Matcha-Boom, Import

Matcha-Boom: Import nach Deutschland springt um 240 Prozent

Veröffentlicht am: 17.09.2026 um 09:41 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Analysen beleuchten Matchas Marktwachstum, wertvolle Tee-Inhaltsstoffe und den Einfluss von Trocknung, Fermentation sowie Brühtemperatur.

Matcha und grüner Tee: Inhaltsstoffe, Verarbeitung und Konsum
Traditionelle japanische Teefelder in terrassierter Hügellandschaft bei morgendlichem Nebel. Illustration mit AI erstellt.

Die gesundheitlichen Potenziale sowie die komplexen Verarbeitungstechniken bekannter Teesorten stehen im Fokus aktueller Analysen von Experten und Teeverarbeitungstechnikern.

In Berichten aus dem September 2026 werden insbesondere die spezifischen Inhaltsstoffe von grünem Tee und Matcha sowie deren Auswirkungen auf eine gesundheitsbewusste Ernährung untersucht. Dabei zeigt sich eine enge Verbindung zwischen den gewählten Herstellungsverfahren und der letztlich verfügbaren Konzentration wertvoller Inhaltsstoffe.

Grüner Tee und Matcha: Inhaltsstoffe und Marktentwicklung

Grüner Tee enthält Catechine, insbesondere das Epigallocatechingallat (EGCG), die laut Fachberichten mit einem verringerten Risiko für Herzerkrankungen, Diabetes und bestimmte Krebserkrankungen in Verbindung gebracht werden.

Die Kombination aus Koffein und L-Theanin könne zudem die Stimmung und Konzentrationsfähigkeit verbessern. In Bezug auf das Herz-Kreislauf-System unterstützen Catechine die Regulierung des Blutdrucks und die Senkung des Cholesterinspiegels, wobei die Wirkung jeweils für einige Stunden anhalte.

Besondere Aufmerksamkeit erfährt Matcha, dessen Produktion in Japan von 1.471 t im Jahr 2010 auf 4.176 t im Jahr 2023 angestiegen ist. Über die Hälfte dieser Menge ist für den Export bestimmt. In Deutschland verzeichnete der Import von Matcha-Pulver laut Branchenberichten im Jahr 2024 einen Anstieg von 240 % gegenüber dem Vorjahr.

Das Pulver weist pro 100 g einen Brennwert von 285 kcal auf und enthält 24 g Eiweiß sowie 29 g Ballaststoffe. Hinsichtlich einer angestrebten Gewichtsreduktion ergab eine Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2023, dass die Einnahme von Grünteeextrakt zu einem durchschnittlichen Gewichtsverlust von rund 1,25 kg führte, wobei die Evidenz hierfür als gering eingestuft wird.

Chemische Prozesse und thermische Einflüsse bei der Verarbeitung

Die aromatische Zusammensetzung von Tee wird maßgeblich durch technische Prozesse während der Trocknung und Fermentation beeinflusst. Flüchtige Aromastoffe machen lediglich 0,01 % bis 0,05 % des Trockengewichts aus.

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Während der Trocknung von grünem Tee sinkt die Konzentration von (Z)-3-Hexenol von 120 ?g/kg im Frischblatt auf 5 ?g/kg, während Stoffe wie Linalool (Anstieg von 15 auf 76 ?g/kg) und Geraniol (Anstieg von 8 auf 55 ?g/kg) deutlich zunehmen. Auch die Bildung von 2,5-Dimethylpyrazin wird erst durch den Trocknungsprozess initiiert.

Die enzymatische Aktivität spielt eine zentrale Rolle: Glycosidasen erreichen ihr Wirkungsoptimum bei Temperaturen zwischen 40 und 55 °C und einem pH-Wert von 5,0 bis 6,0. Bei der Oolong-Fermentation erreichen die Relativeaktivitäten von Polyphenoloxidase (PPO) und Lipoxygenase (LOX) bei spezifischen Bedingungen von 25 bis 28 °C und hoher Luftfeuchtigkeit Werte von bis zu 100 %.

Die Oxidationsrate der Polyphenole steigt dabei innerhalb von acht Stunden signifikant an. Die Maillard-Reaktion, welche für Röstaromen verantwortlich ist, findet bei Temperaturen zwischen 140 und 180 °C statt.

Kräutertees und spezifische Anwendungsempfehlungen

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Neben klassischem Tee werden verschiedene Kräutertees für spezifische Beschwerden empfohlen. Kamille wird eine beruhigende Wirkung zugeschrieben, während Pfefferminz-Menthol bei Blähungen und Ingwer gegen Übelkeit helfen könne. Eine japanische Besonderheit stellt die Sorte Bencha dar, die später in der Saison geerntet wird und einen kräftigeren, erdigeren Geschmack aufweist. Bencha wirke harntreibend und könne Verdauungsenzyme anregen.

Für die Zubereitung und den Konsum von Tee geben Fachleute konkrete Richtwerte an:
- Japanische Grüntees (Sencha, Matcha) werden gedämpft und sollten bei 60–70 °C aufgebrüht werden.
- Chinesische Sorten (Longjing) werden geröstet und vertragen Temperaturen von 75–80 °C.
- Verbraucherzentralen empfehlen eine Dosierung von maximal 1 g Matcha pro Tasse, höchstens dreimal täglich.
- Die allgemeine Empfehlung für grünen Tee liegt bei einer menge von einem bis drei Tassen täglich, wobei eine Gesamtmenge von einem Liter aufgrund des Koffeingehalts nicht überschritten werden sollte.

Matcha-Expertin Louisa Birkhahn rät zudem zu einer schrittweisen Umstellung von Kaffee auf Matcha, um Entzugserscheinungen zu minimieren, und empfiehlt den letzten Konsum vor 14 Uhr. Aufgrund möglicher Pestizidrückstände wird generell zu Bio-Qualität geraten; entsprechende Schadstoffprüfungen führte unter anderem die Stiftung Warentest in ihrer Ausgabe vom April 2022 durch.

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