Mastercard, Kartenzahlungen

Mastercard ab 2027: Kartenzahlungen funktionieren auch ohne Netz

Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 21:24 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Neue Karten und Terminals sollen 2027 Zahlungen ohne Netz ermöglichen; pro Vorgang gilt eine Obergrenze von 200 Euro.
Ein industrieller Notstromgenerator in einem modernen Versorgungsraum, der die Zuverlässigkeit der Infrastruktur symbolisiert. Illustration mit AI erstellt.

Der Zahlungsdienstleister Mastercard führt ab 2027 verbindliche Offline-Kartenzahlungen in Europa ein. Wie aus Berichten hervorgeht, gilt diese Vorgabe auch für die Schweiz. Der Schritt soll sicherstellen, dass elektronische Bezahlvorgänge selbst bei großflächigen Netzwerk- oder Netzausfällen weiterhin zuverlässig funktionieren.

Zeitplan für Karten und Bezahlterminals

Der Rollout der neuen Technologie erfolgt schrittweise im Laufe des Jahres 2027. Ab Februar 2027 müssen alle in Europa neu ausgegebenen Mastercard-Karten die Offline-Zahlungsfunktion zwingend unterstützen. Auch Staaten wie Kroatien werden als Nutznieser der Neuerung genannt.

Für den Handel greift die Verpflichtung wenig später: Bis Mai 2027 müssen sämtliche neu installierten oder im Rahmen von Modernisierungen ersetzten Terminals für die Abwicklung von Transaktionen ohne aktive Netzverbindung ausgerüstet sein. Bei der Umsetzung stimmt sich das Unternehmen eng mit Zahlungspartnern, Regierungen, Aufsichtsbehörden und Zentralbanken ab.

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Lokale Autorisierung und Transaktionsgrenzen

Die Funktionsweise basiert auf einer Anpassung der Chip-Technologie. Das von der kartenausgebenden Bank festgelegte Ausgabenlimit wird künftig direkt auf dem Kartenchip hinterlegt. Kommt es zu einem Ausfall der Internet- oder Telefonverbindung, kann das Kartenterminal den Vorgang lokal über die Eingabe von Chip und PIN autorisieren.

Um finanzielle Risiken zu begrenzen, ist der Betrag auf maximal 200 Euro pro Transaktion gedeckelt. Die gespeicherten Belegdaten verbleiben bis zur Wiederherstellung der Datenverbindung im Terminal und werden danach gebündelt an die Abrechnungssysteme übermittelt. Voraussetzung für das Funktionieren an den Kassen ist allerdings, dass die Geräte mit Strom versorgt werden, etwa über Notstromsysteme.

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Grundversorgung im Krisenfall sichern

Brice van de Walle, Executive Vice President Core Payments bei Mastercard, verwies darauf, dass die Bevölkerung auch im Falle technischer Störungen auf lebenswichtige Güter wie Lebensmittel, Benzin und Medikamente angewiesen sei. Dementsprechend sind die Offline-Zahlungen vor allem für Einsatzbereiche wie Supermärkte, Tankstellen, Apotheken sowie Ticketautomaten vorgesehen.

Völliges Neuland ist die Technologie in Europa nicht mehr: In Dänemark, Schweden, Estland und Lettland sind Offline-Kartenzahlungen bereits im Einsatz und dienen als Vorbild für die nun anstehende Ausweitung auf den gesamten Kontinent.

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