Matratzenpflege: 39,2 Prozent haben ihre Matratze noch nie gereinigt
Veröffentlicht am: 15.10.2026 um 14:29 Uhr | Redaktion boerse-global.deUm den zeitlichen Aufwand für den klassischen Großputz nachhaltig zu verringern, setzen aktuelle Ratgeber und Branchenempfehlungen verstärkt auf strukturierte Abläufe und die kontinuierliche Pflege zentraler Haushaltsbereiche. Anstatt Schmutzansammlungen über längere Zeiträume auflaufen zu lassen, ermöglichen feste Intervalle und materialschonende Vorgehensweisen einen hygienischen Wohnstandard bei deutlich minimiertem Arbeitsaufwand.
Defizite bei der Tiefenreinigung deutscher Haushalte
Wie groß der Bedarf an praktikablen Pflegeroutinen im Alltag ist, belegt eine im Oktober 2026 veröffentlichte Sauberkeitsstudie des Herstellers Thomas und des Instituts Norstat Deutschland.
Im Rahmen der Onlinebefragung von 1.001 Personen im Alter von 25 bis 65 Jahren, die vom 13. bis 21. August 2026 durchgeführt wurde, gaben die Befragten an, im Schnitt 4,2 verschiedene Reinigungsgeräte zu besitzen.
Während 90,2 Prozent mehr als ein Gerät nutzen, greifen lediglich 9,8 Prozent auf nur ein einziges Werkzeug zurück. Zudem erklärten 63,9 Prozent, dass sie Böden, Teppiche, Polster und Matratzen häufiger einer Tiefenreinigung unterziehen würden, falls dafür nur ein einziges Gerät erforderlich wäre.
Die Untersuchung verdeutlicht zugleich erhebliche Lücken bei der regelmäßigen Pflege: 39,2 Prozent der Teilnehmer haben ihre Matratze noch nie gereinigt, und 44,9 Prozent vernachlässigen diese beim Putzen gänzlich – obwohl Matratzen bis zu zehn Millionen Hausstaubmilben beherbergen können.
Teppiche und Polstermöbel werden von 79,4 Prozent höchstens ein- bis zweimal im Jahr feucht oder nass gesäubert; 49,4 Prozent tun dies seltener als einmal jährlich oder nie. Auch Abflüsse reinigen 70,2 Prozent nicht vorbeugend, während 38,7 Prozent erst reagieren, sobald das Wasser langsamer abfließt.
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Zugleich bewerten 76,4 Prozent saubere Böden und Oberflächen als wichtig. Für 48,1 Prozent zählt die Abwesenheit sichtbaren Staubs oder von Tierhaaren, und 30,2 Prozent empfinden Staub, Pollen und Milben als größte Belastung im Haushalt.
Systematische Pflege von Küchen- und Haushaltsgeräten
Expertenempfehlungen renommierter Hersteller sowie behördlicher Stellen betonen, dass elektrische Geräte in der Küche materialschonend und nach festen Schritten gereinigt werden sollten: vorbereiten, schonend säubern, trocknen und Feuchtigkeit meiden.
- Kühlschrank: Vor der Säuberung sollte das Gerät ausgesteckt und die Lebensmittel gekühlt zwischengelagert werden. Herausnehmbare Komponenten lassen sich mit lauwarmem Wasser und pH-neutralem Spülmittel säubern, während die Dichtungen abgewischt und sorgfältig getrocknet werden. Scheuermittel, Dampf- oder Hochdruckreiniger sowie stark alkoholhaltige Mittel sind zu vermeiden. Sollte es zu einem Produktrückruf bei Lebensmitteln kommen, ist das betroffene Gut zu entsorgen und die Ablagen sind mit heißem Seifenwasser oder gegebenenfalls verdünnter Bleichlösung zu reinigen.
- Waschmaschine: Die Waschmittelschublade erfordert warmes Wasser und eine weiche Bürste. Nach Richtwerten von Whirlpool empfiehlt sich bei Frontladern in großen oder stark beanspruchten Haushalten ein Reinigungsintervall von zwei bis vier Wochen. Ein Bosch-Entkalker kann produktspezifisch alle drei bis sechs Monate im 60-Grad-Programm ohne Vorwäsche angewendet werden.
- Mikrowelle: Für den Innenraum genügt das Einweichen mit milder Spüllauge sowie das feuchte Nachwischen; raue Schwämme und Backofensprays sollten nicht zum Einsatz kommen. Manche Geräte bieten zudem automatische Dampfreinigungsprogramme mit rund 250 Millilitern Wasser.
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Raumhygiene und Luftfeuchtigkeit im Badezimmer
Im Sanitärbereich empfiehlt sich ein Vorgehen von gering verschmutzten hin zu stärker beanspruchten Flächen. Nach Angaben der Verbraucherzentrale gilt eine relative Luftfeuchtigkeit von 40 bis 50 Prozent im Bad als ideal; steigt der Wert über 60 Prozent, sollte zwingend gelüftet werden.
Schimmelbefall auf harten Oberflächen lässt sich mit Wasser und Reinigungsmitteln abschrubben, während poröse Materialien mitunter nicht mehr vollständig gereinigt werden können. Tritt Feuchtigkeit wiederkehrend auf, muss die bauliche oder lüftungstechnische Ursache behoben werden.
Eine vorab durchgeführte Bestandsaufnahme von Räumen, Oberflächen und Nutzungshäufigkeiten erleichtert die Erstellung klarer Reinigungspläne und hält den periodischen Zeitaufwand überschaubar.
