Masern: Kind stirbt in New York – erster Todesfall seit 30 Jahren
Veröffentlicht am: 03.11.2026 um 07:06 Uhr | dpa, AD HOC NEWSNew York meldet ersten Masern-Todesfall seit 30 Jahren
- Das Kind starb nach einer Maserninfektion im Lewis County im Bundesstaat New York.
- Gouverneurin Kathy Hochul teilte den Todesfall am Montag mit und kritisierte Washington.
- Bis Ende Oktober wurden in den USA 4.852 bestätigte Masernfälle und drei Todesfälle im Jahr 2026 gemeldet.
Todesfall nach Maserninfektion in Lewis County
Im US-Bundesstaat New York ist nach offiziellen Angaben ein Kind an Masern gestorben. Gouverneurin Kathy Hochul teilte am Montag mit, es sei der erste Todesfall im Zusammenhang mit Masern in New York seit 30 Jahren.
Hochul kritisiert Washington
Der Todesfall ereignete sich im Lewis County. Hochul erklärte, er sei eine erschütternde Mahnung an die Folgen vermeidbarer Krankheiten und kritisierte zugleich politische Entscheidungen in Washington.
Die demokratische Gouverneurin betonte, New York halte an bewährten Maßnahmen für die öffentliche Gesundheit fest. Die Gesundheitsbehörde rief die Bevölkerung dazu auf, den eigenen Immunisierungsstatus zu überprüfen.
Behörden empfehlen MMR-Impfung
Als besten Schutz nannten die Behörden die Kombinationsimpfung gegen Mumps, Masern und Röteln. Masern können schwere Komplikationen wie Lungen- oder Gehirnentzündungen auslösen und in seltenen Fällen tödlich verlaufen.
Notstand wegen Ausbruchs
Wegen eines akuten Masernausbruchs vor allem in ländlichen Gebieten hatte Hochul Anfang Oktober den Notstand ausgerufen. Damit wurde der Kreis der Personen erweitert, die eine Impfung verabreichen dürfen.
In den USA hatte die Zahl der Maserninfektionen bereits im Sommer den höchsten Stand seit Jahrzehnten erreicht. Nach Angaben der CDC gab es bis Ende Oktober 4.852 bestätigte Fälle; damit waren es bereits mehr als doppelt so viele wie im gesamten Vorjahr.
Drei Todesfälle in den USA
Für 2026 wurden bis Ende Oktober drei Todesfälle gemeldet. Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr., der von US-Präsident Donald Trump ernannt wurde, steht wegen der steigenden Fallzahlen in der Kritik.
Kennedy hatte wiederholt Zweifel an der Sinnhaftigkeit von Impfungen geäußert. Hochul stellte den Todesfall in den Zusammenhang mit dem Schutz der US-Bevölkerung vor vermeidbaren Krankheiten.
Der Todesfall in Lewis County steht im Zusammenhang mit einem landesweiten Wiederanstieg der Masernfälle in den USA. Masern gehören zu den ansteckendsten bekannten Infektionskrankheiten; besonders gefährdet sind ungeimpfte Menschen und Personen, deren Immunschutz nicht ausreicht.
Die MMR-Impfung gilt als zentrale Maßnahme, um Ausbrüche zu verhindern und schwere Verläufe zu vermeiden. Sinkende Impfquoten können dazu führen, dass sich das Virus auch in Regionen ausbreitet, in denen Masern lange kaum eine Rolle spielten. Für Familien bedeutet der Fall, den eigenen Impfstatus sowie den ihrer Kinder zu prüfen und bei Unsicherheit ärztlichen Rat einzuholen.
Gesundheitspolitischer Konflikt
Gouverneurin Kathy Hochul verbindet den Todesfall mit der nationalen Debatte über Impfpolitik und der Verantwortung der US-Bundesregierung. Ihre Kritik richtet sich insbesondere gegen den politischen Kurs von Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr., der wiederholt Zweifel an Impfungen geäußert hatte.
New York hatte den Notstand bereits im Oktober wegen eines Masernausbruchs ausgerufen. Die Ausweitung des Kreises der zur Impfung berechtigten Personen sollte den Zugang zur Immunisierung verbessern. Der aktuelle Todesfall erhöht den Druck auf Behörden, Impfangebote, Aufklärung und die Erfassung von Ausbrüchen konsequent weiterzuführen.
Folgen für die Bevölkerung
Masern können neben Fieber und Ausschlag schwere Komplikationen wie Lungen- oder Gehirnentzündungen verursachen. Der Todesfall macht sichtbar, dass die Krankheit auch in einem hoch entwickelten Gesundheitssystem nicht harmlos ist, wenn Impflücken und Übertragungsketten zusammenkommen.
