Media Watermark: Google lässt Nutzer KI-Kennzeichnung ausblenden
Veröffentlicht am: 18.08.2026 um 14:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Google hat eine neue Funktion für seine KI-Dienste Gemini und Flow angekündigt, mit der Nutzer die Anzeige sichtbarer Wasserzeichen auf generierten Medieninhalten unterdrücken können. Die Neuerung betrifft verschiedene Medientypen und soll die ästhetische Nutzung von KI-Erzeugnissen flexibler gestalten, während die technische Rückverfolgbarkeit durch im Hintergrund verbleibende Schutzmechanismen gewahrt bleibt.
Anpassung der Kennzeichnung für Bilder, Video und Musik
Die neue Einstellung mit der Bezeichnung „Media Watermark“ ermöglicht es Anwendern, die optische Kennzeichnung von Inhalten abzuschalten, die mit den hauseigenen Modellen Nano Banana (Bilder), Omni (Video) und Lyria (Musik) erstellt wurden.
Nach der Ankündigung Mitte August soll der Rollout der Funktion in den darauffolgenden Tagen erfolgen. Die entsprechende Option wird in den Kontoeinstellungen unter dem Pfad „Settings > Media Watermark“ in den jeweiligen Diensten zu finden sein.
Trotz der Deaktivierung der sichtbaren Markierungen bleiben die Inhalte für technische Prüfsysteme erkennbar. Google setzt hierbei weiterhin auf die unsichtbare SynthID-Technologie sowie auf Metadaten gemäß dem C2PA-Standard. Diese digitalen Signaturen verbleiben in den Dateien und erlauben es Plattformen und Prüfwerkzeugen, den KI-Ursprung der Medien zweifelsfrei festzustellen. Berichten zufolge soll eine ähnliche Funktionalität künftig auch für die Google-Suche integriert werden.
Regionale Einschränkungen und Kontotypen
Die Verfügbarkeit der neuen Funktion ist an spezifische Bedingungen geknüpft. So ist die Option zur Deaktivierung sichtbarer Wasserzeichen nicht für Arbeits- und Schulkonten vorgesehen. Zudem berücksichtigt der Konzern die unterschiedliche Gesetzgebung in verschiedenen Märkten.
In Ländern wie Indien, Südkorea und Vietnam, in denen teilweise eine rechtliche Verpflichtung zur Kennzeichnung von KI-Inhalten besteht, wird die Funktion eingeschränkt. Dort ist der Zugriff auf die Einstellung nur für Nutzer mit einem AI Ultra-Abonnement vorgesehen, sofern die lokalen Gesetze dies zulassen.
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Hintergrund dieser Maßnahmen sind unter anderem die weltweit steigenden Transparenzanforderungen, wie sie beispielsweise im EU AI Act festgeschrieben sind. Fachleute betonen in diesem Zusammenhang, dass das Fehlen sichtbarer Merkmale für Journalisten und Redaktionen kein hinreichendes Kriterium für die menschliche Urheberschaft eines Inhalts darstellt.
Veröffentlichung der Open-Source-Bibliothek Credentio
Flankierend zur neuen Nutzerfunktion hat Google eine technische Lösung zur Validierung von Medienherkunft veröffentlicht. Die C++-Bibliothek Credentio wurde als Open Source frei zugänglich gemacht. Die Software unterstützt die Versionen 2.2 und 2.4 des C2PA-Standards und wird bereits intern in fast 40 Produkten des Unternehmens eingesetzt.
Im Gegensatz zu bestehenden Lösungen wie Adobes „c2pa-rs“ konzentriert sich Credentio rein auf die lokale Validierung vorhandener Daten und ist nicht darauf ausgelegt, eigene Signaturen zu erstellen. Damit bietet Google der Entwicklergemeinde eine zweite, unabhängige Implementierung an, um die Integrität von Metadaten in digitalen Medien zu prüfen. Der Quellcode ist über ein dediziertes Repository für Medienprovenienz abrufbar.
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Wettbewerb im Bereich der KI-Kennzeichnung
Die Strategien der großen Sprachmodell-Anbieter bezüglich der Kennzeichnung gehen derzeit auseinander. Während Anthropic für seinen Assistenten Claude ebenfalls auf unsichtbare Wasserzeichen setzt, verzichtet OpenAI bei ChatGPT aktuell auf eine permanente sichtbare Kennzeichnung generierter Inhalte.
Google positioniert sich mit dem jetzigen Schritt an der Schnittstelle zwischen Nutzerfreundlichkeit und der Einhaltung technischer Industriestandards zur Identifikation künstlicher Intelligenz.
