Medienintermediäre, Google

Medienintermediäre: Google und Perplexity unterliegen Diskriminierungsverboten

Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 06:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Deutsche Medienaufsicht stuft Google und Perplexity als Intermediäre ein. Strengere Transparenz- und Diskriminierungsregeln treten in Kraft.

Google und Perplexity: Neue Regeln für Medienintermediäre in Deutschland
Abstraktes Bild einer digitalen Medienlandschaft mit leuchtenden Netzwerkgrafiken, das die Fragmentierung und Regulierung moderner Medienmärkte symbolisiert. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Google und Perplexity AI müssen sich künftig an strengere Regeln halten. Die deutschen Landesmedienanstalten haben beide Unternehmen Mitte Juli als Medienintermediäre eingestuft. Damit unterliegen sie dem Medienstaatsvertrag mit Diskriminierungsverboten und Transparenzpflichten.

Den Behörden zufolge fehlt Perplexity ein Zustellungsbevollmächtigter in Deutschland. Auch die nötige Transparenz sei nicht gewahrt. Google wiederum wird vorgeworfen, journalistische Inhalte zu behindern – ein Verstoß gegen das Diskriminierungsverbot.

Branchenverbände begrüßten die Entscheidung als wichtigen Schritt für journalistische Qualität. Google kündigte bereits rechtliche Schritte an.

Streaming-Allianz gegen die Konkurrenz

Europäische Medienhäuser setzen zunehmend auf Kooperationen. ZDF und ProSiebenSat.1 haben eine Vereinbarung getroffen: Ab dem vierten Quartal 2026 sind On-Demand-Inhalte des öffentlich-rechtlichen Senders auf Joyn verfügbar. Die Inhalte bleiben kostenfrei und werbefrei, die redaktionelle Hoheit liegt beim ZDF. Die ARD prüft einen Beitritt.

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Auch im Werbemarkt entstehen neue Bündnisse. Der European Media Marketplace bündelt First-Party-Daten und Werbeinventar von Vodafone, Orange, Vinted und Kleinanzeigen. Erste Kampagnen starten im September 2026.

Parallel drängt Everscreen.AI auf den Markt. Die KI-Plattform will kleineren Buchungen den Zugang zu Werbeinventar bei Netflix, Disney+ oder RTL+ ermöglichen.

Österreich schnürt Milliarden-Paket für Medien

Die österreichische Bundesregierung hat sich im Juli 2026 auf ein umfassendes Medienpaket geeinigt. Es soll den Übergang von klassischen zu digitalen Modellen unterstützen.

Die Kernpunkte:
- 22,5 Millionen Euro jährlich für Abonnement-Zeitungen (2027/2028)
- Gleicher Betrag für den Fonds für digitale Transformation
- Neues Förderformat „Young Media“ ab dem zweiten Quartal 2027

Ab 2028 ist ein grundlegender Umbau der Förderarchitektur geplant. Der Fokus soll dann stärker auf redaktioneller Qualität und Unabhängigkeit liegen.

Verlegerverbände bewerteten das Paket positiv. Die Opposition kritisierte die Ausgestaltung und befürchtet eine unzureichende Wirkung auf die Medienvielfalt.

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Da die rechtlichen Anforderungen an digitale Inhalte und deren Verbreitung stetig steigen, benötigen Compliance-Teams einen klaren Überblick über Fristen und Pflichten. Der kostenlose Umsetzungsleitfaden zur EU-KI-Verordnung bietet diesen kompakten Überblick für die Praxis. EU AI Act in 5 Schritten verstehen: Fristen, Pflichten und Risikoklassen kompakt erklärt

Medienkompetenz als Bollwerk gegen Desinformation

Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung warnt vor personalisierter Propaganda. KI-Chatbots könnten politische Empfehlungen geben und die demokratische Willensbildung beeinflussen.

Die Woche der Medienkompetenz in Rheinland-Pfalz präsentierte Mitte Juli zahlreiche Projekte zu KI-Fakes und Desinformation. Eine Fachtagung in Mainz befasste sich mit der Erkennung KI-generierter Inhalte – speziell für ältere Generationen.

Österreich hat die Mittel für Medienkompetenz von 700.000 auf 3 Millionen Euro vervierfacht. Der iab webAD 2026 nimmt noch bis Ende Juli Einreichungen entgegen, mit Nachfrist bis zum 9. August. Die Verleihung findet am 22. Oktober 2026 in Wien statt.

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