wobei die medizinische Beurteilung stets individuell erfolgen muss.

Neue Erkenntnisse zu molekularen Mechanismen des Alterns

Eine im Jahr 2026 in Nature Communications veröffentlichte Forschungsarbeit der Autoren Juliana F. Tavares und Monique Breteler vom Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) liefert neue Erklärungsansätze für die Wirksamkeit verschiedener Diäten.

Die Untersuchung von Kohorten wie EPIC-Potsdam (1.034 Personen) und Estudio Renania (6.470 Personen) zeigt, dass zehn verschiedene Ernährungsmuster – darunter die mediterrane, die nordische sowie die DASH- und MIND-Diät – das biologische Altern über identische molekulare Mechanismen verlangsamen.

Mehr als 70 Prozent der betroffenen molekularen Signalwege waren allen untersuchten Diäten gemeinsam. Dabei zeigten sich spezifische Schwerpunkte: Während das DASH-Muster verstärkt auf Herz-Kreislauf-Pfade wirkte, beeinflusste die MIND-Diät primär kognitive Prozesse.

Besonders stark ausgeprägt waren diese Effekte bei Rauchern. Die Studienautoren betonen jedoch, dass es sich hierbei um Assoziationen handelt und keine direkten Kausalitäten abgeleitet werden können.

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