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McAfee-Plattform: Neuer Schutz soll KI-Betrug frühzeitig erkennen

Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 03:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de

McAfee bündelt Schutz für Identitäten, Finanzen und Geräte; Investment-Scams dominieren textbasierte Betrugsversuche in den USA.

McAfee stellt neue Plattform gegen KI-gestützten Betrug vor
Eine ruhige Wohnstraße in der Abenddämmerung mit beleuchteten Fenstern, die Sicherheit und häusliche Privatsphäre vermittelt. Illustration mit AI erstellt.

Der Sicherheitssoftware-Hersteller McAfee hat eine umfassend überarbeitete Security-Plattform für den US-Markt vorgestellt. Das System zielt darauf ab, KI-generierte Betrugsversuche proaktiv zu identifizieren und kombiniert plattformübergreifend Schutzmaßnahmen für persönliche Daten, digitale Identitäten, Finanzen sowie Endgeräte.

Die neue Lösung bietet laut Unternehmensangaben personalisierte Warnungen und integriert Funktionen wie einen automatischen VPN-Start in öffentlichen WLAN-Netzwerken. Ein zentraler Bestandteil ist der Scan von E-Mails und Kurznachrichten auf betrügerische Inhalte sowie die Überwachung von Transaktionen auf verdächtige Muster. Zudem umfasst das Paket Sicherheitsfunktionen für Familiengeräte.

Marktdruck durch hoch skalierbare Investment-Scams

Hintergrund der Markteinführung ist die zunehmende Professionalisierung von Online-Betrug. McAfee-Daten zufolge stellen Investment- und Krypto-Scams in 47 von 50 US-Bundesstaaten die häufigste Form von textbasierten Betrugsversuchen dar.

Die wirtschaftlichen Folgen für Betroffene sind erheblich: 53 % der Opfer, die Geld verloren haben, erhielten laut dem Unternehmen keine Erstattungen. Diese Entwicklung führt zu einer Verunsicherung der Verbraucher. Demnach ignorierten 37 % der Amerikaner aus Angst vor Betrug bereits legitime Mitteilungen, während 25 % Online-Einkäufe abbrachen.

Internationale Analysen stützen diesen Befund. Der Global Scams Report 2026 von BioCatch verdeutlicht, dass 90 % der versuchten Banking-Scams mittlerweile von Mobilgeräten ausgehen. Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Versuche im Bereich Banking-Betrug um 35 %.

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Besonders gravierend sind die Verluste bei Investment-Scams, die mit einem Durchschnittswert von 6.600 US-Dollar fast das Fünffache anderer Betrugstypen erreichen. Das schnellste Wachstum verzeichneten 2026 jedoch Employment-Scams mit einem Anstieg der Opferzahlen um 258 %.

Behörden und Verbände warnen vor KI-gestützter Skalierung

Auch staatliche Stellen reagieren auf die neue Qualität der Bedrohung. Die National Trading Standards (NTS) im Vereinigten Königreich haben eine spezielle Beobachtungsliste für KI-Betrug gestartet. Einer Umfrage von Censuswide zufolge fällt es 47 % der Erwachsenen in Großbritannien zunehmend schwerer, die Echtheit von Online-Angeboten zu beurteilen.

Die NTS identifizierte Fake-Websites, Voice Cloning, Deepfake-Videos sowie KI-generierte Bilder und digitale Avatare als die fünf am häufigsten genutzten KI-Techniken. Die Behörde betonte dabei, dass KI keine grundsätzlich neuen Betrugsmaschen schaffe, sondern bestehende Typen wie Reise-, Investment- oder Romantik-Betrug überzeugender, personalisierter und skalierbarer mache.

Die britische Regierung begegnet dieser Entwicklung mit Investitionen. Im Frühjahr wurde ein Online Crime Centre angekündigt. Das Projekt ist mit 30 Mio. Britischen Pfund dotiert und Teil eines Pakets von 250 Mio. Britischen Pfund für Anti-Betrugs-Maßnahmen bis 2029.

Branche setzt auf autonome Verteidigung und Kooperationen

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Neben McAfee bringen weitere Akteure spezialisierte Lösungen auf den Markt. Sublime Security gab die Verfügbarkeit einer DLP-Plattform für E-Mails bekannt, die mittels eines autonomen Sicherheitsanalysten jede markierte Nachricht im Kontext prüft.

Recorded Future präsentierte zudem eine autonome Verteidigungsplattform, deren allgemeine Verfügbarkeit für Anfang nächsten Jahres geplant ist. Das System soll Analysten ermöglichen, Ziele vorzugeben, die dann vollautonom abgearbeitet werden.

In der Netzwerksicherheit führt CUJO AI eine Funktion für Home-Gateways ein, die Geräte identifiziert, welche als sogenannte Residential Proxies für Ad Fraud oder Malware missbraucht werden. Die Plattform von CUJO AI ist laut Firmenangaben in 63 Mio. Haushalten im Einsatz.

Gleichzeitig verstärkt sich der Trend zu strategischen Allianzen. GBG und Darwinium kündigten eine Kooperation an, bei der Verhaltensintelligenz genutzt wird, um die Absichten hinter Nutzerinteraktionen in Echtzeit zu prüfen.

Darwinium gibt an, durch diesen Ansatz Betrugsfälle um 50 % reduzieren zu können. Im nordamerikanischen Markt bündeln Innovis Data Solutions und Somos ihre Ressourcen, um Mobilfunknetz-Signale zur besseren Verifizierung von Verbrauchern bei Account-Übernahmen zu nutzen.

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de | wissenschaft | 70207206 |