MASLD statt Fettleber: Warum Ausdauertraining zur Therapie gehört
Veröffentlicht am: 03.11.2026 um 10:48 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie nicht-alkoholische Fettleber hat eine neue medizinische Bezeichnung erhalten: Sie wird nun als MASLD (Metabolic Dysfunction-Associated Steatotic Liver Disease) geführt.
Fachbeiträge unterstreichen im Zuge dieser Neudefinition, dass eine erfolgreiche Behandlung der Leberverfettung zwingend ein begleitendes Herz-Kreislauf-Training voraussetzt. Da die Erkrankung eng an kardiometabolische Risiken gekoppelt ist, reicht eine isolierte Betrachtung des Organs für den Therapieerfolg nicht aus.
Hohe Verbreitung und unterschätzte Gefahren
Die metabolisch bedingte Lebererkrankung hat sich zu einer weltweiten Volkskrankheit entwickelt. Nach Berechnungen von Dr. Harsha Devarbhavi vom St. John's Medical College Hospital Bangalore leben weltweit über 1,5 Milliarden Menschen mit einer chronischen Lebererkrankung.
MASLD betrifft Schätzungen zufolge rund 30 bis 32 Prozent der Weltbevölkerung, in Deutschland hat etwa jeder vierte Erwachsene eine metabolische Fettleber. Die europäische CONSTANS-Studie, die 5.240 ambulante Patienten an acht Zentren untersuchte, ermittelte eine Prävalenz von 26,1 Prozent bei Diagnosekosten zwischen 95 und 695 Euro pro Patient.
Als Hauptursachen gelten dauerhafter Bewegungsmangel sowie eine übermäßige Energiezufuhr in Verbindung mit Übergewicht, Typ-2-Diabetes, erhöhten Blutfettwerten und Bluthochdruck. Allerdings können auch schlanke Personen eine Fettleber entwickeln.
Da frühe Stadien in der Regel schmerzfrei verlaufen, bleibt die Erkrankung lange unbemerkt. Ohne rechtzeitiges Gegensteuern drohen Entzündungen und schwere Organschäden; im Frühstadium ist die Veränderung jedoch meist noch reversibel.
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Bewegung senkt Sterblichkeitsrisiko deutlich
Dass körperliche Aktivität eine zentrale Rolle bei MASLD spielt, belegt eine Langzeituntersuchung im Fachjournal Journal of Gastroenterology and Hepatology (DOI: 10.1111/jgh.70826). In der Beobachtungsstudie wurden 2.785 MASLD-Patienten über einen mittleren Nachbeobachtungszeitraum von 14,7 Jahren begleitet. In dieser Zeit traten 584 Todesfälle auf, davon 198 infolge kardiovaskulärer Komplikationen.
Die Daten zeigten einen deutlichen Zusammenhang zwischen Bewegung und Überlebenschance: Patienten im höchsten Quartil moderater bis anstrengender körperlicher Aktivität (MVPA) wiesen im Vergleich zum niedrigsten Quartil ein um 59 Prozent geringeres Gesamtmortalitätsrisiko auf.
Mit jeder Standardabweichung mehr MVPA sank das kardiovaskuläre Sterberisiko nach statistischer Bereinigung um 49 Prozent. Der stärkste relative Nutzen zeigte sich bereits beim Übergang von vollständiger Inaktivität zu leichten Trainingsumfängen.
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Diagnostik und moderne Therapieoptionen
Zur Früherkennung stehen standardisierte Verfahren zur Verfügung. Als Suchtest dient der FIB-4-Index, während die Gewebesteifigkeit mittels Fibroscan nicht-invasiv bestimmt werden kann. Drei von vier Diabetes-Patienten entwickeln im Verlauf eine MASLD, weshalb Risikogruppen besonders engmaschig untersucht werden sollten.
Auf pharmazeutischer Seite ergänzen neue Wirkstoffe die Behandlungsmöglichkeiten. Mit dem Schilddrüsenhormon-Rezeptor-Beta-Agonisten Resmetirom und dem GLP-1-Rezeptor-Agonisten Semaglutid stehen zugelassene medikamentöse Optionen gegen Leberfibrose bereit.
Zudem zeigten essentielle Phospholipide aus Sojabohnen in Studien positive Effekte bei der Linderung leberbedingter Beschwerden. Die Basis jeder Intervention bilden nach Einschätzung von Experten jedoch weiterhin konsequente Gewichtsreduktion, ballaststoffreiche Ernährung und regelmäßiges Ausdauertraining.
Mehr zum Thema bei FAZ: „Fettleber heißt jetzt MASLD: Auswirkungen für Diagnose und Therapie“
