Meditations-App-Betrug: US-Justiz ermittelt gegen Deutschen Oberhof
Veröffentlicht am: 21.09.2026 um 16:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die US-Justiz ermittelt gegen den deutschen Unternehmer Wanja Oberhof wegen mutmaßlichen Betrugs bei einem Investment in eine Meditations-App. Die US-Staatsanwaltschaft für den Southern District of New York entsiegelte am 14. September 2026 eine Strafanzeige wegen Überweisungsbetrugs gegen den Mitgründer und früheren Chef des Unternehmens The Healing Company.
Nach einer Anhörung vor einer Bundesrichterin in Manhattan befindet sich Oberhof im Metropolitan Detention Center in Brooklyn in Untersuchungshaft. Für den Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung.
Millionenschwere Vorwürfe und private Ausgaben
Nach Angaben der Bundesankläger wird Oberhof vorgeworfen, einen Investor im Jahr 2024 durch irreführende Zusagen zu einer Anlage von 2,5 Millionen US-Dollar bewegt und die Mittel anschließend zweckentfremdet zu haben.
Bei dem geschädigten Geldgeber, der in den Gerichtsdokumenten als erstes Opfer geführt wird, handelt es sich Medienberichten zufolge um den ehemaligen Siemens-Vorstandsvorsitzenden Klaus Kleinfeld. Ein Sprecher Kleinfelds bestätigte dessen Identität und betonte, bei derartigen Vorgängen höre für seinen Klienten der Spaß auf.
Oberhof und Kleinfeld kannten sich über gemeinsame Bekannte in Deutschland und standen 2023 in New York erneut in Kontakt. Kleinfeld hatte im Mai 2024 2,5 Millionen US-Dollar an die Healing & Wellbeing LLC überwiesen, die unter anderem Deepak Chopras Meditations-App betreibt.
Vereinbart war laut Ermittlungsakten, dass 1 Million US-Dollar dieser Summe zur Tilgung eines Kredits eingesetzt werden sollte. Das Unternehmenskonto wies vor dem Eingang der Gelder kaum Guthaben auf und verzeichnete Ende Mai 2024 nur noch rund 60.000 US-Dollar.
Die US-Staatsanwaltschaft wirft einem deutschen Unternehmer vor, 2,5 Millionen US-Dollar eines Investors zweckentfremdet zu haben — ein Kassenbericht wies 287.940 US-Dollar aus, die Originaldatei nur 7.940 US-Dollar. Wer in Wellness-Startups investiert, sollte vor der Zeichnung wissen, welche Unterlagen und Kontrollrechte wirklich zählen. Unser kostenloser Leitfaden bündelt die wichtigsten Prüfschritte. Due-Diligence-Leitfaden jetzt anfordern
Die Ermittler werfen Oberhof vor, keine der sieben Folgeüberweisungen an den vereinbarten Kreditgeber geleitet zu haben. Stattdessen sei ein Nettozufluss von rund 1,807 Millionen US-Dollar auf ein deutsches WAOW-Konto geflossen, aufgeteilt in Teilbeträge von rund 247.500 US-Dollar, 544.500 US-Dollar und 1,188 Millionen US-Dollar.
Zudem soll Oberhof etwa 57.500 US-Dollar zur Tilgung eines persönlichen Kredits genutzt haben, der mit Gemälden abgesichert war. Rund 25.000 US-Dollar flossen im Juni 2024 an die Gesellschaft einer Manhattaner Penthouse-Wohnung, deren Monatsmiete bei knapp 20.000 US-Dollar lag und bei der Mietrückstände von rund 61.000 US-Dollar bestanden.
Aufdeckung durch interne Unterlagen
Die Ermittlungen der Abteilung für komplexe Betrugsfälle und Cyberkriminalität stützen sich unter anderem auf Unterlagen der Bundespolizei FBI. Ein Mitarbeiter informierte den Investor am 17. Dezember 2024 per E-Mail über Unstimmigkeiten und übermittelte Kontoauszüge für den Zeitraum von Mai bis November 2024. Ein von Oberhof vorgelegter Kassenbericht wies zum 1. November 2024 ein Guthaben von rund 287.940 US-Dollar aus, während die Originaldatei des Mitarbeiters lediglich 7.940 US-Dollar aufführte – eine Differenz von 280.000 US-Dollar. Ein Telefonat zwischen Oberhof, dem Investor, einem Berater und dem Mitarbeiter am 20. Dezember 2024 wurde von zwei Beteiligten aufgezeichnet.
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Die Kaution für Oberhof wurde auf 2 Millionen US-Dollar festgesetzt. Eine Freilassung ist an die Hinterlegung einer sechsstelligen Summe, die Benennung von mindestens zwei Bürgen, die Abgabe des Reisepasses sowie ein Ausreiseverbot für Manhattan, Brooklyn und Long Island geknüpft.
The Healing Company, gegründet von Oberhof und seiner Ehefrau Anabel Oelmann, hatte Deepak Chopra 2022 als wissenschaftlichen Chefberater verpflichtet. Chopra Global beendete die Vereinbarung mit dem Unternehmen im Juli 2024.
