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Mary Parker Follett: Bayer-CEO entdeckt 100 Jahre alte Management-Theorie neu

Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 10:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Bayer setzt bei der Umstrukturierung auf die kooperativen Management-Ideen von Mary Parker Follett. Ihre Konzepte gelten als Vorläufer agiler Methoden.

Mary Parker Follett: Bayers Inspiration für moderne Führung
Modernes, minimalistisches Büro-Interieur mit Fokus auf einen kollaborativen Arbeitsbereich und architektonische Tiefe. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Macht teilen statt Macht ausüben – diese Botschaft predigte Mary Parker Follett bereits vor einem Jahrhundert. Heute entdecken Konzerne wie Bayer ihre Konzepte neu.

Die US-Amerikanerin gilt als „Mutter des Managements“, blieb aber lange unterschätzt. Erst in den 2000er-Jahren setzte eine breite Rezeption ihrer Werke ein. Der Grund: Ihre kooperativen Ansätze passten nicht in die Ära autoritärer und tayloristischer Modelle.

Geteilte Macht als Vorläufer agiler Methoden

Follett unterschied zwischen „Macht über“ und „Macht mit“ Mitarbeitern. Klassische Hierarchien setzen auf ersteres. Sie propagierte dagegen ein System, in dem Verantwortung nicht nur delegiert, sondern Macht innerhalb der Organisation geteilt wird.

Diese Prinzipien finden sich heute in agilen Strukturen wieder: Selbstorganisation, flache Hierarchien, Eigenverantwortung. Ein prominentes Beispiel ist der Bayer-Konzern. CEO Bill Anderson bezieht sich bei der Umgestaltung explizit auf Folletts Konzepte, um Entscheidungsprozesse zu beschleunigen.

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Vom Radcliffe College zur Unternehmensberatung

Follett erwarb 1898 ihren Abschluss am Radcliffe College. Sie lehrte an der London Business School und beriet namhafte Persönlichkeiten – darunter US-Präsident Theodore Roosevelt. Trotz dieser frühen Erfolge dauerte es Jahrzehnte, bis ihre Ideen in der Wirtschaftswelt ankamen.

Die Verzögerung wird oft darauf zurückgeführt, dass ihre kooperativen Ansätze lange im Schatten dominanter Management-Modelle standen.

Praktische Hürden beim Kulturwandel

Die Umsetzung in gewachsenen Konzernstrukturen ist alles andere als einfach. Eine aktuelle Fallstudie des Autors Boris Kaehler zeigt: Der Wunsch nach mehr Eigenverantwortung stößt oft auf internen Widerstand.

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Die Transformation von der Befehlshierarchie zum kooperativen Modell erfordert einen tiefgreifenden kulturellen Wandel. Analysten beobachten, dass Führungskräfte in der Praxis häufig Schwierigkeiten haben, Macht tatsächlich abzugeben.

Das Ziel ist klar: Risikominimierung und Effizienzsteigerung durch Partizipation. Doch bestehende Strukturen blockieren oft die praktische Umsetzung. Dennoch gilt Folletts Theorie der konstruktiven Konfliktbewältigung und Integration unterschiedlicher Perspektiven heute als Blaupause für moderne Komplexität.

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