Marketing-Arbeitsmarkt, KI-Gehälter

Marketing-Arbeitsmarkt: KI-Gehälter explodieren um 62 Prozent

17.06.2026 - 01:48:14 | boerse-global.de

KI-Kompetenzen werden im Marketing immer wichtiger, doch das Angebot an Fachkräften bleibt gering. Quereinsteiger sind gefragt wie nie.

KI-Kenntnisse als neue Währung im Marketing-Arbeitsmarkt
Marketing-Arbeitsmarkt - Eine vielfältige Gruppe von Fachleuten arbeitet in einem modernen Büro zusammen, mit digitalen Elementen, die KI und Talententwicklung andeuten. 17.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

KI-Kenntnisse werden zur neuen Währung, Quereinsteiger sind heiß begehrt, und die Gehälter für Spezialisten explodieren.

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KI-Skills gefragt – aber kaum vorhanden

Die Schere zwischen Angebot und Nachfrage öffnet sich rasant. Eine aktuelle Analyse von Adobe und LinkedIn zeigt: Die Zahl der Stellenausschreibungen mit KI-Anforderungen ist innerhalb eines Jahres um 113 Prozent gestiegen. Das Problem: Nur vier Prozent der Marketer bringen die gefragten Kompetenzen mit.

Adobe und LinkedIn haben Mitte Juni reagiert und kostenlose Trainingsprogramme auf LinkedIn Learning gestartet. Auch die britische Regierung investiert über 200 Millionen Pfund in KI-Schulungen. Der Handlungsdruck ist enorm.

Zweigeteilter Arbeitsmarkt: 62 Prozent mehr Gehalt mit KI

Die PwC Global AI Jobs Barometer vom 15. Juni zeichnet ein klares Bild: In KI-intensiven Berufen wächst die Zahl der Stellen doppelt so schnell wie in anderen Bereichen. Die Gehälter steigen dort 42 Prozent schneller.

Besonders beeindruckend: Der weltweite Lohnaufschlag für KI-Kenntnisse liegt bei durchschnittlich 62 Prozent. In Großbritannien hat sich diese Prämie im vergangenen Jahr verdreifacht – auf 34,2 Prozent. Unternehmen, die KI stark nutzen, steigerten ihre Produktivität zwischen 2018 und 2025 um 163 Prozent.

Quereinstieg wird zum Standard

Der Fachkräftemangel zwingt Unternehmen zu neuen Wegen. Eine Stepstone-Analyse vom 16. Juni, basierend auf 5,5 Millionen Stellenanzeigen seit 2019, zeigt einen massiven Trend: Der Anteil der Anzeigen, die explizit Branchenwechsler ansprechen, hat sich versechsfacht.

Die Bereitschaft auf Arbeitnehmerseite ist hoch: 87 Prozent würden einen Branchenwechsel in Betracht ziehen. 37 Prozent haben sich bereits im vergangenen Jahr auf eine branchenfremde Stelle beworben. Personalverantwortliche sehen im Fachkräftemangel die größte Wachstumsbremse – und setzen verstärkt auf übertragbare Fähigkeiten statt auf klassische Qualifikationen.

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KI revolutioniert den Bewerbungsprozess

Auch die Rekrutierung selbst wird digitaler. Das Berliner Startup WhyBrilliant startete Anfang Juni die öffentliche Beta-Phase für sprachbasierte KI-Karriereagenten. Die Systeme Nova (für Bewerber) und Atlas (für Unternehmen) wollen den klassischen Bewerbungsprozess umkehren. Das Unternehmen sicherte sich eine Pre-Seed-Finanzierung von einer Million Euro.

Gleichzeitig zeichnet die Initiative „Recruiting Rebels 2026“ erstmals 30 junge Talente unter 30 Jahren aus. Die Preisträger arbeiten bei der Deutschen Bank, Rheinmetall, ZEISS oder der Schwarz Gruppe – und stehen für eine neue Generation von Recruitern mit modernen Tools und unkonventionellen Strategien.

Internationale Lösungen gefragt

Der Bedarf bleibt global. Personalberatung Robert Walters prognostiziert: Bis 2028 könnten allein in Großbritannien über 160.000 KI-Stellen unbesetzt bleiben – wenn das Angebot nicht massiv steigt.

Die britische Regierung hat während der London Tech Week im Juni neue Maßnahmen für Tech- und Life-Sciences-Scale-ups angekündigt. Dazu gehören die Erstattung von Visagebühren und spezialisierte Beratungsdienste. Ziel: internationale Fachkräfte anlocken und langfristiges Produktivitätswachstum sichern.

de | wissenschaft | 69557813 |