Marsmond Phobos: Japan startet Sonde mit Rover Idefix
Veröffentlicht am: 19.10.2026 um 21:56 Uhr | dpa, AD HOC NEWSPhobos-Mission mit europäischem Rover
- Die H3-Rakete startete vom japanischen Weltraumbahnhof Tanegashima auf der Insel im Südwesten Japans.
- Der Rover «Idefix» wurde vom DLR und der französischen Raumfahrtbehörde CNES entworfen.
- Das Rückkehrmodul soll 2031 erstmals Proben des Marsmonds Phobos zur Erde bringen.
Japan startet MMX-Mission zum Marsmond Phobos
Eine japanische Raumsonde ist mit dem deutsch-französischen Rover «Idefix» an Bord zum Mars aufgebrochen. Eine H3-Rakete startete erfolgreich vom Weltraumbahnhof Tanegashima mit dem Ziel, erstmals Proben vom Marsmond Phobos zur Erde zu bringen.
Rover soll 2029 auf Phobos landen
Die Mission «MMX» steht für «Martian Moons eXploration». Der vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt und der französischen Raumfahrtbehörde CNES entworfene Rover soll 2029 auf Phobos aufsetzen.
Für 2031 ist geplant, die gewonnenen Proben mit einem Rückkehrmodul zur Erde zu transportieren. Die Mission soll zugleich klären, wie die beiden Marsmonde entstanden sind.
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Rätsel um die Marsmonde
Phobos und Deimos sind neben dem Erdmond die einzigen Monde im inneren Sonnensystem mit seinen Gesteinsplaneten. Sie sind deutlich kleiner als der Erdmond und unregelmäßig geformt.
Phobos hat einen größten Durchmesser von knapp 27 Kilometern, Deimos von 15 Kilometern. Phobos umkreist den Mars in geringerer Entfernung als Deimos.
Asteroid oder Marsmaterial
Die MMX-Mission soll untersuchen, ob die Monde eingefangene Asteroiden sind oder nach einem Meteoriteneinschlag auf dem Mars entstanden. Die Proben und Messungen auf Phobos sollen dafür neue Anhaltspunkte liefern.
Die MMX-Mission verbindet japanische Raumfahrttechnik mit europäischer Beteiligung. Ihr wissenschaftlicher Kern liegt in der Herkunft der beiden Marsmonde: Phobos und Deimos könnten eingefangene Asteroiden sein, zugleich gibt es Hinweise auf eine Entstehung aus Material, das nach einem Einschlag vom Mars ins All gelangte.
Phobos ist für eine Landemission besonders anspruchsvoll. Der Mond ist mit einem größten Durchmesser von knapp 27 Kilometern klein und unregelmäßig geformt. Seine geringe Schwerkraft erschwert Navigation, Landung und den Betrieb eines Rovers. Der deutsch-französische «Idefix» soll deshalb zunächst die Oberfläche erkunden und Daten über die Beschaffenheit des Bodens liefern.
Proben sollen offene Fragen klären
Die geplante Rückführung von Material im Jahr 2031 wäre wissenschaftlich bedeutsam, weil Laboranalysen auf der Erde deutlich umfassender ausfallen können als Messungen direkt vor Ort. Die Proben könnten helfen, die Entwicklung des Mars-Systems und die Entstehung kleiner Himmelskörper im inneren Sonnensystem besser zu verstehen.
Für Leser in Deutschland steht zudem die europäische Beteiligung im Mittelpunkt: DLR und CNES haben mit «Idefix» einen Rover für eine Mission entwickelt, bei der Japan die Sonde und den Start verantwortet. Der nächste entscheidende Schritt ist die Ankunft am Mars und die geplante Landung auf Phobos im Jahr 2029.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
ZDFheute: „Rover Idefix bereit zum Start ins Mars Universum“ (15.10.2026)
Der Beitrag betont die deutsch-französische Beteiligung und das Ziel, erstmals Proben vom Marsmond Phobos zur Erde zu bringen. Im Mittelpunkt stehen außerdem die extremen Bedingungen auf Phobos und die Aufgaben des Rovers.
tagesschau: „Idefix soll Rätsel der Mars-Monde lösen“ (19.10.2026)
Die tagesschau hebt die schwierige Navigation in der geringen Schwerkraft und die wissenschaftlichen Instrumente des Rovers hervor. Beide Beiträge sehen in der Mission einen möglichen Schlüssel zur Frage, ob Phobos ein eingefangener Asteroid oder aus Marsmaterial entstanden ist; offen bleibt die Auswertung der späteren Proben.
