Maskierte Hypertonie: 15% der Patienten haben Bluthochdruck ohne es zu wissen
Veröffentlicht am: 07.08.2026 um 20:21 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Blutdruckmessung in der Arztpraxis kann trügen: Bei etwa 15 Prozent der Patienten bleiben die Werte dort unauffällig, obwohl sie im Alltag erhöht sind. Die Deutsche Hochdruckliga warnt vor den Folgen dieser sogenannten maskierten Hypertonie.
Die stille Gefahr im Alltag
Besonders tückisch: Die Erkrankung bleibt ohne gezielte 24-Stunden-Messung oft unentdeckt. Vermehrt sind jüngere Menschen in der dritten und vierten Lebensdekade betroffen. Hauptauslöser ist chronischer Stress – während sich der Körper in der Praxis entspannt, treibt die Dauerbelastung im Berufs- und Privatleben die Werte nach oben.
Eine frühzeitige Diagnose ist entscheidend, um langfristige Schäden an Herz und Gefäßen zu vermeiden. Doch wie lässt sich der Blutdruck im Alltag senken?
Rote Bete, Kaugummi und Kaffee
Eine Studie des King's College London untersuchte die Wirkung von Rote-Bete-Saft. Das Ergebnis: Wer danach zuckerhaltigen Kaugummi kaut, steigert die Nitritproduktion im Mund um 45 Prozent, im Körper um 25 Prozent. Der systolische und diastolische Blutdruck sank dadurch um fast 0,5 mmHg stärker als mit zuckerfreiem Kaugummi. Eine Empfehlung für Zucker sprechen die Forscher dennoch nicht aus.
Ihr Blutdruck ist beim Arzt unauffällig – und trotzdem fühlen Sie sich im Alltag gestresst? Bei etwa 15 Prozent der Patienten bleibt eine maskierte Hypertonie unerkannt. Erfahren Sie, wie Sie mit einer 24-Stunden-Messung Klarheit bekommen und mit natürlichen Methoden Ihre Werte senken. Jetzt kostenlosen Ratgeber anfordern
Einfacher ist die Salzreduktion: Bereits ein Gramm weniger pro Tag senkt den systolischen Blutdruck signifikant. Bei Kindern ist das besonders relevant – in Deutschland sind zwei bis drei Prozent betroffen, bei stark übergewichtigen Jugendlichen sogar bis zu 25 Prozent.
Entwarnung gibt es für Kaffeeliebhaber: Die American Heart Association stuft drei bis fünf Tassen Filterkaffee täglich als unbedenklich ein. Vorsicht gilt hingegen bei Energydrinks – sie können akuten Bluthochdruck auslösen.
Langzeitfolgen: Demenz und Nierenschäden
Chronischer Stress treibt Ihren Blutdruck im Alltag nach oben – oft unbemerkt. Die Folgen können Nierenschäden und ein erhöhtes Demenzrisiko sein. Lernen Sie die Frühwarnzeichen kennen und wie Sie mit einfachen Alltagstricks Ihre Gefäße schützen. Ratgeber zu stillem Bluthochdruck jetzt sichern
Die Bedeutung stabiler Blutdruckwerte zeigt eine Studie in Neurology mit über 12.000 Teilnehmenden. Menschen ohne Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes oder Nikotin verbringen im Schnitt 30 Jahre zwischen dem 55. und 95. Lebensjahr ohne Demenz. Bei drei Risikofaktoren schrumpft dieser Zeitraum auf 17,5 Jahre.
Auch die Nieren leiden unter dauerhaft erhöhtem Druck. Die NAKO-Gesundheitsstudie fand bei 18,4 Prozent von rund 195.000 Blutproben auffällige Werte – doch nur ein Bruchteil der Betroffenen wusste davon. Chronische Nierenerkrankungen bleiben oft jahrelang unerkannt. Neben Diabetes und Rauchen gilt Bluthochdruck als Haupttreiber für Nierenschäden. Regelmäßige Screenings sind daher der Schlüssel – gerade bei scheinbar unauffälligen Praxiswerten.
