Medicus-Plattform, Baden-Württemberg

Medicus-Plattform: Baden-Württemberg vernetzt Kliniken mit 25 Mio. Euro

Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 03:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Baden-Württemberg bündelt Kliniken und Universitäten im Verein Medicus e. V. Mehr als 25 Millionen Euro finanzieren den zweijährigen Infrastrukturaufbau.

Medicus e. V. steuert ab 2027 Gesundheitsplattform in Baden-Württemberg
Moderner, heller Krankenhausflur mit minimalistischer Architektur und diffusem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Die Vernetzung der klinischen Versorgung und die Nutzbarmachung medizinischer Forschungsdaten stehen im Mittelpunkt der Digitalisierungsstrategie im baden-württembergischen Gesundheitswesen. Mit der in Stuttgart erfolgten Gründung des Vereins Medicus e. V. stellen die beteiligten Akteure die organisatorischen Weichen für die Weiterentwicklung der landesweiten Gesundheitsplattform Medicus.

Wie Fachmedien wie bibliomedmanager.de und kma-online.de in Berichten vom 21. September 2026 darlegen, soll der neue Verein ab 2027 die strategische Steuerung der Initiative übernehmen, während die Medicus-GmbH für den technischen Betrieb zuständig bleibt.

Breite Allianz aus Kliniken und Wissenschaft

Die Initiative stützt sich auf eine breit gefächerte institutionelle Basis im Land. Zu den Gründungsmitgliedern des Vereins zählen die baden-württembergischen Universitätsklinika, weitere Kliniken, die Baden-Württembergische Krankenhausgesellschaft sowie vier Landesuniversitäten mit medizinischer Fakultät. Das Land Baden-Württemberg begleitet das Vorhaben als Ehrenmitglied.

Auch personell spiegelt sich die sektorenübergreifende Zusammenarbeit wider: Den Vorstandsvorsitz des neu gegründeten Vereins übernimmt Prof. Frederik Wenz, Leitender Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Freiburg.

Dem Vorstand gehören zudem Prof. Martin Holderried vom Städtischen Klinikum Karlsruhe sowie Wolfgang Schmid vom Alb Fils Klinikum an. Diese Struktur soll eine enge Verzahnung zwischen Maximalversorgern, regionalen Kliniken und der universitären Medizin gewährleisten.

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Finanzielle Absicherung und erste Anwendungen

Für den Aufbau und die Etablierung der Infrastruktur stellen drei Landesministerien erhebliche Mittel bereit. Die Finanzierung beläuft sich auf mehr als 25 Mio. Euro über einen Zeitraum von zwei Jahren, getragen durch das Sozial-, das Wissenschafts- sowie das Wirtschaftsministerium.

Funktionell setzt die Plattform schrittweise an konkreten Arbeitsabläufen der beteiligten Einrichtungen an. Als erste Angebote stehen Lösungen für Messenger-Kommunikation, Telekonsile und die digitale Zusammenarbeit bereit. Ergänzend befinden sich zentrale Speicher- und Sicherheitsdienste in der praktischen Umsetzung, um die technischen Voraussetzungen für einen verlässlichen Betrieb im Klinikalltag zu schaffen.

Cloudbasierte Infrastruktur für Versorgung und Forschung

Das übergeordnete Ziel der Plattform Medicus besteht im Aufbau einer cloudbasierten Infrastruktur, die einen rechtssicheren Datenaustausch zwischen den Institutionen ermöglicht. Neben der reinen Prozessoptimierung im Behandlungsalltag zielt das Projekt darauf ab, Gesundheitsdaten systematisch für Versorgung und medizinische Forschung nutzbar zu machen.

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Durch die gemeinsame Steuerungsstruktur ab dem Jahr 2027 soll sichergestellt werden, dass Anforderungen der klinischen Praxis und wissenschaftliche Standards dauerhaft in die technische Weiterentwicklung einfließen.

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