MECFS, Patienten

ME/ CFS: 60% der Patienten arbeitsunfähig, 25% hausgebunden

Veröffentlicht am: 30.08.2026 um 15:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

In Nordrhein-Westfalen stiegen ambulante ME/CFS-Behandlungen 2025 auf 61.600 Fälle. Landesregierung verweist auf Pandemiefolgen und Mehrfacherfassungen.

ME/CFS in NRW: Ambulante Behandlungen seit 2014 vervierfacht
Ein leerer, modern gestalteter Krankenhausflur mit einfallendem Tageslicht, der die Atmosphäre einer medizinischen Einrichtung vermittelt. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die gesundheitspolitische Lage in Nordrhein-Westfalen ist durch eine signifikante Zunahme von Behandlungsfällen im Zusammenhang mit Myalgischer Enzephalomyelitis/Chronischem Fatigue-Syndrom (ME/CFS) geprägt.

Wie aus einer Antwort der Landesregierung auf eine parlamentage Anfrage der FDP hervorgeht, wurden im Jahr 2025 insgesamt 61.600 ambulante ME/CFS-Behandlungen im bevölkerungsreichsten Bundesland registriert. Diese Daten verdeutlichen eine Entwicklung, die das Gesundheitssystem vor wachsende Herausforderungen stellt.

Massive Zunahme ambulanter Behandlungsfälle seit 2014

Die im Jahr 2025 erfassten 61.600 ambulanten Behandlungen markieren einen drastischen Anstieg innerhalb der letzten elf Jahre. Im Vergleich dazu belief sich die Zahl der entsprechenden Behandlungen im Jahr 2014 in Nordrhein-Westfalen noch auf 15.700 Fälle. Damit hat sich das Volumen der ambulanten Versorgung in diesem Bereich nahezu vervierfacht.

Die Landesregierung weist in diesem Zusammenhang jedoch darauf hin, dass die Statistik der ambulanten Behandlungen methodische Besonderheiten aufweist. So könne die Gesamtzahl der erfassten Behandlungen Mehrfacherfassungen enthalten, was bei der Interpretation der absoluten Patientenzahlen berücksichtigt werden müsse. Dennoch lässt der deutliche Trend auf eine massive Zunahme der Krankheitslast in der Bevölkerung schließen.

Pandemiefolgen und bundesweite Entwicklung

Der beobachtete Anstieg der Fallzahlen wird von der Landesregierung als eine mögliche Folge der Corona-Pandemie eingestuft. ME/CFS tritt häufig als postvirale Erkrankung auf, was sich auch in den bundesweiten Statistiken der Deutschen Gesellschaft für ME/CFS widerspiegelt. Den Erhebungen zufolge habe sich die Zahl der Betroffenen in Deutschland von 300.000 Personen vor der Pandemie auf etwa 650.000 im Jahr 2025 mehr als verdoppelt.

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Wissenschaftliche Erkenntnisse stützen den Zusammenhang zwischen schweren Infektionen und dem Ausbruch des chronischen Erschöpfungssyndroms. Laut der Deutschen Gesellschaft für ME/CFS erkranken drei von vier Patienten infolge einer schweren Infektion. Die weite Verbreitung von SARS-CoV-2 in den vergangenen Jahren wird daher als wesentlicher Faktor für die aktuelle Entwicklung angesehen.

Hoher Grad an Arbeitsunfähigkeit und soziale Isolation

Die sozioökonomischen Auswirkungen der Erkrankung sind für die Betroffenen und die Sozialsysteme erheblich. ME/CFS ist oft mit einer gravierenden körperlichen Beeinträchtigung verbunden, die über eine bloße Erschöpfung weit hinausgeht. In Nordrhein-Westfalen gelten nach aktuellen Einschätzungen rund 25 Prozent der Patienten als hausgebunden, wobei viele Betroffene dauerhaft bettlägerig sind.

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Diese schwere körperliche Einschränkung führt in der Mehrzahl der Fälle zu einem Ausscheiden aus dem Erwerbsleben. Über 60 Prozent der an ME/CFS erkrankten Personen sind arbeitsunfähig.

Die Kombination aus physischer Immobilität und dem Verlust der Erwerbsfähigkeit stellt für die Patienten nicht nur eine medizinische, sondern auch eine existenzielle Belastung dar. Die Daten der Landesregierung unterstreichen somit die Notwendigkeit, die Versorgungsstrukturen für diese wachsende Patientengruppe weiter zu untersuchen und anzupassen.

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