Tiere, Artenschutz

Leopard verliert 41 Prozent seines historischen Verbreitungsgebiets

Veröffentlicht am: 06.10.2026 um 10:10 Uhr | pressetext, AD HOC NEWS

Maun/Berlin - Neue Studie zeichnet dramatisches Bild der afrikanischen Großkatze – Bestand möglicherweise nur noch bei rund 80.000 Tieren.

 - Bild: Matto Barfuss Stiftung über pressetext.de
- Bild: Matto Barfuss Stiftung über pressetext.de

Der Leopard zieht sich in Afrika dramatisch zurück. In Subsahara-Afrika ist die Großkatze nach einer neuen Studie bereits aus rund 41 Prozent ihres historischen Verbreitungsgebiets verschwunden. Zugleich kommen die Wissenschaftler zu dem Ergebnis, dass heute vermutlich deutlich weniger Leoparden leben als lange angenommen.

Die aktuelle Population wird auf 44.800 bis 142.600 Tiere geschätzt. Die mittlere Schätzung liegt bei rund 80.300 Leoparden . Die im Juli 2026 veröffentlichte Studie liefert damit ein deutlich anderes Bild vom Zustand einer der faszinierendsten Großkatzen Afrikas.

Von Hunderttausenden zu rund 80.000 Tieren

Frühere Schätzungen waren teilweise von 600.000 bis 900.000 Leoparden in Afrika ausgegangen. Die neue Modellierung kommt zu erheblich niedrigeren Werten. Damit wird deutlich, wie groß die Unsicherheit über den tatsächlichen Bestand der scheuen Großkatze bislang war.

Für die Matto Barfuss Stiftung sind die Ergebnisse ein Warnsignal. Der Leopard verliere nicht nur Lebensraum, sondern verschwinde bereits aus großen Teilen seines ursprünglichen Verbreitungsgebiets. Je kleiner und stärker voneinander getrennt die verbleibenden Lebensräume würden, desto schwieriger werde es für die Tiere, dauerhaft stabile Populationen zu bilden.

Großangelegte Studie wurde gerade abgeschlossen

Wie schwierig es ist, Leoparden überhaupt zuverlässig zu erfassen, zeigt das Beispiel Botswana . Zwischen 2022 und heute wurden dort an 20 Standorten mehr als 1.000 Kamerafallen-Stationen eingesetzt. Dabei konnten 434 erwachsene Leoparden individuell identifiziert werden.

Die Kamerafallen machen sich die einzigartige Fellzeichnung der Tiere zunutze. Die Flecken und Rosetten sind bei jedem Leopard individuell und ermöglichen es Forschern, einzelne Tiere wiederzuerkennen.

Gerade im Okavango-Delta ist die Erfassung eine besondere Herausforderung. Leoparden leben häufig einzelgängerisch, bewegen sich über große Gebiete und sind vor allem nachts aktiv. Viele Tiere bleiben deshalb selbst bei intensiver Beobachtung unsichtbar.

Forscher hören auf die Stimmen der Leoparden

Die Forschung geht inzwischen noch einen Schritt weiter. Leoparden könnten künftig nicht nur anhand ihres Fellmusters, sondern auch anhand ihrer Rufe identifiziert werden.

In Tansania wurde die akustische Identifizierung bereits erprobt. Dabei konnten einzelne Tiere mit einer Genauigkeit von 93,1 Prozent unterschieden werden. In Botswana ist diese Methode bislang allerdings noch nicht im Einsatz.

Für die Matto Barfuss Stiftung zeigt die Entwicklung, wie wichtig es ist, einzelne Tiere und ihre Lebensräume genauer zu erfassen. "Der Leopard ist ein Meister des Verborgenen. Gerade deshalb dürfen wir nicht warten, bis sein Verschwinden offensichtlich wird", so die Stiftung, die auch den Matto Barfuss Conservation Trust in Botswana betreibt.

Die neue Studie verschiebt damit den Blick auf die afrikanische Großkatze: Nicht mehr nur die Frage, wo Leoparden noch vorkommen, steht im Mittelpunkt. Entscheidend wird zunehmend, wie viele einzelne Tiere es tatsächlich gibt, wo sie leben und ob ihre Lebensräume langfristig ausreichen .

Der Leopard könnte damit zu einem Symbol für eine stille Entwicklung werden: Während die Großkatze für viele Menschen noch immer als allgegenwärtiger Teil der afrikanischen Wildnis gilt, hat sie bereits einen erheblichen Teil ihres historischen Lebensraums verloren.

Weitere Infos und Fakten finden Interessierte auf der Homepage und im Kanal der Matto Barfuss Foundation auf YouTube: www.youtube.com/@matto.barfuss ( https://www.youtube.com/@matto.barfuss )

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Aussender: Matto Barfuss Stiftung Ansprechpartner: Matto Barfuss Tel.: +49 7844 91 14 56 E-Mail: mail@matto-barfuss.de Website: www.matto-barfuss-stiftung.de

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